Der perfekte Tag? Den gibt es bei mir selten.

Ich bin ein Mensch, der viel zu viel nachdenkt und sich das Leben zugegebenermaßen auch oft schwer macht. Mein Vorsatz für 2017: ein bisschen an meiner Einstellung arbeiten! Ich bin wahnsinnig dankbar für alles, was ich erleben darf und bin mir bewusst, dass es vielen Menschen nicht möglich ist das Leben in der Art und Weise zu genießen. Trotzdem fallen mir regelmäßig Gründe zur schlechten Laune ein. Aktuell auf unserem Road Trip ist es zum Beispiel die finanzielle Knappheit.

Campen am Strand nachdenklich

Das Gedankenkarussell dreht sich…

Warum sehe ich so viele relaxte Backpacker, die monatelang in ihren Vans herumfahren? Warum musste unser Van aufgeben? Dadurch haben wir zu wenig Geld uns für längere Zeit einen Mietwagen zu holen und müssen jetzt die Ostküste herunter heizen. Die bekanntesten Ziele wie die Whitsundays und Fraser Island müssen wir aus Zeit- und Geldmangel weglassen. Wir sind super unvorbereitet und wissen eigentlich gar nicht was wir uns anschauen wollen – Andere planen so einen Tripp Monate im Voraus. War es die richtige Entscheidung sich jetzt auf Ach und Krach ein »Relocate Car zu holen? Hätten wir besser erst nach einem Job in Cairns suchen sollen und den Trip dann in Ruhe planen sollen? Hätte, hätte, Fahrradkette. Willkommen in meinem Alltag. Das Gedankenkarussell ist am Start!

Stopp!

Es gibt Dinge, die dieses Karussell stoppen und mir wieder Zeit geben nicht nur die vorbei rauschenden Probleme zu sehen. Es gibt Dinge, die dafür sorgen, dass ich auch den liebevoll gestalteten Freizeitpark namens Planet Erde um mich herum wieder wahrnehme:

Rauschen, verursacht durch sich brechende Wassermassen, 100.000.000.000 Sandkörner, die den Ort des Ankommens für eben diese Wassermassen schaffen. Exotische Lieder die durch Jahrtausende alte Baumkronen klingen und das Flattern der Flügel ihrer Produzenten.

Wenn diese machtvollen Geräusche der Natur das erste sind, was ich nach dem öffnen meiner verklebten Augen wahrnehme – dann stoppt das Gedankenkarussell. Campen am Strand ist meine Medizin!

Willkommen Paradies, ich wünschte ich könnte dich jeden Tag so intensiv wahrnehmen. Denn eigentlich leben wir doch alle in diesem als Wunder geschaffenen Ort.

Campen am Strand am Cape Hillsborough

Campen am Strand: Cape Hillsborough

Wo ist denn nun dieser wundervolle Ort, der mich so poetisch werden lässt? Cape Hillsborough! Hiermit sende ich einen ganz lieben Gruß an meine ehemalige Kollegin Kerstin, die mir diesen Ort wärmstens empfohlen hat. Kerstin: wir können dir nur beipflichten. Wir lieben es hier!!!

Mein Tipp →

Aufwachen am Strand: An Smalleys Beach Camping Area.

»Vergesst nicht euren Spot vor zu buchen! Wir haben unser Auto zwar auch nur kurz geparkt und haben das Zelt dann an den Strand getragen, trotzdem ist es immer besser einen Spot sicher zu haben. Wir hatten nämlich eine kurze Auseinandersetzung mit einem wahnsinnig „freundlichen“ Franzosen, der sich darüber echauffierte, dass wir um 21 Uhr abends mit einer Taschenlampe auf „seinem“ Platz leuchteten und ihn somit geweckt haben. Angeblich hatte auch er genau diesen Stellplatz gebucht.

Bei der Kulisse war die Auseinandersetzung aber schnell vergessen und wir schlüpften in unsere vier Zeltwände mit großer Vorfreude auf den nächsten Morgen. Das Rauschen der Wellen und das Zwitschern der Vögel holen mich schließlich ganz sanft aus dem Schlaf. Die müden Augen werden ganz schnell ganz groß: weißer Sand und glitzerndes Meer direkt vor uns. Campen am Strand ist Luxus pur!

Campen am Strand ist Luxus

Ich liebe es!

Während Chris noch schlummert kann ich nicht anders. Ich muss raus aus dem Zelt und raus an den Strand! Gibt es einen besseren Weg als den Tag mit einem ausgedehnten Strandspaziergang zu starten? Außer einem Angler, der seinem Sohn versucht beizubringen zappelnde Fische an Land zu ziehen, begegnet mir niemand.

Must-Do Wanderung

Der bekannteste Strand am Cape Hillsborough ist wohl der Kangaroo Beach. Fährt man vom Smalleys Beach dorthin, kommt man an einem Mangrove Boardwalk vorbei. Falls ihr keine interessierten Biologen seid fahrt einfach weiter. Die halbe Stunde hätten wir uns sparen können. Ich bin mir sicher, dass es viele interessante Insekten und Vögel zu beobachten gab aber wenn man sich nicht auskennt, ist dieser Boardwalk nicht wirklich lohnenswert.

Mein Tipp →

Traumhafte Wanderung: Andrews Point Track

Die Wanderung, die ihr auf keinen Fall verpassen solltet ist der Andrews Point Track. Wir haben diesen Track mit einem Walk rüber zu Wedge Island verbunden. Hier kann man nur bei Ebbe rüber laufen, seid also am besten morgens am Kangaroo Beach, um von dort rüber laufen zu können.

Wandern am Cape Hillsborough

Vom weißen Kangaroo Beach wechselt die Szenerie plötzlich zu einer schwarzen Stein-Landschaft. Das Wissen, dass dieser Weg schnell durch das zurückkommende Wasser abgeschnitten werden kann, ist doch etwas beunruhigend und lässt uns etwas schneller laufen. Auf Wedge Island angekommen versprühen kleine Bambushütten am Strand ein gewisses Robinson Crusoe Feeling. Uns kribbelt es kurz in den Zehen die Insel weiter zu erkunden und einer der Felswände hochzuklettern. Mir reicht allerdings ein kurzes Robinson Crusoe Feeling, ich möchte nicht unbedingt tiefer in die Materie eintauchen. Die Bambushütten sehen mir nicht unbedingt nachttauglich aus….

Andrews Point Track

Was gibt es da zu sagen? Traumhafte Ausblicke, Regenwald, Schildkröten…ich lasse die Bilder mal für sich sprechen:

Die Sache mit den Kängurus

Was ist denn nun mit den Kängurus am Kangaroo Beach? Unser Glück mit Tieren – außer Schildkröten – hält sich ja generell eher in Grenzen. Natürlich lassen sich auch die Kängurus NICHT bei uns blicken. Um die kleinen Viecher zu Gesicht zu bekommen, solltet ihr zum Sonnenaufgang oder -Untergang dort sein. Ich bin allerdings nicht sicher, ob man zu der Uhrzeit dann nach Wedge Island wandern kann. Überlegt euch einfach, was euch am wichtigsten ist. Nach fast einem halben Jahr in Australien war es für uns jetzt nicht sonderlich schlimm, an diesem Strand keine Kängurus anzutreffen. Wir haben bereits einige der hüpfenden Zeitgenossen vor die Linse bekommen.

Einsamer Traumstrand

Ich kann mich gar nicht mehr erinnern, was uns veranlasst hat in Sarina zu stoppen. Bei mir war es glaube ich der Wunsch nach einem guten Kaffee am Strand.

Was soll ich sagen?

Der perfekte Strand

Einen besseren Ort, hätten wir uns nicht aussuchen können. Fahrt dafür nicht an den Hauptstrand Sarina Beach sondern haltet am kleinen Sarina Beach Store. Dort kommt ihr automatisch vorbei, wenn ihr über die Sarina Coast Road in das Örtchen hinein fahrt. Holt euch dort einen Kaffee und überquert die Straße. Schon blickt ihr auf glitzerndes Wasser mit hübschen Bötchen die sanft auf den Wellen zu schweben scheinen. Auf der anderen Seite schmiegen sich architektonisch liebevoll gestaltete Villen an einen grünen Hügel. Es sieht traumhaft aus! Ein kleiner Walk am Wasser entlang führt zu einer perfekt gerundeten Bucht. Es gibt einige Orte, die mich direkt in ihren Bann ziehen und dieser gehört definitiv dazu! Hier zu sitzen und die Szenerie zu bestaunen sorgt für 100.000 aktive Glückshormone, die durch meine Venen zischen.

Campen am Strand: Carmila Beach

Als wäre dieser Tag nicht schon perfekt genug gewesen, haben wir für die Nacht einige der wenigen freien Campingplätze gefunden, die lediglich eine kleine Parkgebühr von $10 verlangen. Wieder befinden wir uns direkt am Meer – das Campen am Strand hat noch kein Ende. Ich bin im Himmel! Als wir den – wiedermal – langen weißen Sandstrand entlang laufen, entdecken wir den rot schimmernden Feuerball, der links von uns untergeht. Tatsächlich kommen wir genau in der richtigen Minute um die letzten magischen Momente des Sonnenuntergangs einzufangen.

Campen am Strand - Carmila Beach

Welch ein Glück!

Dieser Tag hat mein Gedankenkarussell vollends gestoppt und mir gezeigt, dass ich öfter das große Ganze sehen sollte, anstatt mich mit meinen kleinen Problemchen aufzuhalten.

Also, Vorsätze für 2017: glücklich und dankbar sein – der Rest kommt dann von ganz allein!

In diesem Sinne,

Eure Christina

»Ich bin Christina 

Schön, dass ihr mit mir nach Australien reist! Erlebt Down Under, seine Bewohner und ihre Geschichten durch meinen Blog. Profitiert vom Erfahrungswert meiner Australien-Experten und taucht ein, in die Schönheit des Roten Kontinents. 

2017-08-08T12:32:49+00:00

10 Comments

  1. Gianna 10. Januar 2017 at 8:26 - Reply

    Wow – einfach nur Wow – ich bin sprachlos, denn ich bin noch am Strand… warte, das kann noch etwas dauern…..

    • On Brink 10. Januar 2017 at 14:47 - Reply

      Haha, vielen Dank Gianna! Nimm dir so viel Zeit wie du brauchst 😉

  2. Anke 10. Januar 2017 at 10:39 - Reply

    Wow – da kann ich mich Gianna nur anschließen. Aber Campen wird einfach nie mein Fall werden!

    • On Brink 10. Januar 2017 at 14:48 - Reply

      Ich dachte das tatsächlich auch aber Australien macht es einem leicht es dann doch zu mögen…

  3. Josy 10. Januar 2017 at 14:49 - Reply

    *träum* hach, jetzt bin ich so richtig schön in Urlaubsstimmung. Ich schau gleich mal, was unser Budget für den nächsten Urlaub so sagt 😊 Sehr schöne Bilder, die zum Entspannen und Träumen am Strand einladen.

    Ich grüble auch manchmal zuviel und vergesse mich einfach zu entspannen und den Urlaub zu genießen.

    liebe Grüße aus dem nassen und kalten Köln
    Josy von http://www.dasfraeuleinwunder.de

    • On Brink 10. Januar 2017 at 14:56 - Reply

      Vielen Dank 🙂 Ja, ich glaube das Gedankenkarussell kennen tatsächlich viele – irgendwie müssen wir es gemeinsam bekämpfen!

  4. Conny 15. Januar 2017 at 13:46 - Reply

    Hallo ihr zwei,

    Was für wundervolle Eindrücke, man bekommt einfach Fernweh , wenn man das sieht.
    lasst euch bloß nicht die Laune verderben,durch unnötiges Grübeln.
    Irgendwie seid ihr in einem wahren Paradies,genießt es in vollen Zügen.
    Wenn ich mir unser Wetter und den täglichen Stress im Job ansehe, dann würde ich sofort mit euch tauschen.
    Genießt und behaltet diese Eindrücke in euren Herzen!
    Macht weiter so, freue mich schon auf den nächsten Beitrag.
    Alles Liebe aus dem verschneiten und eisigen Berlin,
    Arno und Conny
    All

    • On Brink 21. Januar 2017 at 8:35 - Reply

      Hey ihr Lieben!
      vielen Dank für eure schönen Worte! Wir lassen uns nicht unterkriegen auch wenn es manchmal schwierig ist, so habt ihr absolut recht, wir sind immer noch im Paradies 🙂 (meckern auf ganz ganz hohem Niveau ist das :D).
      Schnee kann man sich hier ebenfalls nur noch schwer vorstellen, aber an manchen Tagen würde man sich über ein paar Minuten Kälte oder eine frische Brise freuen!
      Wir sind gerade auf einer kleinen Insel in Indonesien deshalb kommt der nächste Beitrag erst in einer Woche aber wir versprechen weiterhin fleißig zu berichten!

      Liebste Grüße aus Nusa Penida in die Heimat 🙂
      grüßt auch alle fleißig von uns!

  5. Wuppies 9. Februar 2017 at 11:42 - Reply

    Moin Chrisis,

    ich kann mich den Worten von Conni nur anschließen. Ihr macht alles richtig, aber manchmal gehört das Grübeln einfach dazu. Du / Ihr macht das schon.

    Wenn ich die Bilder mit unserem Winterurlaub in Oberstdorf vergleiche: 1 m Schnee im Tal, zwischen -15 und -22 Grad und eine kaputte Heizung als Willkommensgruß daheim (nur 13 Grad). Aber selbst ausgesucht. War auch schön, aber Eure Bilder überzeugen mich da doch etwas mehr.

    Bleibt Ihr jetzt in Indonesien? Gibt’s schon konkrete Pläne oder auch ein bißchen den Tag genießen und schauen was kommt?
    Wir gönnen es Euch aus vollem Herzen.

    Bis bald und fühlt Euch gedrückt
    Die Wuppies

    • On Brink 10. Februar 2017 at 8:10 - Reply

      Hey Wuppies,

      an Winter geschweige denn Winterurlaub ist hier wirklich nicht zu denken :o. Ich glaube bei -15° würden unsere hitzeverwöhnten Körper direkt den Geist aufgeben. (Uns ist schon bei 15°+ kalt und wir ziehen die Pullis an). Trotzdem zweifle ich keine Sekunde daran, dass Ihr trotzdem eine gute Zeit hattet!!

      Wir waren jetzt einen Monat in Indonesien (traumhaft einfach nur traumhaft dieses Land) und sind jetzt aber wieder zurück in Australien. Chris fängt am 1.3. ein Praktikum in Sydney für 6 Monate an und danach haben wir keine Pläne. Aber 1-2 Wochen Vietnam auf dem Weg zurück sind ziemlich sicher, da ein Freund von Chris dort gerade arbeitet. Der Rest bleibt uns selbst auch noch verborgen ;).

      Vielen lieben Dank, schöne Grüße und bis bald!

      Die Chrissis

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