Freiheit, der Fahrtwind weht durch unsere Haare, die Musik ist laut aufgedreht. Nord Queensland ist wunderschön: rechts von uns das Meer, unzählige menschenleere Strände auf der Strecke. Wir haben kein konkretes Ziel. Wir lassen uns treiben. Das Road Trip Feeling hat uns eindeutig gepackt…

Überwältigt in Nord Queensland

Planlos aber glücklich machen wir uns – noch ein bisschen verträumt von unserem wunderschönen Morgen an »Elli’s Beach – auf den Weg. Grobes Ziel: Douglas. Wir sind froh, Nord Queensland relativ planlos zu bereisen.

Mein Tipp →

Nehmt euch VIEEEEEEL Zeit für die Strecke zwischen Cairns und Port Douglas!

Warum? Weil jeder, der diese Strecke nur nutzt um von A nach B zu kommen einiges verpasst!

Immer am Meer entlang, hatten wir das Gefühl am liebsten alles filmen zu wollen. Auch haben wir es absolut genossen die Freiheit zu haben, überall anhalten zu können wo wir wollen. Man kommt an zig Traumstränden vorbei. Die meisten scheinen keinem Touri bekannt zu sein und sind somit menschenleer.

Mein Tipp →

Zielt nicht nur auf die bekannten Orte wie Palm Cove und Port Douglas ab. Haltet zwischendurch an, dort findet ihr die wahren Traumstrände!

Als Europäer ist es für uns manchmal nach wie vor unverständlich, wie es so viele lange, weiße Sandstrände in Nord Queensland geben kann, die leer sind. Höchstens ein paar einsame Jogger sind zu beobachten. Ich liebe es im Schatten der Palmen zu sitzen und das Gefühl zu haben, die einzigen Menschen auf dieser Welt zu sein.

Palmen in Nord Queensland


Vor unserer Reise haben wir von vielen gehört, dass die Ostküste absolut überfüllt und viel zu touristisch sei.

Wir sollten so schnell wie möglich an die Westküste reisen. So der Tenor.

Hier in Nord Queenslands, kann ich das aber ganz und gar nicht bestätigen! Die touristisch massiv vermarkteten Orte und Strände sind selbstverständlich etwas voller. All die, die lediglich auf der Strecke zwischen bekannten Orten liegen, findet man meist menschenleer und einfach nur traumhaft vor.

Chris in Nord Queensland

Unterwältigt in Nord Queensland

Ich hatte das Problem des langsam „Verwöhnt-Seins“ bereits im »letzten Beitrag erwähnt. Mir ist das auch absolut bewusst aber versetzt euch in unsere Situation: wir flattern – naja okay sagen wir eher knattern – mit Van Daggy durch die Gegend. Das gute Gefährt bringt uns überall dorthin, wo wir möchten.

Wo wir generell hin möchten?

An verträumte, ruhige Orte. Da sind wir dann und lassen das Natur- und Farbspiel auf uns wirken, bis wir uns danach fühlen weiter zu fahren.

Einsamkeit in Nord Queensland

Kommen wir dann an einen der touristisch bekannteren Orte, haben wir eine gewisse Erwartungshaltung an diese. Schließlich haben wir so viele unbekannte Orte gefunden, von denen uns zuvor kein Mensch etwas erzählt hat und die waren sooo atemberaubend!

Dann müssten uns doch die so hoch angepriesenen Orte erst recht aus den Latschen hauen, oder?

Kommt man dann aber an und sieht plötzlich LIEGEN und SONNENSCHIRME, die man für einen Tagespreis mieten kann, fühlen wir uns doch ein wenig „underwhelmed“. So nennen es die Australier gern – eben das Gegenteil von „overwhelmed“, was überwältigt bedeutet. Leider ging es uns ein bisschen so mit dem „Four Mile Beach“ in Port Douglas. Wir fühlten uns ein wenig unterwältigt.

Blöderweise verpasst!

Was wir leider verpasst haben ist die Aussichtsplattform in Port Douglas. Von dort hat man einen traumhaften Blick auf die gesamte Länge des Strandes. Wir waren ehrlich gesagt zu faul, es war so heiß und voll, dass wir es ausgelassen haben. Hinterher habe ich mich ein wenig geärgert und heraus gefunden, dass man auch hätte hoch fahren können.

Tja, Planlosigkeit bedeutet eben manchmal auch Unwissenheit.

Mein Tipp →

Lasst euch nicht abschrecken und steigt die Treppen zu Beginn des „Four Mile Beach“ hoch, ihr werdet mit einer traumhaften Aussicht belohnt.

Port Douglas

Versteht mich nicht falsch: Port Doulgas ist ein süßes, kleines Örtchen in Nord Queensland. Wir haben einen schönen Nachmittag dort verbracht. Man bemerkt eben einfach, dass viele Touristen herkommen, was ja auch absolut in Ordnung ist. Das hat auch Vorteile, wie zum Beispiel sehr deliziöse „Meat Pies“, eine große Auswahl an Souvenirs und leckerem Eis direkt am Strand. Wir sind es nur einfach nicht mehr gewohnt die schönen Orte mit so vielen teilen zu müssen.

Port Douglas Nord Queensland

Bitte stellt euch jetzt keine Strände in Calla Ratjada während der Hochsaison vor, so voll wird es hier wohl niemals werden. Im Vergleich zu den zuvor gesehenen, einsamen Stränden fühlte es sich dann aber eben doch etwas voll an.

Rex Smeal Park

Richtig, richtig genossen habe ich diesen tollen Park. Ein toller Blick auf’s Meer, eine schöne Atmosphäre und genügend BBQ’s für alle.

BBQ in Nord Queensland

Woolworth ist nicht weit, somit konnten wir bequem für ein frisches BBQ einkaufen. Hier haben wir den Tag richtig schön ausklingen lassen.

Wiedersehen in Mossman

Vielleicht habt ihr euch zwischendurch gefragt, wo unsere Gruppe eigentlich geblieben ist. Dadurch, dass wir unseren »Schnorchel- bzw. Tauchtrip bereits am Samstag hatten, mussten wir uns kurzfristig von der Gruppe trennen. Ein Wiedersehen war in Mossman geplant – ein verschlafenes Örtchen direkt neben Port Douglas.

Der Campingplatz war nichts besonderes aber bezahlbar und wir hatten einen schönen Abend.

Reinfall: Mossman Gorge

Weiterhin planlos überlegten wir am Morgen, was wir uns anschauen wollen. Die Hauptattraktion in Mossman ist Mossman Gorge. Ich weiß immer noch nicht genau was es ist. Eine Schlucht, ein Wasserloch, irgendetwas schönes im Regenwald von Nord Queensland. Als wir am Ausgangspunkt ankamen, sind wir einstimmig auf der Fußmatte wieder umgekehrt.

Warum?

Es roch nach absoluter Touristen-Abzocke.

Die Touren mit den Ureinwohnern durch das Gebiet sollten über $100 pro Person kosten. Möchte man das nicht machen, muss man 40 Minuten in der prallen Sonne an einer Straße entlang laufen, um das Gebiet zu erreichen oder man nimmt – wie überraschend – den Shuttle-Bus für $9 pro Person.

Niemals!

Was mich noch an dem ‚fancy‘ Touristen-Zentrum gestört hat? Am Info-Schalter saßen weiße Australier, während der einzige Ureinwohner, den ich gesehen habe die Toiletten geschrubbt hat. Das wollen sie dann als heiliges Land der Ureinwohner verkaufen, über das wir Besucher mehr lernen können?

Mich würde es EXTREM interessieren, wie viel die Ureinwohner für die geführten Touren bekommen.

Zurück zur schönen Seite des Lebens

Unser Nachbar in Townsville – der ebenfalls Chris heißt – hat uns den „Newell Beach“ in Mossman empfohlen. Er sagte, dass wir wenn dann ein paar Einheimische treffen werden, er aber nie viele Leute an diesem Strand gesehen hat. Das hört sich gut an! Noch ein menschenleerer Strand in Nord Queensland – das schreit nach einem Gruppen-Fotoshooting!

Gruppe in Nord Queensland

Das kleinste Dorf, was ich je gesehen habe

Nachdem wir den halben Tag am Newell Beach verbracht haben, machten wir uns auf den Weg in das Daintree Village. Bereits der Weg dorthin hat mich begeistert. Obwohl der Daintree Rainforest irgendwo hier beginnt, machte der Regenwald zunächst tiefgrünen Hügeln platz. Hier und da graste eine Kuh in der grünen Idylle.

Als wir das Ende der Straße erreichten, musste ich sehr breit grinsen. Das kleine Dörfchen besteht wirklich nur aus ein paar kleinen Gebäuden. Ein Tour Operator, ein Hotel, ein Campingplatz, ein kleiner Dorfladen und das war’s! Es sieht mir nach dem kleinsten Dörfchen in Nord Queensland aus.

So süß!

Ich hätte Lust gehabt, noch ein wenig Zeit hier zu verbringen. Der Daintree River fließt durch das Dörfchen. Landschaften, die wir in Neuseeland erwartet hätten tauchen vor uns auf.

Wunderschön, idyllisch, friedlich!

Daintree River in Nord Queensland

Dennoch: Cape Tribulation ruft nach uns. Ein Blick auf die Uhr und eine kurze Diskussion, ob wir es zeitlich noch schaffen können bringt das Resultat: Weiterfahrt. Alle sind der Meinung, dass es noch klappen sollte vor der Dunkelheit dort anzukommen.

Gesagt, getan.

Das Ende der Welt

Um Cape Tribulation zu erreichen, muss der Daintree River überquert werden. Hier gibt es allerdings keine Brücke, sondern lediglich eine kleine Autofähre – für mich sieht es eher aus wie ein großes Floß. Ist der Fluss überquert, wird man schnell feststellen, dass das Mobiltelefon nicht weiter benötigt wird. Die konstante Meldung „Kein Netz“ taucht auf all unseren Telefonen auf. Man merkt, dass nun das echte Nord Queensland erreicht wurde und mit ihm das Ende der Welt. So fühlt es sich zumindest an.

Fähre in Nord Queensland

Ein Plan wäre gut gewesen

Wir kämpften sowieso schon mit der Zeit. Die Tatsache, dass der Campingplatz, den wir uns herausgesucht hatten voll war, sorgte am Ende des Tages dann noch für ein wenig Spannung.

Mein Tipp →

Auch wenn ihr sonst gern flexibel bleibt, am Cape Tribulation würde ich euch eine Reservierung empfehlen.

Ein Hostel zu finden wäre kein Problem gewesen. Campingplätze gibt es aber nicht gerade wie Sand am Meer. Es ist doch ein mulmiges Gefühl, die Serpentinen immer weiter hoch zu fahren, ohne zu wissen ob, wo und wann wir einen geeigneten Platz finden werden.

An Wild Campen war nicht zu denken.

Es gibt nur eine einzige Straße und sämtliche Einfahrten sind mit freundlichen Schildern wie: „Keep out!!!“ und „No Camping!!!“ geschmückt.

Aussicht auf Nord Queensland

Kurz vor Einbruch der Dunkelheit kam die Rettung: „Cape Trib Camping“. Die großen, gelben Buchstaben tauchten am rechten Straßenrand auf. Puhhhh, das war knapp! Wir haben einen Platz für die Nacht!

Was hält das Ende der Welt für uns bereit und was dürfen wir noch erleben, bevor für mich das australische Farmleben beginnt? Ihr dürft gespannt bleiben.

Liebe Grüße,

Christina

»Ich bin Christina 

Schön, dass ihr mit mir nach Australien reist! Erlebt Down Under, seine Bewohner und ihre Geschichten durch meinen Blog. Profitiert vom Erfahrungswert meiner Australien-Experten und taucht ein, in die Schönheit des Roten Kontinents. 

2017-08-08T12:29:02+00:00

2 Comments

  1. Sabienes 30. Oktober 2016 at 19:24 - Reply

    Sollte ich mich jemals nach Australien verirren, werde ich mir alle deine Blogartikel ausdrucken und statt eines Reiseführers mit nehmen!
    Danke, dass du uns mit deinem tollen Blog, deinen tollen Artikeln und Fotos und Begriffen wie: „unterwältigt“ verwöhnst!
    LG Sabienes

    • On Brink 31. Oktober 2016 at 11:53 - Reply

      Liebe Sabienes, wow, vielen Dank für dein riesiges Lob! Ich freue mich sehr, dass dir mein Blog so gut gefällt und hoffe, dass du dich tatsächlich irgendwann mal nach Australien verirren wirst 🙂 Ganz liebe Grüße, Christina

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