Kunst, Kultur und ganz viel Natur. Tolle Batik-Muster, noch mehr tolle Orte in Townsville und ein Natur-Paradies 15 Minuten von der Stadt entfernt. Wir sind lange noch nicht fertig mit der Erkundung der Townsville Region.

Batik-Session

Ein bisschen rot hier, ein bisschen blau dort, die perfekte Spirale und ganz viele Bänder. Zwischendurch wird nach mehr Wein gefragt – wichtig für den Kreativitäts-Flow – dann wird wieder mal die Farbtube umgeworfen. Worüber schreibe ich hier eigentlich? Über eine Batik-Session auf unserer Veranda mit fünf Mädels. Ein sehr lustiger Abend, an dem zunächst das perfekte Muster und die dazugehörige Binde-Technik recherchiert und später über die Rolle der Frauen in der Gesellschaft diskutiert wird. Farb- und Themenmix sind bunt und die Zeit vergeht wie im Flug.

Batik-Session in Townsville

Die Früchte unserer Kreativität können wir allerdings erst am nächsten Tag ernten. Die Farben müssen nämlich mindestens acht Stunden lang einziehen. Dementsprechend beenden wir den Abend um 1 Uhr und schicken uns am nächsten Morgen gespannt die jeweiligen Ergebnisse. Fazit: wir wollen mehr! Die Farbmuster sehen genial aus und wir sind uns alle einig, dass so ein kreativer Abend bald wiederholt werden muss.

Batik-Mädels

Pläne


Während die letzten Wochenende immer schon verplant waren, hatten wir an diesem Wochenende einfach mal gar keinen Plan. Auch schön, denn so können wir mit unserem Van Townsville weiter erkunden. Die Barracks und Ethno Gardens haben wir uns zum Beispiel noch nicht in Ruhe angeschaut. Es wird Zeit mal etwas über die Geschichte des Landes sowie die Kultur der Ureinwohner zu lernen. Außerdem fehlen uns noch zwei botanische Gärten auf unserer Townsville-Liste und auch am Strand, waren wir schon viel zu lange nicht mehr.

Kultur der Ureinwohner

Was mich an den Ethno Gardens besonders fasziniert hat waren die Geschichten und Mythen, an die die Aboriginal People glauben. Zum Beispiel erklären sie sich die Form der Küste, die Lage der Inseln und Flüsse durch die Riesenschlange „Gabul“, die von Norden kam und die Region so geformt hat, wie sie heute ist. Für die Schönheit dieser Landschaft waren die „Seven Sisters“ verantwortlich. Frauen spielen eine sehr wichtige Rolle in der Kultur der Ureinwohner, deshalb gehen sie davon aus, dass sie es sein mussten, die die Schönheit auf die Erde brachten.

Ich denke über die Kultur der Ureinwohner nach

Verwundert hat mich auch die Geschichte des ersten Kontaktes zwischen Ureinwohnern und Europäern. Immer wieder muss ich mir bewusst machen, wie jung Australien eigentlich ist. James Cooks „Endeavour“ segelte erstmals 1770 an der Küste Townsvilles vorbei – allerdings ohne anzulegen. Erst Jahre später – 1819 – betraten Europäer die Küste.

Das ist erst knapp 200 Jahre her!

1864 begann der Bau des heutigen Townsvilles und leitete die Verdrängung der Aboriginal People ein. Die traurige Geschichte dieser Menschen berührt mich immens. Wieso schaffen es wir „weißen Menschen“ innerhalb von 150 Jahren die eigentlichen Eigentümer dieses Landes – die hier seit 50.000 Jahren leben – zu vertreiben und an den Rand der Gesellschaft zu drängen? Warum soll die Kultur der Ureinwohner und ihre Lebensweise weniger wert sein als die Europäische?

1. Begegnung mit der Kultur der Ureinwohner

Wir laufen durch die Gärten, das glitzernde Meer und Maggie Island immer im Hintergrund. Hinweisschilder geben das Wissen der Aboriginal People über Pflanzen und Tierwelt wieder. In solchen Situationen muss ich immer daran denken, wie es hier wohl ohne uns Europäer aussehen würde.

Wir würden in diesem Moment nicht hier entlang laufen, soviel steht fest.

Allerdings wäre das ursprüngliche Leben der eigentlichen Australier dann noch zu sehen, was man heutzutage nicht mehr behaupten kann. Sie bekommen einen kleinen Garten wie diesen, an dem einige Informationen gegeben werden und über die Kultur der Ureinwohner berichtet wird. Ob hier jemals ein Ureinwohner durch gelaufen ist?

Eingetaucht in die Kultur der Ureinwohner

Ein kühles Bad im Ozean verdrängt meine Gedanken – ändern kann die Geschichte sowieso niemand mehr. Ich nehme mir aber vor, mich über die Kultur der Ureinwohner zu belesen und versuche dankbar zu sein. Dankbar, dass ich überhaupt hier sein kann.

Queens Gardens


Nach einer ausgiebigen Pause am Strand, wird es mal wieder Zeit für einen botanischen Garten. Die »Anderson Gardens haben wir uns bereits vor Wochen angesehen. Heute ist der Queens Garden dran. Dieser ist sehr viel übersichtlicher, reizt aber mit dem allgegenwärtigen Castle Hill im Hintergrund. Der liefert immer einen guten Hintergrund auf Fotos.

Chris in den Queens Gardens

Pallarenda


Abends überlegen wir uns, was am folgenden Tag anstehen soll. Ein völlig freies Wochenende hat ja schon seinen Reiz! Wir entscheiden uns, endlich mal nach Pallarenda zu fahren. Das befindet sich nur 15 Minuten von Townsville entfernt und war mal eine Quarantäne-Station. Der darum liegende Cape Pallarenda Conservation Park ist wunderschön und bietet zahlreiche Wanderwege.

Pallarenda und die Kultur der Ureinwohner

 

Zahlreiche Schmetterling-Arten, bunte und laute Vögel, Riesenspinnen, Frösche in allen Variationen und sogar ein Adlernest durften wir auf unserer Wanderung erspähen. Nicht nur das Artenreichtum der Tiere begeistert uns hier.

Schmetterling in Pallarenda

Die Landschaft ist ein absoluter Traum! Genau so stelle ich mir Neuseeland immer vor. Da hatte ich es vor mir: mein Mini-Neuseeland. Tiefgrüne Wiesen, durchzogen von kleinen Seen. Im Hintergrund – wie fast immer – Castle Hill, der uns bewusst macht, dass wir nur 15 Minuten von Townsville entfernt sind. Ich liebe das an Australien: man fährt nur ganz kurz aus der Stadt heraus und fühlt sich, als sei man mitten im Nirgendwo.

Das Gezirpe und Geschnatter um uns herum könnte intensiver nicht sein.

Da wir wandernder Weise zum ersten Mal nur zu Zweit unterwegs sind, bin ich dankbar über die deutlichen Trails und Hinweisschilder. Verloren gehen können wir hier nicht.

Kuss in Pallarenda

Wir lassen uns viel Zeit, um das grüne Paradies zu erkunden. Uns wird klar, dass wir beide sehr verliebt in diese Landschaft sind. Es ist einfach nochmal etwas ganz anderes, als was wir bisher gesehen haben. Schnell wird klar, dass wir ganz bald hierhin zurück kommen wollen. So viele Trails warten darauf, von uns entdeckt zu werden.

Mein Tipp →

Die wahren Schätze Australiens stehen nicht im Reiseführer!

Pallarenda Beach


Verlässt man den Conservation Park, wartet der endlose Pallarenda Beach auf all die qualmenden Füße. Wir kühlen sie dankbar ab und lauschen den Kookaburras, die sich mal wieder anhören, als könnten sie sich vor Lachen nicht halten. Was gibt es schöneres, als nach einer Wanderung in traumhafter Natur, die Abendsonne am endlosen Sandstrand zu genießen? Maggie Island liegt direkt vor uns – es scheint als könne man locker mal rüber schwimmen. Auf der anderen Seite färbt sich Castle Hill in der Abendsonne noch roter, als er sowieso schon ist.

Down Under Momente wie diese, genieße ich immer ganz besonders.

Ciao Pallarenda

Ein weiterer Tag im traumhaften Australien neigt sich dem Ende zu. Mal sehen, welche Überraschungen das Land in den nächsten Tagen für uns bereit hält und wo unser Van uns noch so hinführen wird.

Eure Christina

»Ich bin Christina 

Schön, dass ihr mit mir nach Australien reist! Erlebt Down Under, seine Bewohner und ihre Geschichten durch meinen Blog. Profitiert vom Erfahrungswert meiner Australien-Experten und taucht ein, in die Schönheit des Roten Kontinents. 

2017-08-08T12:26:28+00:00

2 Comments

  1. Bine 13. Oktober 2016 at 12:23 - Reply

    Nach Australien will ich schon seit meiner frühen Jugend, doch leider hat es bis heute nicht geklappt. Aber irgendwann wird es, dass weiß ich mit Sicherheit. Aktuell ist es für da Jahr 2018 vorgemerkt, mal sehen, ob es dabei bleibt 😉 Der Ethno Park würde mich auf jeden Fall auch sehr interessieren. Seitdem ich so sehr an diesem Kontinent interessiert bin, faszinieren mich ebenso dessen Ureinwohner. Ein Buch, was ich dir dazu sehr empfehlen kann ist „Traumfänger“ von Marlo Morgan. Es handelt von einer weißen Frau, die die Ehre bekommt 3 Monate lang auf eine spirituelle Reise mit den Aborigines durchs Outback zu gehen. Für mich war es ein sehr fesselndes und erkenntnisreiches Buch, was einen guten Einblick in die Kultur der Ureinwohner gibt.

    • On Brink 14. Oktober 2016 at 3:24 - Reply

      Ich drücke ganz doll die Daumen, dass es 2018 klappen wird! Vielen Dank für die Buchempfehlung, davon habe ich schon öfter gehört. Das muss ich mir jetzt wirklich mal kaufen.

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