Arbeiten in Sydney:

Ich habe es jetzt verstanden. Ihr möchtet uns nicht nur dabei zusehen wie wir Sydney und Umgebung erkunden, sondern auch mal erfahren, was wir eigentlich so im Alltag treiben. Verrückt, wie schwierig es eigentlich ist seinen normalen Alltag zu dokumentieren. Schonmal versucht die perfekte Kamera-Einstellung hinzubekommen, wenn die 100 Sandwiches innerhalb der nächsten Stunde abgeliefert werden müssen?

Respekt an alle Daily Vlogger auf jeden Fall!

Naja, fangen wir mal von vorne an:

Wir sind nach Sydney gezogen, weil Chris sein Pflichtpraktikum für’s Studium hier gefunden hat. Ein bezahltes Sales & Marketing Praktikum in Sydney. Das hörte sich erstmal nach dem Jackpot an und wir überlegten nicht lange unsere Flüge in die schöne Stadt zu buchen. Leicht war es auf jeden Fall nicht in Australien ein 5-monatiges Praktikum zu finden.

Chris Tipp →

»www.meinpraktikum.de – hier hat er seinen Praktikumsplatz in Sydney gefunden.

Für mich stand alles noch in den Sternen. Relativ pleite, keine Ahnung welche Art von Job ich finden könnte und mit dem Wissen in eine der teuersten Städte der Welt zu ziehen…grandiose Ausgangssituation. Am liebsten wäre ich »bei meinen kleinen Puppies in Darwin geblieben. Hier schien die Welt noch einigermaßen in Ordnung zu sein. Naja, Komfortzone verlassen und so. Das ist nicht nur regelmäßig während »unserer Farmarbeit passiert. Oder als »unser Van plötzlich aufgegeben hat und wir komplett umplanen mussten. Sondern eben auch jetzt. Auf nach Sydney – ohne Geld, ohne Wohnung, ohne Job.

Jobsuche ohne Handy

Erschwerend hinzu kam, dass wir beide ohne Handy unterwegs waren. Meines hat leider »in Indonesien den Geist aufgeben. Chris Handy hat seinen letzten Atemzug im feuchten Darwin getan.

Schonmal versucht zwei neue Handys zu kaufen, wenn man gerade sowieso kein Geld hat? Ne, wir auch nicht! Deshalb haben wir auch erstmal keine neuen gekauft. Allerdings: Schonmal versucht Job und Wohnung zu finden und sich in einer neuen Stadt zu orientieren? Ganz ohne Handy? Ne, wir auch nicht. Wir können es auch nicht gerade weiterempfehlen. Aber: Guess what?! Es hat funktioniert!

Da Chris Boss so freundlich war uns für die erste Nacht im Büro schlafen zu lassen, forderte er auch direkt eine Gegenleistung. Sieht so aus als würde unser Projekt: Arbeiten in Sydney schneller beginnen als uns lieb ist. Wir sind um 9 Uhr morgens (natürlich ohne geschlafen zu haben) gelandet. Chris fing um 10.30 Uhr an zu arbeiten. Seine Argumentation war, dass er ihn ja schonmal für Montag einarbeiten könne….gut.

Arbeiten in Sydney

Ich durfte mich den Tag über nicht im Büro blicken lassen – ist ja schließlich ein Büro. Raus also, in den Regen – Danke Sydney nochmal dafür. Sonst fast immer trocken aber bei unserer Ankunft schön die triste, regnerische Großstadt mimen. Bewaffnet mit Laptop und Regenjacke ging es ins nächste Café und auf Wohnungssuche. Gumtree und sämtliche Facebook Gruppen durchforstet und direkt zwei Besichtigungen abgestaubt. Immerhin! Also nichts wie los…aber wohin denn jetzt eigentlich genau?

Klickt euch nächste Woche wieder rein, dann gibt’s eine genauere Beschreibung, wie ich die Wohnungssuche ohne Smartphone bewältigt habe. Heute soll es ja erstmal um das Arbeiten in Sydney gehen.

Core Catering Sydney

Arbeit finden

Nachdem wir unser Zimmer in einer WG in Stanmore bezogen haben, habe ich mich zunächst auf den Weg nach Office Works gemacht um meinen Lebenslauf auszudrucken.

Mein Tipp →

Erstellt einen extra Lebenslauf für „Casual Jobs“.

„Casual Jobs“ sind Jobs, für die man keinen Vertrag unterschreibt, die nur vorübergehend sind und bei denen man stündlich bezahlt wird. Hier sind die langen, detaillierten Lebensläufe wirklich nicht wichtig. Ich habe einen ganz kurzen, knappen grafisch etwas schön hergerichteten Lebenslauf erstellt und er ist gut angekommen. Ich habe meinen Lebenslauf einfach in ein paar Cafés abgegeben. Die Frage, ob ich Erfahrungen im Kaffee-Machen habe, habe ich erstmal bejaht. Ich hasse es zu lügen aber ansonsten hätte mir mein Chef wohl kaum eine Chance gegeben. Beim Probearbeiten hieß es dann volle Konzentration. Ich musste schnell lernen, so viel war mir klar. Das Gute ist, dass der Chef einen ja normalerweise nicht einarbeitet. Die aktuelle Barista hat mir alles gezeigt und wir waren direkt auf einer Wellenlänge. Keine Sorge, das lernst du schnell“, meinte sie nur.

Cappuccino Core Café

Ich möchte hier niemanden animieren zu lügen, viele brauchen wirklich professionelle Baristas, die etwas von ihrem Handwerk verstehen. Da kann man sich natürlich nicht durch mogeln. In meinem Fall ist es aber ein sehr relaxtes Café, welches sich hauptsächlich auf Catering-Aufträge konzentriert. Dementsprechend sieht der Chef das Ganze nicht ganz so eng. Mein Glück, denn so habe ich wenigstens eine Chance bekommen und habe nach ein paar Tagen meinen ersten, trinkbaren Kaffee hergestellt.

Arbeiten in Sydney

Nach einem Monat als Barista wurde dann eine Stelle in der Küche frei. Ich habe direkt Interesse bekundet, denn täglich 8 Stunden mit einem Lächeln den noch so nervigsten Kunden bedienen, wäre dann für ein halbes Jahr lang doch nicht so mein Ding gewesen.

Nun heißt es Catering-Aufträge erledigen. Da mein Chef gute Kontakte hat, gehören Luis Vuitton und Dior zu den Stammkunden. Dementsprechende Qualität müssen wir natürlich abliefern. Obstplatten so herrichten, dass sie „instagrammable“ sind, Sandwiches so belegen und zurechtschneiden, dass sie fast zu schön zum essen sind, Süßkrams so drapieren, dass einem das Wasser im Mund zusammen läuft.

Fruit Platter Core Catering

Letztendlich ist der Job in der Küche anstrengender als vorne im Café. Arbeiten in Sydney ist – zumindest in meinem Fall – wirklich kein Kinderspiel. Oft herrscht hoher Zeitdruck und dann trotzdem alles noch perfekt vorzubereiten ist manchmal fast unmöglich. Dennoch muss es immer irgendwie klappen! Ich mag den Küchen-Job vor allen Dingen, weil ich viel dazu lerne. Einige Rezepte habe ich bereits stibitzt und auch die Fähigkeit Meat-Pies, Quiches usw. zu machen, kann mir keiner mehr nehmen.

Dessert Core Catering Sydney

Kündigung

Während ich sehr gute Arbeitserfahrungen in Sydney sammle, sieht es bei Chris nicht ganz so rosig aus. Letzte Woche kam er plötzlich nach 2 Stunden wieder nach Hause. Ich hatte an dem Tag frei und starrte ihn ungläubig an.

Ich hab’ gekündigt!

Chris hat sein Pflichtpraktikum für die Uni absolviert und auch alles unterschrieben bekommen. Dementsprechend ist es für ihn dann doch gut gelaufen. Es gab allerdings einige Differenzen zwischen ihm und seinem Boss. Sein Boss hat ihm zum Beispiel ohne gerechtfertigte Gründe Kommission abgezogen (was bei einem sowieso völlig unterbezahlten Praktikanten, der an Samstagen bis 23 Uhr am Telefon sitzt schon SEHR unfair ist). Dennoch lief es die ersten Monate gut und auch Chris konnte vor allem im Bereich Sales einige Erfahrungen sammeln. Immerhin weiß er jetzt, dass er niemals in dem Bereich arbeiten möchte.

Chris Tipp →

Lasst euch nicht alles gefallen!

Finanziell gesehen läuft es bei uns jetzt sogar besser als gedacht. Da mein Chef immer Leute braucht, konnte Chris direkt am nächsten Tag im Café anfangen und somit mehr Geld verdienen als bei seinem Praktikum. Das ist jetzt, kurz vor unserem geplanten Road Trip natürlich ideal.

Fazit zum Arbeiten in Sydney

Im Vergleich zu den ländlicheren Regionen Australiens, hat es uns Sydney was die Jobsuche anbelangt schon leichter gemacht. Tatsächlich haben wir beide sogar etwas mehr gearbeitet als uns lieb war. Vor allem ich hätte mich auch mit einer 30-Stunden-Woche zufrieden gegeben, stattdessen werden es des Öfteren mal 50-Stunden-Wochen. Auch diejenigen, die wir in Sydney kennen gelernt haben, hatten alle nach einigen Tagen Jobs. Im Moment scheint Sydney also eine gute Start-Position for ein Work & Travel Jahr zu sein.

Unser Tipp →

Work & Travel Sydney starten, für ein paar Monate arbeiten, Geld sparen und dann die Reise mit vollem Konto beginnen.

Bitte lasst uns wissen, ob wir eure Fragen zum Thema Arbeiten in Sydney soweit beantwortet haben. Ich hoffe, wir konnten euch einen einigermaßen guten Einblick geben. Bei »Women at Work sowie dem »Australien Backpackers Guide  habe ich auch schonmal zu unseren Arbeitserfahrungen in Australien geschrieben. Vielleicht ist da ja auch noch der ein oder andere Tipp für euch dabei. Alle weiteren Fragen, Anmerkungen und Sonstiges gern in die Kommentare! Einen ähnlichen Beitrag, nur zum Thema Wohnungssuche in Sydney, wird es dann Ende der Woche geben. Also wie immer: bleibt dran.

Fleißige Grüße,

Eure Christina

»Ich bin Christina 

Schön, dass ihr mit mir nach Australien reist! Erlebt Down Under, seine Bewohner und ihre Geschichten durch meinen Blog. Profitiert vom Erfahrungswert meiner Australien-Experten und taucht ein, in die Schönheit des Roten Kontinents. 

2017-08-09T13:33:56+00:00

2 Comments

  1. Henry 10. August 2017 at 10:15 - Reply

    Ihr Sweeties. sooooo toooolll…..bin wieder begeistert, immer eine Freude…..Danke für die Tipps, werde im kommenden Frühjahr wahrscheinlich auch einen Praktikanten haben und ordentlich ausnutzen….Sandwiches sowie Cappuccinos in kleinen Cafés werde ich künftig meiden… wer weiß schon, welcher freche Praktikant dies fabriziert hat …

    Wichtig finde ich, dass Ihr Eure Erfahrungen postet bzw. weitergebt….nur so kann vielleicht etwas verändert werden…leider scheint es so ziemlich überall so zu sein, dass „Human Ressourcen“ einfach schäbig bzw. .noch schlimmer ausgebeutet werden… gestern Artikel im Berliner Tagesspiegel über kambodschanische „Sklavenarbeiter“ in Thailand gelesen ! Lasst uns weiterhin versuchen, die Welt ein wenig besser zu machen.

    Ein Grund mehr Eure fantastischen Blogs zu genießen!
    Bussis aus dem lauten, nassen und chaotischen Berlin
    Henry
    PS: Schickt mal Euren Bürgermeister oder PM rüber…hier geht gar nichts mehr…

    • On Brink 11. August 2017 at 12:48 - Reply

      Schön das es dir/euch so gut gefällt. Eben, nur durch weitergeben von Erfahrungen lassen sich vielleicht manche Fallen und Arbeitgeber umgehen. Man verbringt einen Großteil seiner Zeit auf Arbeit und da sollte man keine Abstriche in Sachen Qualität machen! Wir können immer nur Schritt für Schritt versuchen die Welt zu einem besseren Ort zu machen, aber wir arbeiten fleißig daran :-).

      Liebe Grüße zurück und lasst es euch gut gehen!

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