Mit welch einer Leichtigkeit Surfer über den Ozean gleiten. Es ist 7 Uhr. Ich sitze im Van und beobachte das Schauspiel vor meinen Augen. Die erste Nacht auf unserem Road Trip von Sydney nach Adelaide war ungemütlich. Es war so stürmisch, dass ich dachte wir fliegen jeden Augenblick samt Van davon. Dementsprechend schlecht habe ich geschlafen. Wenigstens entgeht mir dieser paradiesische Anblick so nicht. Wegen des Sturms brechen die Wellen mit einer unfassbaren Kraft am Strand. Das machen sich die Surfer natürlich zu Nutze. Im sanften Morgenlicht beobachte ich, wie sie die Wellen bezwingen. Angsteinflößend, mächtig, unbezwingbar. So würde ich diese Riesenwellen beschreiben. Mit Surfer im Bild, sehen sie plötzlich gar nicht mehr so monströs aus. Sie scheinen sich Joseph Goldsteins Worte zu Herzen zu nehmen:

Du kannst die Wellen nicht anhalten aber du kannst lernen, auf ihnen zu reiten.

Das haben sie definitiv getan! Ich bin trotzdem froh hier im Trockenen zu sitzen. Dennoch will ich die Meeresluft auf meiner Haut spüren. Der erste Morgen unseres Road Trips. Endlich wachen wir wieder direkt am Strand auf. Ich liebe das einfach. Langsam öffne ich die Schiebetür unseres Camper Vans. Das Geräusch der sich öffnenden Van-Tür wird mich bis an mein Lebensende an diesen Road Trip erinnern. Unzählige Male öffnen und schließen wir diese Tür während der Reise und jedes Mal erwartet uns eine andere, faszinierende Szenerie. Zwischen uns und dem Ozean befinden sich lediglich ein kleiner, grüner Hügel und der Strand. Der Hügel schreit quasi nach uns: „Frühstückt hier, frühstückt hier.“ Ich bin froh, dass Chris langsam auch wach wird. Habt ihr schonmal versucht Campingtisch und – Stühle bei Wind aufzustellen? Ist keine gute Idee. Alles fliegt dir um die Ohren.

Road Trip Sydney - Adelaide

Zu Zweit meistern wir die Camping-Disziplin „Frühstückstisch aufstellen“. Hier sitzen wir nun. Die australische Wintersonne wärmt unsere Gesichter, der Wind zerzaust unsere – äh, meine Haare, Surfer und Wellen liefern eine spannendere Geschichte als jeder Hollywood Film. Und es gibt nur eine einzige Frage: was wollen wir heute machen?

Gestern sind wir über die Sea Cliff Bridge gefahren. Heute scheint die Sonne so schön, ich möchte nochmal einen Blick auf sie werfen. Dann können wir auch gleich beim Hinduistischen Tempel vorbei schauen, der auf dem Weg liegt. Gesagt, getan. Nach grünem Tee und Porridge – ja am Morgen sind wir noch gesunde Menschen – packen wir ein und beginnen unseren ersten, richtigen Road Trip Tag.

Mein Tipp →

Sea Cliff Bridge und Bald Hill Lookout sind sehr sehenswert. Den Sri Venkateswara Tempel muss man nicht unbedingt gesehen haben.

Wenn dieser Wind bloß nicht wäre. Wir wollen doch unbedingt aus dem Flugzeug springen! Trotz des Windes fahren wir die Skydiving Zentrale in Wollongong an. Die liegt direkt am Strand – wie toll die Ausblicke von oben sein müssen, können wir nur erahnen.

Herbe Enttäuschung

Tja, es ist so windig, dass nichtmal das Büro geöffnet hat. Ein großes Schild hängt an der Tür. Heute und morgen ist es auf jeden Fall utopisch zu springen. Wir rufen zusätzlich nochmal an. Wir sollen uns übermorgen nochmal melden, in den nächsten zwei Tagen wird gar nichts passieren. Soviel zum Thema Pläne. Tagelang in der Wollongong-Region zu bleiben, hatten wir eigentlich nicht vor. »Der Fallschirmsprung ist aber ein absolutes Muss. Schnell mal nachschauen was es noch so in der Ecke gibt und schon geht’s weiter Richtung Kangaroo Valley. Grüne Hügel, volle Wasserfälle und tolle Wanderungen. Schnell wird entschieden, wo wir die nächsten zwei Tage unseres Road Trips von Sydney nach Adelaide verbringen wollen.

Vor der Abmahnung wegen der Drohne

Abmahnung wegen der Drohne

Dass der Tag mit einer Abmahnung wegen der Drohne endet, kann zu diesem Zeitpunkt noch niemand ahnen. Wir genießen die Fahrt ins Kangaroo Valley, die so auch im Bilderbuch hätte stehen können. Einen der vollen Wasserfälle finden wir schnell. Den Zugang zu ihm allerdings nicht. Der Hauptweg ist gesperrt. Chris lenkt unseren Van abenteuerliche Trampelpfade entlang. Doch siehe da, hier gibt es einen kleinen Wanderweg. Den Wasserfall hören wir schon, den werden wir schon finden. Weit weg darf er wirklich nicht sein, der Tag neigt sich nämlich bereits dem Ende zu.

Mein Tipp →

Bitte habt immer die Zeit im Blick. Mitten auf einer Wanderung von der Dunkelheit überrascht zu werden, ist in australischen Nationalparks wirklich keine gute Idee!

Über Stock und Stein, querfeldein laufen wir immer den Ohren nach. Siehe da: nach ca. 30 Minuten erreichen wir die Carrington Falls. Ich liebe solche Orte. Hier ist mal wieder niemand. Auf der anderen Seite sehen wir den eigentlichen Aussichtspunkt, der gesperrt ist. Hier stehen blöderweise Bauzäune – passt mal wieder nicht so gut in einen Nationalpark. Aber was soll’s: niemand ist da und wir stehen direkt über den Wasserfällen. Das Gute: wir befinden uns einige Kilometer von der Küste entfernt, hier ist es nicht mehr ganz so windig. Unsere erste Chance Drohne Sparky heraus zu holen. Wir sind ganz frische Drohnenpiloten, an eine Abmahnung wegen der Drohne, denken wir nichtmal ansatzweise.

Mein Tipp →

Seid schlauer als wir, schaut mal »bei Bina und Francis vorbei, die setzen sich intensiv mit dem Thema auseinander.

Ich bin noch ein wenig zurückhaltend beim lenken der Drohne. »Günstig war sie nicht gerade und sie dann meterweit über Schluchten fliegen zu sehen, ist mir nicht geheuer. Aber ja, dafür haben wir sie ja gekauft. Wir haben unfassbar viel Spaß. Endlich bekommen wir ganz andere Perspektiven. Zu lang können wir sie nicht fliegen lassen, es fängt bereits an zu dämmern. Gerade als wir Sparky wieder einpacken hören wir Schritte. „Hi Guys, how’s it going?“ Wir schrecken richtig zusammen. Wo zur Hölle kommt dieser Mann her? Hier war die ganze Zeit niemand und auch mit der Drohne konnten wir niemanden sehen. Der typisch australische Smalltalk geht los, bis der Herr mit der Sprache rausrückt. „Ich muss euch eine Abmahnung wegen der Drohne geben!“ Wie jetzt? Warum das denn? Wir sind sprachlos.

Zugegebener Maßen haben wir uns mit den Drohnen-Gesetzen vor unserem Road Trip wenig auseinander gesetzt. Unsere Sparky ist so klein und wir wollen doch sowieso nur da fliegen, wo absolut kein Mensch ist. Dennoch: hier stehen wir mit einer Abmahnung wegen der Drohne. Es stellt sich heraus, dass man in vielen australischen Nationalparks nicht fliegen darf, da man die Tiere stören könnte. Gut, das leuchtet generell ein aber ich habe ja eben auch die gegenüberliegende Baustelle erwähnt. Die stört die Tiere dann nicht oder wie? Naja, so oder so sollte man sich wohl etwas besser mit den Gesetzen auseinander setzten. Also hier nochmal mein Appell: »Schaut euch auf www.my-road.de um, Bina und Francis setzten sich intensiv mit dem Thema auseinander.

Abmahnung wegen der Drohne

Zweiter Campingplatz des Road Trips

Gott sei Dank gibt es zum jetzigen Zeitpunkt lediglich eine Verwarnung und noch keine finanzielle Konsequenzen. Fazit: wir müssen wirklich vorsichtiger sein. Gut, dass wir erst ganz am Anfang unseres Road Trips von Sydney nach Adelaide stehen, nun wissen wir Bescheid. Jetzt müssen wir uns aber beeilen noch vor der Dunkelheit zum Campingplatz zu kommen:

Hier essen wir erstmals im Van und nicht draußen. Unser Bett kann man nämlich ganz entspannt auch zu einem Tisch mit zwei Sitzbänken umfunktionieren. Kissen drauf, Kerze an, Essen auf den Tisch, fertig. Auch heute setzten wir uns natürlich in Ruhe hin um die Kostenübersicht zu erstellen.

Kostenübersicht Road Trip Tag 2

  • 3.80 Kaffee

  • 12 Campingplatz

  • 12 Lebensmittel


  • 27,80 Gesamtausgaben

Na so sehen die Kosten doch übersichtlich aus. Hoffen wir, dass es in den nächsten Tagen so weitergeht und es nicht noch eine Abmahnung wegen der Drohne gibt. Wann wir endlich aus dem Flugzeug springen können und wie wir die Wartezeit gestalten, zeigen wir im nächsten Beitrag. Eins ist sicher: es wird nicht langweilig.

Viele Grüße.

Eure Christina

»Ich bin Christina 

Schön, dass ihr mit mir nach Australien reist! Erlebt Down Under, seine Bewohner und ihre Geschichten durch meinen Blog. Profitiert vom Erfahrungswert meiner Australien-Experten und taucht ein, in die Schönheit des Roten Kontinents. 

2018-09-23T16:11:33+00:00

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