Neuer Anfang. Nach einigen Tagen des Bibberns, ob wir nun ein Relocate Car bekommen oder nicht ist es sicher: wir haben eins! 11 Tage wissen wir nun zumindest, dass wir ein motorisiertes Fahrzeug unterm Hintern haben werden.

11 Tage des Fahrens und Entdeckens.

Da wir beim »letzten Versuch die Tablelands zu erkunden liegen geblieben sind, fängt unser Trip mit steilen Serpentinen an. Wohin sie führen? Na in die grünen Tablelands natürlich! Wir genießen es. Keine Sorge ums Auto – der schnittige KIA nimmt jeden Berg mit Leichtigkeit. Wir haben ein funktionierendes Radio und eine Klimaanlage. Ich muss zugeben: diese Art zu Reisen ist doch um einiges angenehmer als in unserem klapprigen Van!

Unser Road Trip Auto

Ich bin noch hin- und hergerissen ob es ein enormer Vorteil oder eher ein Nachteil ist aber wir haben absolut keine Ahnung was wir uns eigentlich ansehen wollen. Normalerweise habe ich vor meinen Reisen schon sämtliche Erfahrungsberichte, Blogs und Reiseführer durchforstet um mir ein Bild davon machen zu können, was ich denn nun sehen möchte.

Diesmal: absolute Planlosigkeit.

Als wir »im Norden von Cairns unterwegs waren, habe ich unsere zeitweise Planlosigkeit genossen. Diesmal aber für die ganze Route nicht wirklich einen Plan zu haben, macht mich eher unsicher. Na gut: Go with the Flow! Genieße den Tag und lebe den Moment.

Tablelands: Grün, grün, grün

Grüne Tablelands

Nach zwei Monaten im trockenen Charters Towers tut es so gut saftige Wiesen mit wohlgenährten Kühen zu sehen. Ich schreibe direkt meiner ehemaligen Farm-Familie. Sie grinsen, dass mir so etwas nun auffällt – früher hätte ich nie auf das Aussehen der Kühe geachtet.

Nach dem Stress der letzten Tage wollen wir unseren ersten Tag mit einer ruhigen Wanderung beginnen. Wir fahren zum Barrine Lake.

Barrine Lake

Das schönste am Barrine Lake ist die Ruhe, die er ausstrahlt. Es gibt ein kleines Teehaus am See, das leckere Desserts und natürlich Kaffee serviert. Das kleine Häuschen liegt so malerisch vorm glitzernden Wasser des Sees. Plötzlich schwimmt ein Pelikan vorbei und ich freue mich jetzt schon, hier nach der Wanderung einen Kaffee zu trinken.

Pelikan in den Tablelands

Die Wanderung an sich hat – außer schöne Blicke auf’s Wasser und zwei riesige Kaurifichten – nicht so viel zu bieten. Wer seinen Blutdruck aber mal wieder zur Normalität zurückholen und eine Weile keinem anderen Menschen begegnen möchte ist hier genau richtig. Wir brauchten ca. 1,5 Stunden für die See-Umrundung und dann wartete endlich mein köstlich duftender Kaffee auf mich.

Curtain Fig Tree

Für mich als Avatar Fan, ist es eindeutig der Baum der Seelen! So ein riesiger, außerirdisch aussehender Baum. Völlig verrückt, wie sich seine Äste, Wurzeln und Parasiten-Pflanzen (sorry, ich habe keine Ahnung von Biologie) ineinander winden. Niemand weiß, wie alt dieser Baum ist, man vermutet aber, dass er seit mindestens 500 Jahren hier stehen muss. Das Gewicht seines Blätterdaches wird auf 1.000kg geschätzt.

Baum der Seelen in den Tablelands

Mystisch.

Ist mal wieder das richtige Wort für diesen Ort.

Der perfekte Camping-Spot

Wer in Yungaburra/ am Lake Tinaroo unterwegs ist wird Schwierigkeiten haben, sich für einen Campingplatz zu entscheiden. Während es an der südlicheren Ostküste schwierig gestaltet überhaupt günstige Übernachtungsmöglichkeiten zu finden, hat man hier oben im Norden noch die Qual der Wahl. Über den Danbulla Forest Drive fahren wir von Yungaburra – wo sich der Baum der Seelen befindet – Richtung Lake Tinaroo. Die Straße ist niedlich und man fühlt sich mal wieder als wäre man der einzige Mensch dieses Planeten. Das Foto unten wird euch helfen, einen Überblick über die Campingplätze zu bekommen.

Als Erstes halten wir am School Point. Ernüchterung – den Seeblick hatten wir uns anders vorgestellt, also weiter! Der nächste (Kauri Creek) war laut der »Queensland Government Website voll, somit auf zum nächsten Campingplatz: Downfall Creek. Begeisterung!

Camping in den Tablelands

Welch ein traumhaftes Fleckchen Erde.

So malerisch, so ruhig, so wunderschön! Das Abenteuer kann also richtig beginnen. Wir mussten logischerweise das Meiste unseres Camping-Equipments im Van lassen. Unsere jetzige Ausstattung sieht also wie folgt aus:

  • das günstigste Zelt von K-Mart ($20)

  • 2 dünne Luftmatratzen zum selbst Aufpusten ($4 pro Matratze)
  • 1 Camping Cooker ($20)
  • 2 Schlafsäcke (geschenkt bekommen)
  • 2 Kissen (geschenkt bekommen)
  • 1 Topf, 2 Teller und Besteck für 2 Personen (geschenkt bekommen)

Campen in den Tablelands

Schaut man sich die anderen Camper in ihren ausgebauten Caravans und Utes an, fühlt man sich extrem unvorbereitet. Läuft man aber mit dem ganzen Zeug durch die Gegend, fühlt man sich im Vergleich zu den ganzen anderen Backpackern völlig überladen. Wir sind also irgendwelche seltsamen Hybrid-Australien-Reisenden.

Aufwachen im Paradies

Schlechte Ausstattung hin oder her. Das Aufwachen am nächsten Morgen kann ich nicht in Worte fassen: Schaut euch einfach das Video an und stellt euch vor, wie frei wir uns gefühlt haben, an diesem tollen Ort aufzuwachen.

Waterfall Circuit

Ich hab’ es schon des Öfteren erwähnt: ICH LIEBE WASSERFÄLLE!!! Jeder ist anders, jeder ist besonders. Ob die Sicht von oben, vorne, unten oder von mitten drin ist: sie ist immer faszinierend. Für Wasserfall-Liebende wie mich, sind die Tablelands quasi das Schlaraffenland!

Auch Folgendes habe ich schon mehrfach beschrieben: die weniger bekannten Orte, sind immer die Besten!

Während die Milla Milla Falls eine der meist fotografierten sind, waren sie für mich die Unspektakulärsten des Waterfall Circuit. Vermutlich liegt das auch daran, dass wir sie in der Trockenzeit gesehen haben.

Dennoch: die Ankunft an den Zillie Falls hat mir den Atem verschlagen.

Waterfall Circuit Tablelands

Das blieb bei den Milla Milla Falls irgendwie aus. Oben an der Kante der Zillie Falls zu sitzen und neben sich das Wasser in die Tiefe stürzen sehen und rauschen hören – grandios! Ich hätte hier den ganzen Tag sitzen können. Die Elinjaa Falls waren grandios, da man sein privates Wasserfall-Badeloch hatte. Das Wasser war ar***kalt aber es hat sich gelohnt ins kühle Nass zu springen und die Kraft des Wassers auf seinen Schultern zu spüren. Wieder einer dieser Freiheits-Momente! Die darauffolgenden Mungalli Falls hatten nach dieser Erfahrung wenig Chance uns zu begeistern.

Freiheit in den Tablelands

Mein Tipp →

Mungalli Falls auslassen, dafür mehr Zeit für die Zillie und Elinjaa Falls einplanen

Mamu Tropical Skywalk

Dieser Walk ist vor allem für Biologie-Interessierte spannend. Für uns war es lediglich ein nettes Gefühl, den Regenwald mal aus einer anderen Perspektive zu sehen. Der Aussichtspunkt am Ende des Walks war auch beeindruckend. Gelohnt hätte sich der Eintrittspreis an sich meiner Meinung nach aber nicht. Für uns war das Doppel-Ticket für den Skywalk und den Paronella Park, in dem wir an diesem Tag enden wollen, interessant. Da wir beide auch noch den Studenten-Rabatt bekommen haben, haben wir für den Skywalk nur minimal drauf gezahlt.

Nächster Stopp: Märchenland

Die Tablelands haben uns sowieso schon das Gefühl gegeben, ein extra Visa für’s Märchen- und Feenland zu benötigen. Nun soll es aber noch märchenhafter zugehen: wir werden die nächste Nacht im Paronella Park verbringen. Ein Park, der durch die Träume eines kleinen Jungen letztendlich in die Tat umgesetzt wurde…

Märchenhafte Grüße,

Eure Christina

»Ich bin Christina 

Schön, dass ihr mit mir nach Australien reist! Erlebt Down Under, seine Bewohner und ihre Geschichten durch meinen Blog. Profitiert vom Erfahrungswert meiner Australien-Experten und taucht ein, in die Schönheit des Roten Kontinents. 

2017-08-08T12:31:47+00:00

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