Ein Tag am Cape Tribulation. Wir haben unser australisches Paradies gefunden!


Cape Tribulation Camping

Das ist mir wirklich noch nie passiert! Normalerweise bin ich immer auf der Suche. Auf der Suche nach grandiosen Orten an denen wir die Nacht verbringen können. Vorzugsweise natürlich mit Strandlage. Habe ich so einen Ort gefunden, koste ich ihn voll aus und nutze den Strand bis spät am Abend. Wache ich morgens auf, ist das erste was ich mache die frische Meeresbrise einatmen, wie z.B. an »Elli’s Beach.

Diesmal war alles anders.

Versteckter Beach am Cape Tribulation

Fast hätten wir keinen Schlafplatz mehr gefunden. »Unsere Ankunft bei „Cape Trip Camping“ war also erst kurz vor der Dunkelheit. Was uns dabei entgangen ist? Unsere direkte Strandlage! Wir schliefen tatsächlich neben dem Strand und ich hatte keine Ahnung.

Naja, während wir am nächsten Morgen auf den Kaffee warteten … und warteten ….und warteten (die Uhren drehen sich hier oben noch etwas langsamer) wurde uns klar, dass sich ein absoluter Traumstrand direkt neben uns befindet. Ein bisschen hinter Palmen versteckt, finden wir ihn und lassen uns von seiner Schönheit begeistern.

Ich weiß.

Cape Tribulation Myall Beach

Ich rede sehr viel von Traumstränden und wir haben auch schon viele gesehen, vor allem auf der Fahrt zwischen »Cairns und Port Douglas. Dennoch: dieser hier steigt ganz easy auf Platz 1 der schönsten Strände, die ich je gesehen habe – und das waren einige! Aber ganz langsam.

Erst noch ein paar praktische Tipps für das Überleben am Ende der Welt:

Mein Tipp →

Ladet eure PowerBanks vor der Ankunft auf!

In Cape Trib kommt der Strom aus Generatoren, da springt hier und da die Sicherung schon raus, wenn man sein Handy aufladen möchte. An PowerBanks ist da nicht zu denken!

Mein Tipp →

Gebt euren Lieben Bescheid, dass ihr eine Weile nicht zu erreichen seid.

Sogar mit Telstra hatte ich wenn überhaupt nur sehr spärlichen Empfang. Hauptsächlich hieß es:

Kein Netz

Gut, jetzt könnt ihr euch in Ruhe auf diesen ruhigen Fleck Erde einlassen. Ich weiß, an Orten wie diesen sollte man seine doch manchmal ungeduldige Art und Weise zurücklassen aber eine halbe Stunde auf meinen Kaffee zu warten, war mir dann doch etwas zu viel. Die Lust auf frischen Kaffe war dann doch nicht so groß, als das ich so viel Zeit mit herumstehen verbringen wollte.

Oh Myall Beach, du unfassbare Schönheit

Chris und ich machten uns also auf den Weg zum Cape Tribulation Lookout. Der Weg führt an dem wunderschönen Myall Beach entlang, an dem unser Campingplatz liegt.

Der Weg ist das Ziel.

Es ist vermutlich der schönste Strandspaziergang, den wir je gemacht haben.

Wie im Bilderbuch sammeln sich kleine Schäfchen-Wolken an den grünen Hängen, die bis zum schneeweißen Strand herunter reichen. Das tiefblaue Wasser schimmert in der Sonne und man weiß gar nicht, worüber man als erstes Staunen soll. Nach einer Weile erreichen wir einen kleinen Fluss, der direkt aus den Mangroven kommt und im Meer mündet.

Mein Tipp →

Macht diesen Spaziergang ausschließlich Morgens.

Am Nachmittag geht das Wasser zurück – auch wenn uns das freundliche Mädel an der Rezeption gesagt hat, ab 15 Uhr komme die Flut und der Fluss sei unpassierbar.

Vermutlich kommt die Flut am Abend.

Als wir am Nachmittag zurückliefen, war jedenfalls Ebbe und das Wasser wich so weit zurück, dass sämtliche Steine zu sehen waren. Am Morgen sah es also ein bisschen mehr nach Bilderbuch aus.

Cape Tribulation Liebe

Kurz nach dem Fluss gibt es einen ganz kleinen Weg, der ein Stück durch den Regenwald führt, um dann das Cape Tribulation Lookout zu erreichen. Jeder der schon einen Strandspaziergang am endlosen Sandstrand hinter sich hat weiß, dass es gar nicht so leicht ist die Orientierung zu behalten. Long Story Short – es hat einige Zeit gedauert, bis wir den kleinen Pfad durch den Wald gefunden haben.

Aber, wir haben es geschafft!

Cape Tribulation Beach und Lookout

Er führte uns erst durch den Wald und dann zum Besucher-Parkplatz. Da sträuben sich mir ja generell schon die Haare. Ein riesiger Parkplatz mit Bussen und Info-Schildern kommt einem nach zwei Stunden am einsamen Strand brutal vor. Dementsprechend kurz gestaltete sich unser Besuch des Lookouts und auch des Cape Tribulation Beaches.

Chris am Cape Tribulation Beach

Es ist ein wunderschöner Strand. Die Mangroven wachsen wirklich bis ins Meer hinein. Die regelmäßig anhaltenden Tour-Busse – gern auch gefüllt mit unseren asiatischen Freunden, die den Strand für 15 Minuten mit bunten Sonnenschirmen schmücken – stören die Idylle aber doch enorm.

Schnell zurück zum Myall Beach.

Auf dem Rückweg hat Chris sich noch kurz die typische „Wild Wine Narbe“ eingefangen.

Mein Tipp →

Im Regenwald bitte immer in der Mitte des Wanderweges bleiben.

Läuft man ein bisschen am Rand – wie Chris – übersieht man schnell den herunterhängenden, grünen Wein. Dieser hängt wie eine mit Dornen versehene Liane von den Palmen und ebnet sich gern den Weg in Richtung menschlicher Haut.

Zurück am Myall Beach finden wir unsere Gruppe – die einige Zeit nach uns los gelaufen ist (ihre Kaffee-Lust war stärker) – wieder. »Ricardo macht genau das, worüber wir auf dem Hinweg nachgedacht haben. Er klettert die Felsen am Rande des Strandes hoch. Nichts wie hin da – ich wittere ein Lookout, das sich mehr lohnt als das gerade besuchte.

Blick auf Cape Tribulation

Wie Recht ich hatte!

Oben angekommen können wir Myall Beach in seiner ganzen Schönheit beobachten. Das Wasser ist glasklar und der einzige andere Mensch den wir sehen ist ein Angler, der direkt unter uns ein paar Fische an Land zieht.

Schildkröte!!!

Das ist das einzige Wort, was neun Sprachlose Deutsche bei dieser Kulisse noch heraus bekommen. Als wäre dieser Ort an sich nicht schon schön genug, tauchen unter uns mindestens zwei – ich glaube es waren sogar mehr – Schildkröten fröhlich auf und ab.

Schildkröte am Cape Tribulation

Das ist wieder einer dieser Momente.

Abschalten, Hier-Sein, das Jetzt genießen! Ich habe keine Ahnung, wie die Cape Trib Tagestouren gestrickt sind aber eines ist klar, an diesen Ort führen sie nicht. Allein dieses Wissen reicht mir, um mal wieder einen Grund gegen vorgefertigte Touren zu haben.

Das Ende der Welt

Hier geht’s nicht weiter!

Wir können das Cape Tribulation natürlich nicht verlassen, ohne am nördlichsten Punkt gewesen zu sein. Glücklicherweise gibt es hier auch ein herrlich kühles Wasserloch, in dem man ohne Gefahren schwimmen gehen kann.

Hier muss ich jetzt unbedingt etwas klar stellen. Fährt man zu besagter Stelle, kommt folgendes Schild:

4WD Vehicles Only Past this Point

Vorher lässt man also seinen Wagen stehen und läuft an diesem Schild vorbei. Der Grund, warum andere Autos nicht weiter fahren können lässt sich schnell erkennen, man läuft nämlich auf einen kleinen Bach zu, der mitten über die Straße führt. Viele denken, dass dieser Fluss das Wasserloch ist. Wir haben uns gewundert, warum Croc Warnschilder dort stehen, wo doch alle meinten, das Wasserloch sei gefahrlos zum schwimmen zu gebrauchen.

Achtung →

Hier seid ihr noch nicht am Wasserloch angekommen!

Zum Wasserloch führt ein ganz kleiner Weg, den ihr auf der (von Süden kommend) linken Straßenseite findet. Er führt unter einen umgestürzten Baumstamm durch. Hier läuft man ungefähr 15 Minuten, um zu einem verwunschenen Wasserloch zu gelangen, das für Krokodile nicht zu erreichen ist.

Die Wurzeln eines massiven Baumes ragen ins Wasser.

Seine Äste stellen die perfekte Halterung für ein Seil da. Dieses wird von Chris natürlich prompt genutzt, um ins Wasser zu springen. Das Wasser ist – im Gegensatz zur Temperatur des Meerwassers – herrlich erfrischend. Hier kühlen wir unsere Körpertemperatur wieder herunter und lassen den Nachmittag ausklingen.

Chris am Ende der Welt

Abschied

Nun müssen wir uns endgültig von unserer Gruppe verabschieden. Dadurch, dass ich bereits am Samstag in Charters Towers sein muss, während alle anderen noch bis Montag Zeit haben zurück nach Townsville zu fahren, sieht unsere restliche Strecke etwas anders aus. Ich hoffe, alle noch das ein oder andere Mal in Townsville zu sehen, bevor alle wieder getrennte Wege gehen.

Wohin verschlägt es uns denn als nächstes?

Ich hatte ja im »letzten Beitrag verraten, dass ich mich ein wenig in das Daintree Village verliebt habe. Tja, genau dort, zieht es uns jetzt auch wieder hin. Es ist nicht weit weg aber zumindest den Fluss haben wir dann schonmal hinter uns. Am heutigen Tag waren wir also am für uns nördlichsten Punkt Australiens. Wir denken nämlich nicht, dass wir während unserer Zeit hier die Northern Terretories zu Gesicht bekommen werden. Dementsprechend, werden wir diesen faszinierenden Kontinent niemals weiter nördlich sehen als jetzt gerade – naja zumindest nicht in absehbarer Zeit. Aber wer weiß.

Es kommt ja sowieso immer anders als man denkt. Genau das, mussten wir in etwas anderer Hinsicht auch am folgenden Tag feststellen….

Liebe Grüße,

Eure Christina

»Ich bin Christina 

Schön, dass ihr mit mir nach Australien reist! Erlebt Down Under, seine Bewohner und ihre Geschichten durch meinen Blog. Profitiert vom Erfahrungswert meiner Australien-Experten und taucht ein, in die Schönheit des Roten Kontinents.