Was nun?

Entschuldigt die Funkstille! Ich hatte es angemeldet: aufgrund der Farmarbeit, konnte ich mich nicht wirklich bei euch melden. Was in den letzten Wochen dann allerdings alles passiert ist hat letztendlich dazu geführt, dass ich überhaupt keine Zeit mehr gefunden habe, euch auf dem Laufenden zu halten.

Damit alle auf dem gleichen Stand sind gibt es jetzt erstmal das Zwischenstand-Video für euch, das ich Anfang der Woche für meine YouTube und Facebook-Follower hochgeladen hatte:

Bei so vielen überraschenden Neuigkeiten könnt ihr vielleicht verstehen, dass der Blog kurzzeitig ruhen musste. Damit ist jetzt aber Schluss. Heute habe ich die volle Info-Dröhnung für euch:

Pause von der Farm

Die grausame »Geschichte mit Dusty habt ihr ja noch mitbekommen. Ihr könnt euch vorstellen, dass ich nach dem Vorfall froh war, ein wenig Abstand von der Farmarbeit zu gewinnen. Die Familie hat mir übrigens nicht die Schuld für Dustys Tod gegeben, was ich zunächst befürchtet hatte. Dennoch werde ich diesen schlimmen Tag in meinem Leben nicht mehr vergessen. Chris genauso wenig: man muss sich schließlich nicht alle Tage darum kümmern, was mit einem toten Pferde-Körper passieren soll. 

Chris hat in der Zwischenzeit seine letzten Klausuren in Townsville geschrieben und ist zu mir auf die Farm gezogen. Ein bisschen Farmarbeit für kostenloses Wohnen – so der Deal.

Chris bei der Farmarbeit

Um ein wenig Abstand zu den Ereignissen zu gewinnen, haben wir uns jedenfalls ein Wochenende frei genommen und sind zurück nach Townsville gefahren. Dort haben wir schließlich immer noch nicht alles gesehen!

Grüne Oase Pallarenda

Wir waren »schonmal in Pallarenda und von der Schönheit dieses ruhigen Flecks Erde, 15 Minuten von Townsville entfernt, begeistert. Vor allem den Wanderweg, der tolle Panoramablicke verspricht, wollten wir uns nicht entgehen lassen.

Worauf also noch warten?

Mit »Luen und Anna geht es auf ins Grüne. Durch Luen entdecken wir allerlei exotische Gewächse: eine Frucht ist mit fluffigem Inhalt gefüllt. Kissen-Fanatiker Chris ist begeistert! Über Stock und Stein führt der schmale Wanderweg und der erste Aussichtspunkt lässt nicht lange auf sich warten.

Pause von der Farmarbeit

Der Pallarenda Conservation Park erstreckt sich vor unseren Füßen. Im Hintergrund selbstverständlich – wie fast immer in Townsville – die kleine Schwester vom Uluru: Castle Hill. Davor schimmert der blaue Pazifik. Dieses Bild werde ich wohl für immer im Kopf haben, wenn ich an Townsville denke. Wir wandern weiter in Richtung Gipfel des Mt. Marlow.

Hier kommen Panorama-Blick-Liebhaber wie ich so richtig auf ihre Kosten.

Magnetic Island taucht in ihrer gesamten Schönheit vor uns auf. Auf solchen Wegen könnte ich ewig wandern, auch wenn der Schweißfilm langsam den gesamten Körper belagert – das ist es wert!

Oben auf dem Gipfel begrüßt uns eine angenehme Brise. Hier verweilen wir ein wenig, bevor Captain Schweiß beim Abstieg dann endgültig die Schlacht gewinnt.

Mt Marlow Pallarenda

Billabong Sanctuary

Hungrige Krokodile, schläfrige Koalas und süße Kängurus

Nach 4 Monaten in Townsville, wollen auch wir endlich Sehenswürdigkeit #1 der Stadt erkunden: das Billabong Sanctuary. Ich bin weder Fan von Zoos noch von Zirkussen aber mit dem Billabong Sanctuary verhält es sich ähnlich wie mit dem »Reef HQ: sie tun auch Gutes! Verletzte Wildtiere werden ins Billabong gebracht um dort wieder aufgepäppelt zu werden. Je nach Situation werden die Tiere entweder wieder frei gelassen oder sie führen ein geschütztes Leben im Sanctuary.

Koala im Billabong

Mit verschiedenen Shows wird der Tag hinreichend gefüllt. Mal sind die Koalas dran, mal ein Wombat, mal Reptilien. Die typischen Koala- und Wombat Fotos, die man so kennt kann man nur gegen einen Aufpreis machen. Unserer Meinung nach gab es aber auch ohne Aufpreis genügend Foto-Möglichkeiten.

Schlange im Billabong

Monster der Flüsse und Meere

Schonmal ein 4,5 Meter großes Krokodil direkt unter euch nach oben schnellen sehen? Nein?! Glaubt mir: wenn ihr das einmal seht, nehmt ihr sämtliche Krokodil-Warnschilder des Landes deutlich ernster als vorher! Besonders beängstigend:

Man sieht das Riesen-Reptil überhaupt gar nicht!!

Das Wasser ist nur wenige Meter tief und wir haben das Krokodil erst dann gesehen, als es bereits nach dem Essens-Köder schnappte. Extrem beeindruckend und beängstigend!

Croc im Billabong

Townsville Shines

Für uns hat das Wochenende mal wieder gezeigt, wie wohl wir uns die gesamte Zeit in Townsville gefühlt haben! Die Stadt hat so viel zu bieten und sie war definitiv unser Zuhause am anderen Ende der Welt!

Vergessene Schönheit: Ravenswood

Roter Sand, Kühe am Wegesrand und ganz viel Sonne. Wieder gönnen wir uns einen Ausflug als Abwechslung zur Farmarbeit – diesmal zu einem Ort, von dem wir vorher nie gehört haben: Ravenswood. Unser Farmer Robert hat uns den Tipp gegeben. Ravenswood hat eine große Gold-Mine – dadurch wuchs die Bevölkerungszahl der Stadt zu ihren besten Zeiten auf 4.500. Wie in so vielen anderen australischen Städten auch, hielt der Gold-Rush nicht lange und die Menschen verließen Ravenswood wieder.

Resultat: Geisterstadt.

Farmarbeit Pause in Ravenswood

Angeblich gab es mal um die 30 Pubs – heute sind genau 2 übrig geblieben. Die Atmosphäre ist…einsam! Alles was man hört ist das stetige Zirpen der Grillen. Menschen begegnet man wenigen. Die zwei alten Pubs/ Hotels versprühen den Charme der einstigen Goldgräberstadt.

Ravenswood

Hauptattraktionen – außer die bizarren Szene der verlassenen Stadt – sind der Blick in den durch die Miene entstandenen giftgrünen See sowie ein riesiger aus Quartz bestehender Felsen. Die weißen Steine blinken so wundervoll in der Sonne und ich habe fast das Gefühl, auf Diamant gestoßen zu sein.

Mine Ravenswood

Burdekin Dam

Nochmal 80km weiter befindet sich der beeindruckende Burdekin Dam. Auf der Fahrt dorthin begegnet man nicht vielen anderen Autos. Etwas beeindruckend, vor allem wenn der Motor seines Vans überheizt (das Drama bahnte sich bereits an). Naja, an diesem Tag hat Daggy es noch geschafft. Wir erreichten die riesige Wand des Damms.

Besonders beeindruckend fand ich die Aussichtsplattform. Auch ohne Höhenangst bekam ich beim Blick nach unten Gänsehaut.

Burdekin Dam

Mein Tipp →

Nehmt euch ein gutes Picknick mit!

Unser Plan war es, mit Blick auf den Damm ganz in Ruhe eine Kleinigkeit zu essen und zu trinken. Bei so einem Ausblick sollte es doch ein entsprechendes Panorama-Café geben oder etwas nicht?

Nein!

Dummer, europäischer Gedanke! In Australien gibt es nicht überall wo es schön ist Cafés! Was es allerdings wirklich überall gibt: BBQ’s! Tja, die mögen ja schön aussehen, bringen allerdings herzlich wenig, wenn man nicht vorbereitet ist! Für uns ging es also hungrig zurück nach Charters Towers.

 

Ende der Farmarbeit

Robert ist wirklich der liebste Mensch dieser Welt. Uns die Nachricht zu übermitteln, dass er das Zimmer in dem wir wohnen demnächst braucht, viel ihm sichtlich schwer. Der Grund ist allerdings mehr als nachvollziehbar. Sein verstorbener Bruder lebte auf dem gleichen Grundstück wie seine Eltern. Robert musste in den letzten Wochen zusehen, wie seine Eltern den Tod ihres Sohnes einfach nicht verkraften. Die beginnende Weihnachtszeit machte diesen Umstand nicht gerade besser.

Resultat: Robert holt seine Eltern für eine Weile zu sich ergo, wir müssen ausziehen.

Nach 2 Monaten Farmarbeit fühlte ich mich ziemlich ausgelaugt und müde. Roberts Nachricht kam mir also ganz gelegen, so musste ich die Entscheidung zu gehen nicht irgendwann selbst treffen. Was natürlich niemand ahnen konnte war, dass 3 Tage nachher, der Van aufgibt.

Wir wollten unsere letzte Weihnachtspost verschicken, mussten also die halbe Stunde ins Örtchen fahren. Soweit so gut.

Auf dem Rückweg schoss unsere Motor-Temperatur komplett nach oben. Das kann doch gar nicht sein: noch in Ravenswood hatten wir 4 Liter Kühlflüssigkeit nachgefüllt. Wir warten und warten und warten. Der Motor kühlt etwas ab, wir fahren weiter – ohne Erfolg. Die Temperatur ist direkt wieder oben.

Schwere Entscheidung

Wir können einfach nicht mehr. Ständig ist etwas mit dem Van und ständig stecken wir Geld hinein. Es reicht! Wir entscheiden uns Daggy auf der Farm zu lassen.

Notfallplan

Ein Hoch auf den Greyhound-Bus: dieser bringt uns nach Cairns. Warum Cairns? Weil wir unbedingt noch die Tablelands sehen wollen und weil es in Cairns die meisten Relocate-Cars gibt: eine günstige Möglichkeit Autos für die Vermietungsfirmen von einer Stadt in die andere zu fahren.

Nein: beim Verlassen der Farm wussten wir noch nicht, ob wir ein Auto bekommen oder nicht. Diese Fahrten sind nämlich sehr beliebt. Aber: wir hatten Glück und befinden uns nun „On the Road“!

Abschied

Der Abschied von der Farm fiel uns beiden schwer. Alle sind uns ans Herz gewachsen. Ich bin ja immer besonders anfällig was Tiere anbelangt. Wenn ich an mein Lieblingspferd Nicky und meinen kleinen Puppy Lilly denke, kommen mir immer noch die Tränen. Auch die Kids waren extrem traurig in den letzten Tagen. Sie malten uns Abschiedsbilder und auch sie bekamen kleine Erinnerungen von uns.

Abschied Farmarbeit

Wir sind so dankbar für alles, was wir in den letzten 2 Monaten erlebt und gelernt haben. Für uns Stadtkinder war ungefähr ALLES neu. Es war eine aufregende, lehrreiche und emotionale Zeit, die wir beide niemals vergessen werden.

Neues Kapitel

Was jetzt? Ich kann diese Frage nur für die nächsten Tage beantworten: Road Trip! Wir leben den Moment und versuchen nicht zu sehr in die Zukunft zu denken. Ihr seid erstmal auf dem neuesten Stand. Wer mir fleißig bei »Facebook und »Instagram folgt, bekommt schon erste Eindrücke von unserer Reise. Ausführliche Berichte gibt es dann beim nächsten, guten WLAN.

Vielen Dank für eure Geduld und ganz, ganz liebe Grüße von der Ostküste

Eure Christina

»Ich bin Christina 

Schön, dass ihr mit mir nach Australien reist! Erlebt Down Under, seine Bewohner und ihre Geschichten durch meinen Blog. Profitiert vom Erfahrungswert meiner Australien-Experten und taucht ein, in die Schönheit des Roten Kontinents. 

2017-08-08T12:31:21+00:00

9 Comments

  1. Isabel 11. Dezember 2016 at 13:44 - Reply

    Wieder mal ein schöner Beitrag von dir! Auch wenn es einige Tiefs gab. Dafür gab es ja aber auch Höhen wo von ihr zehren könnt. ☺
    Wünsche euch aber jetzt erstmal eine schöne Zeit auf eurem Roadtrip und wenn ihr Silvester auch in Sydney seit, könnt ihr ja mal Bescheid geben. 🙂 Wir sind zu der Zeit dann nämlich auch dort. 🎉
    Liebe grüße,
    Isabel

    • On Brink 15. Dezember 2016 at 8:52 - Reply

      Liebe Isabel, vielen Dank für deine lieben Worte! Wir versuchen auch einfach positiv zu bleiben und uns an dem Schönen zu erfreuen, was wir erleben dürfen! Aii, da verpassen wir uns ja knapp, wir werden Silvester nicht mehr in Sydney sein, kommen aber morgen an. Ihr seid nicht zufällig schon dort?

      Viele Grüße, Christina

  2. Isabel 15. Dezember 2016 at 13:07 - Reply

    Oh schade! Wo geht es denn danach für euch hin? Habt ihr schon Pläne?
    Wir sind bis Sonntagmorgen noch in Perth. Dann geht’s auf Tour Richtung Adelaide und ab Adelaide haben wir einen Campervan womit wir bis nach Sydney fahren müssen in 4 Tagen, um eben Silvester dort zu sein. 😃🙈
    Also wenn ihr dann irgendwo zwischen Sydney und Adelaide seit in der Zeit, vielleicht trifft man sich dann ja mal da. 😉

    Viele grüße zurück
    Isabel

    • On Brink 20. Dezember 2016 at 9:18 - Reply

      Ai, na da habt ihr ja auch einen guten Road Trip vor euch 🙂 Wir werden ein ganz ruhiges Weihnachten in Darwin verbringen um danach eine Weile das Land zu verlassen. Mehr wird dann bald verraten. Macht euch eine wunderschöne Zeit in Sydney und erstmal: gute Fahrt!

  3. Wuppies 28. Dezember 2016 at 14:07 - Reply

    Na Hi.

    Ihr seht, wir kämpfen uns durch. Obwohl „kämpfen“ ist hier der falsche Ausdruck.

    Viele schöne Eindrücke. Mir (W.) hat am Besten das mit den Krokodilen gefallen. Aber bei Euren Bildern scheint sogar Farmarbeit Spaß zu machen.

    Ihr macht alles richtig, was auch Euer Satz „Wir leben den Moment und versuchen nicht zu sehr in die Zukunft zu denken.“ ganz deutlich aussagt.

    Bis bald
    Wuppies

    • On Brink 29. Dezember 2016 at 14:21 - Reply

      Wir sehen ihr kommt voran, ihr geht jetzt aber rückwärts vor oder? Ansonsten wäret ihr ganz schön schnell. Wir wünschen weiterhin viel Spaß beim Verfolgen, Videos am besten auf grooooooßem Bildschirm schauen 😉 Liebe Grüße

  4. Wuppies 29. Dezember 2016 at 16:39 - Reply

    Erst die Aktuellsten aus Dezember und dann fangen wir ab Juni an.
    So schnell sind wir nicht mehr in unserem Alter. 😉

    Waren heute mit Yvonne beim Arzt, hat sich eine Grippe aus Berlin mitgebracht! Hoffentlich nicht Sylvester zu zweit. 🙁

    Wünschen Euch einen tollen Übergang ins neue Jahr.

    LG

    • On Brink 30. Dezember 2016 at 9:25 - Reply

      Haha, alles klar, es soll ja auch nicht in Stress ausarten 😛 Oh nein, gute Besserung an Yvonne! Hoffentlich verzieht sich die Erkältung schnell!

      Vielen Dank, euch auch einen Guten Rutsch!!!

  5. […] Beitrag zur Farmarbeit ist zwar sehr lang aber er zeigt einfach so gut, dass das Leben meistens macht was es will. Man […]

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