Zwei Wochen Down Under – langsam muss der Alltag in Australien beginnen. Kommen wir zur ersten Angelegenheit, die geklärt werden muss: Bankkonto. Ich will nicht sagen, dass die Banken in Australien genial sind – das sind sie wohl nirgendwo – aber immerhin hat man hier nicht das Gefühl, dass sie einem was verkaufen wollen.

Australisches Bankkonto

Wir sitzen bei der Commonwealth Bank um endlich unser australisches Konto einzurichten. Jeder ein eigenes Konto, so war es geplant. Die freundliche Bankberaterin weist uns allerdings darauf hin, dass die Konten nur für Studenten kostenlos sind. Sie schlägt uns ein geteiltes Konto vor: jeder bekommt seine eigene Bank-Karte, wir haben aber ein und dasselbe Konto. So würde ich als Nicht-Studentin 4$ Gebühren pro Monat sparen. Super, wir sind dankbar, dass sie uns auf diese Möglichkeit hinweist und lassen das Konto so einrichten. Sie schaltet uns direkt den Online Account frei und erklärt uns, dass vieles mittlerweile über eine App läuft, über die wir alles kontrollieren können. Cool, die Banken hier sind tatsächlich im 21. Jahrhundert angekommen. Die Karte wird uns innerhalb der nächsten Woche zugeschickt und dann sind wir: „Good to go!“ Angelegenheit eins für unseren reibungslosen Alltag in Australien abgehakt.

Um Geld auf unser neues Konto zu bekommen, müssen wir allerdings trotzdem einen Umweg gehen. Wir müssen mit unseren Kreditkarten Bargeld abheben (was Gott sei Dank kostenlos ist), um das dann wiederum auf das australische Bankkonto einzuzahlen. Alles andere würde zu viele Gebühren kosten. Dumm nur, dass meine Karte nach $2.000 gesperrt wurde und das obwohl ich meiner Bankberaterin in Berlin geschrieben und Bescheid gegeben habe, dass ich in der nächsten Zeit $500 pro Tag (das tägliche Limit) abheben werde. Sie sagte das sei kein Problem – zwei Tage später war die Karte gesperrt. Danke liebe Sparkasse! Sobald ich zurück in Deutschland bin, werde ich euch den Rücken zu kehren, so viel steht fest! Das gleiche Drama hatte ich damals nämlich schon in Kanada, weshalb ich sie diesmal vorgewarnt habe. Aber auch das bringt bei der guten alten Sparkasse nichts! Naja, mal schauen wie lang es diesmal dauert, die Karte entsperren zu lassen.

Nächster Schritt für unseren Alltag in Australien: 

Australische Sim-Karte für unsere Handys

Mein Tipp →

Wenn ihr zu 2. reist sollte einer Telstra und der andere Optus nutzen, so hat einer von beiden fast immer Netz!

Die Pre-Paid Karten hier sind denkbar einfach zu bedienen. Man zahlt $2 für die Karte und entscheidet sich dann online für einen „Mobile Phone Plan“. Man zahlt 30, 40 oder 50$ pro Monat und bekommt dafür gewisse Datenoptionen. Das ist bei Telstra und Optus ziemlich gleich und für uns reicht im Moment – wo wir sowieso meist W-LAN haben – der 30$ Plan. Da sind sogar 200$ International Calls drin – so kann ich z.B. meine Liebe Oma zu ihrem Geburtstag anrufen, ohne irgendetwas bezahlen zu müssen. Über eine App hat man sein Guthaben immer im Blick. Easy!

So können wir uns direkt dem nächsten wichtigen Punkt für unseren Alltag in Australien widmen: 

Tax File Number

„I’m sorry, das Tax Office ist vor einem Jahr umgezogen, sie haben die Adresse auf ihrer Website immer noch nicht geändert ich weiß, tut mir Leid!“ Großartig, wir sind tatsächlich umsonst 8km mit dem Fahrrad in die Stadt gefahren, um dann zu erfahren, dass sich das Steuerbüro jetzt gegenüber von Stockland befindet, was nur ein 10-Minuten Fahrradweg von uns Zuhause entfernt gewesen wäre. Tja, so ist das halt manchmal – That’s life! Wir machen das Beste draus und schauen uns endlich mal am Strand um, da waren wir bisher nur ganz am Anfang, als es noch super bewölkt war und man nicht wirklich viel gesehen hat. Zum Steuerbüro können wir später immer noch fahren.

Alltag in Australien - Townsville Harbour

Kleine Bötchen reihen sich im Townsville Harbour aneinander, dahinter Castle Hill, um uns herum grüne Parkanlagen und Bäume die aussehen, als kämen sie von einem anderen Planeten. Wow, das ist unser Zuhause für die nächsten vier Monate. Wir schließen unsere Räder an und schlendern über eine der grünen Wiesen, vorbei an den außerirdischen Bäumen. Nochmal wow, nein eigentlich WOW, WOW, WOW!!!!! The Strand begrüßt uns mit weißem Sand, glitzerndem Wasser und azurblauem Himmel. Dazu die zahlreichen Palmen und Magnetic Island im Hintergrund.

Alltag in Australien - Townsville Strand

Ich bin mittlerweile froh, dass das Steuerbüro umgezogen ist. Ich kann nicht anders, in dieses Wasser muss ich reinspringen, jetzt sofort. Wir sind jetzt seit fast zwei Wochen in Australien und waren noch nicht schwimmen also rein ins kühle Nass!

Mein Tipp →

Immer zwischen den rot-gelben Fahnen schwimmen, da ist der Life-Guard schnell zur Stelle!

Einfach nur herrlich, so lassen wir uns den Alltag in Australien gefallen! Nachdem unsere Badesachen getrocknet sind, meldet sich der Hunger. Kein Problem – den nächsten „Australian Burger“ gibt’s direkt nebenan am Pier. 10$ für einen Burger mit ein paar Chips – das ist sogar bezahlbar. Eine schönere Kulisse um seinen Burger zu verspeisen gibt es wohl nicht auf dieser Welt!

Alltag in Australien - Burger

 

Schweren Herzens reißen wir uns vom Strand los und machen uns auf den langen Weg zurück, diesmal zum richtigen Tax Office. Dort angekommen müssen wir nur ca. 10 Minuten warten bis uns ein freundlicher Beamter (ja, auch die Beamten hier sind freundlich) zum nächsten freien PC führt und uns erklärt, wie wir ganz easy unsere Tax File Number beantragen können. Das hat uns vielleicht 10 Minuten gekostet und er sagte uns, die Nummer würde uns in den nächsten 28 Tagen zugeschickt. Eine Woche später war die Nummer da. Einfacher geht’s nicht!

Mein Tipp →

Beantragt eure Tax File Number selbst und bezahlt keine Organisation dafür, dass sie es macht!

Australische Begegnungen

Am Donnerstag traf ich mich dann noch mit Sandra, mit der ich schon seit einiger Zeit auf Facebook schreibe. Sie ist zur gleichen Zeit in Townsville wie wir und wir verabredeten uns bereits in Deutschland für ein Treffen. Wir verbrachten einen entspannten Vormittag zusammen, als dem älteren Herren neben uns etwas herunter fiel. Sandra gab es ihm wieder doch er erwiderte, dass es für sie sei. Verdutzt schaute sie sich die Karte an und sah Folgendes:

Alltag in Australien - Bild

Völlig überrascht bedankte sie sich. Wir fingen an zu quatschen und er erzählte, dass er aus Melbourne sei und gern male. Auch mir malte er noch ein schönes Bild und lud uns beide nach Melbourne ein. Er sagte er fände es schade, dass so viele Touristen nach Melbourne kämen, sich einen Tag die Stadt ansähen und dann wieder verschwänden. So würden sie eine Menge Fotos sammeln aber hätten letztendlich keine Ahnung von der Geschichte der Stadt. Er sagte wenn wir kommen würden, würde er uns eine richtige Tour geben. Er würde mit uns in die Gebäude gehen und uns die Geschichte der Stadt er läutern. Auf die Rückseite meines Bildes schrieb er seine Kontaktdaten, betonte nochmal, dass wir uns wirklich melden sollen wenn wir in der Nähe wären und war dann genau so schnell wieder weg, wie er aufgetaucht war. Da saßen wir nun. Völlig verdattert. Wow, werden solche Begegnungen nun zu meinem Alltag in Australien gehören? Wir werden sehen.

Alltag in Australien - Künstler treffen

BBQ

Das war eine gute Woche! Wir haben unsere neue Heimat ein wenig erkunden können, haben alle Do-To’s abgehackt, haben tolle Menschen getroffen und können das erste Wochenende in Townsville verbringen – Letztes waren wir ja in Toomulla. Für Freitag stand direkt ein BBQ mit ein paar Kommilitonen von Chris an. Was soll ich sagen? Traumhafte Kulisse, coole Menschen, leckeres Essen und ein neu geschmiedeter Plan für den kommenden Tag.

Alltag in Australien - BBQ

Unsere große Liebe Maggie

Maggie, wir kommen! Maggie wird Magnetic Island genannt – die vorgelagerte Insel zu der man von Townsville aus nur 25 Minuten mit der Fähre braucht. Ein Ort, an dem man seinen Alltag in Australien gut hinter sich lassen kann. Kirsten und Ricardo, » die ebenfalls einen Blog schreiben, hatten einen kleinen Wandertrip dorthin geplant und fragen uns, ob wir mitkommen wollen. Klar wollen wir! Am Samstag Morgen um 10.30 Uhr geht’s los. Die frische Meeresbrise weht uns um die Nase und Maggie Island kommt immer näher.

In Nelly Bay gehen wir von Bord und der Inselvibe hat uns direkt umzingelt. Was ist es nur mit diesen kleinen Inseln? Irgendetwas haben sie an sich, das mich immer wieder zum staunen bringt. Ich glaube es ist diese „Laid-back Atmosphere“ diese Einstellung von wegen: „Ist mir doch egal was um mich herum geschieht, hier ticken die Uhren anders und ihr habt euch anzupassen.“ Ich liebe es einfach! Noch mehr Palmen als in Townsville, ich habe das Gefühl die Luft ist hier anders als in der Stadt. Die Geräusche noch intensiver. Man hört die Natur!

Pause vom Alltag in Australien

Wir entscheiden uns für die Wanderroute Nelly Bay to Arcadia. Der Satz: „…up a steady climb to the saddle of the ridge, with Nelly Bay on one side and Horseshoe Bay the other“ hat uns überzeugt. Hört sich nach traumhaften Aussichten an und genau so war es auch! Um die schöne Aussicht zu erreichen, mussten wir allerdings erstmal wieder den guten alten Dschungel durchqueren. Da wir morgens etwas in Eile waren, haben wir blöderweise unser Mückenspray vergessen. Niemand von uns Vieren hatte Mückenspray dabei. Fataler Fehler!

Mein Tipp →

NIEMALS das Mückenspray vergessen! NIEMALS!

Es surrte und summte, wir wedelten und klatschten und fluchten. Es führte kein Weg daran vorbei – wir mussten uns zerstechen lassen. Gut, dass einige der Maggie-Mücken Träger des guten alten Dengue Fiebers sind. Na toll – aber was sollten wir machen? Nun waren wir mitten drin im Dschungel. Also mussten wir irgendwie durch. Außerdem ist es ein wirklich geringer Prozentsatz von Mücken, die das Virus wirklich in sich tragen. Wir hoffen also nach wie vor das Beste! Bisher hat niemand von uns Anzeichen.

Magnetic Island Gruppe

Abgesehen von den Moskitos war es eine traumhafte Wanderung. Dickicht links, Ozean rechts. Ameisennester, Spinnen, Echsen, eine Schlange viele Felsen – auch viele riesige Felsen, wir fragten uns die ganze Zeit, wie die auf diese Insel gelangt sind. Bisher konnten wir uns diese Frage nicht beantworten, vielleicht kennt ja jemand von euch die Antwort?

Meine Frage →

Wie entstanden die zahlreichen Felsformationen auf Magnetic Island?

Für mich das Faszinierendste – der glitzernde Ozean, der immer wieder zwischen dem ganzen grün strahlend blau hervor blitzte. Immer wieder blieben wir stehen und schauten staunend durch das Dickicht. Das Sphinx Lookout lieferte nochmal einen traumhaften Blick über die südöstliche Seite der Insel. Obwohl der Blick selbstverständlich umwerfend war, fand ich die kleinen versteckten Aussichtspunkte, die sich immer wieder Platz zwischen dem dichten Grün schafften fast noch ein wenig charmanter.

Maggie Island Aussicht

Vom Lookout wanderten wir nochmal ca. 20 Minuten bergab, bis wir Alma Bay erreichten. Unsere verschwitzten, zerstochenen Körper sehnten sich so sehr nach dem kühlen Salzwasser. Nichtmal Zeit für Fotos oder ein kurzes Video ließen wir uns. Wir rissen einfach nur die durchnässten Klamotten vom Leib und stürzten uns in die Wellen. Ein kleiner Imbiss mobilisierte unsere Kräfte und gab uns Motivation nach den bekannten Rock Wallabies zu suchen. Sehr versteckt waren sie allerdings nicht. Sie ließen sich ohne Probleme zwischen Alma und Geoffrey Bay finden.

Baby Wallaby

Unsere ersten wilden Wallabies!!! Sooooo süß!! Eines hatte sogar ein kleines Baby Wallaby im Beutel. Unendlich flauschig, treu drein blickend mit ihren schwarzen Knopfaugen. Es ist natürlich kein Zufall, dass sie hier so zahlreich auftauchen. Ein Hinweisschild erklärte, dass die Insel ein unnatürlich hohes Wallaby-Vorkommen verzeichnet und man die Tiere deshalb nicht füttern sollte. Es ist einfach nicht natürlich. Kaum hatte ich das Zeichen gelesen, wies uns eine freundliche Amerikanerin darauf hin, dass man im Kiosk nebenan Futter für sie kaufen kann. Dem habe ich dann nicht mehr viel entgegnet und dachte mir meinen Teil. Kängurus und Wallabies gehören zum Alltag in Australien. Für uns Besucher sind sie etwas besonderes aber trotzdem:

Meine Bitte →

Füttert keine wilden Wallabies! Es macht sie abhängig von Menschen.

Nachdem wir uns vom Cuteness-Overload erholt hatten, wanderten wir die schöne Geoffrey Bay und danach die Magnetic Island Road entlang, die uns weitere Panorama-Ausblicke bescherte. Am Ferry Terminal fingen die beiden Pokémon Go Anhänger unserer Gruppe noch ein Nebulak und dann fuhren wir begleitet vom Sonnenuntergang wieder unserem neuen Zuhause entgegen.

Zurück zum Alltag in Australien

 

Mal schauen was die nächste Woche so bringen wird. Vorzugsweise einen Van…wir werden sehen.

Stay tuned!

Eure Christina

 

»Ich bin Christina 

Schön, dass ihr mit mir nach Australien reist! Erlebt Down Under, seine Bewohner und ihre Geschichten durch meinen Blog. Profitiert vom Erfahrungswert meiner Australien-Experten und taucht ein, in die Schönheit des Roten Kontinents. 

2017-08-08T12:21:10+00:00

6 Comments

  1. Olli 3. August 2016 at 11:55 - Reply

    Hach, ein schöner Beitrag. Ich bekomme richtig Fernweh, wenn ich die ganzen bekannten Bilder sehe. Wünsche euch viel weitehin viel Spaß 🙂

    • On Brink 4. August 2016 at 2:13 - Reply

      Danke Olli! Bald wollen wir auf die Whitsundays, da hast du mit deinen Fotos ja ordentlich Lust drauf gemacht 🙂

  2. Henry 4. August 2016 at 10:39 - Reply

    Warum sitze ich hier im bewölkten Berlin? Danke Euch dafür, über die Leichtigkeit des Seins zu philosophieren…werde wohl Koffer packen und dann up and away…richtet schon mal die Besuchercouch…und mein Tipp: Sonnencreme nicht vergessen!
    Weiterhin carpe momentum! Three Cheers for your blog! Henry

    • On Brink 4. August 2016 at 10:58 - Reply

      Go, go, go, Kofferpacken und los. Ein Zimmer ist hier noch frei, Bier im Kühlschrank und BBQ kann jederzeit angeschmissen werden. Auf geht’s! Unser Tipp: Mückenspray nicht vergessen 😛

  3. Paul 10. August 2016 at 14:26 - Reply

    Oh schön, da bekomme ich direkt Lust auf Work und Travel in Australien.

    Auch die Tipps wegen der Tax File Nr. usw. sind nützlich =).

    Viel Spaß noch!

    • On Brink 11. August 2016 at 6:19 - Reply

      Vielen Dank, Paul! Na dann auf, auf, Flug buchen und los geht’s 😉

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