Lauf du ruhig noch etwas herum und erkunde die Gegend. Ich bleibe solange hier und genieße die wunderschöne Aussicht.“ Generell keine schlechte Idee aber auf der traumhaften, indonesischen Insel Nusa Penida eine Aussage, die man vielleicht bereuen wird!

Saren Cliff Point

Wir sind am Saren Cliff Point, oder wie die Einheimischen ihn nennen: Manik Mageng. Der Weg hierher war – wie meist auf Nusa Penida – abenteuerlich und holprig. Die Sonne brutzelt (vor allem ordentlich auf Chris’ Glatze), weshalb er lieber am ersten, schattigen Aussichtspunkt wartet. Ich schlage mich also allein durchs hohe Gras.

Blick Nusa Penida

Es ist mir glaube ich noch nie passiert, dass ich wegen eines landschaftlichen Ausblicks laut loslachen musste. Hier ist es aber so. Egal zu welchem Ende ich laufe, unter mir erstreckt sich türkisblauer Ozean, dramatische Klippen und kleine, grüne Mini-Inseln.

Und das an einem Ort, an dem ich mich quasi durchs Dickicht schlagen musste, um ihn überhaupt zu erreichen. Sprich, niemand sonst ist hier. Keine für Touristen gebaute Infrastruktur und Aussichtsplattformen, die ich mir mit 1000 anderen fotoverrückten Reisenden teilen muss. Meine Reaktion: Lachen! Kopfschütteln! Arme ausstrecken! Das Gefühl „Freiheit“ finde ich immer schwierig. Wann genau fühlt man sich frei? Wie definiere ich dieses wunderschöne Wort? Meine neueste Antwort – so:

Freiheit auf Nusa Penida

Das glaubt mir ja niemand! Das ist schon fast kitschig. Da ich noch nicht so weit vom sonnengeschützten Aussichtspunkt entfernt bin rufe ich Chris zu mir:

„DAS MUSST DU SEHEN!!!“

So kam es, dass genau hier, auf Nusa Penida am Saren Cliff Point mein neues Intro für meine Vlogs entstand.

Saren Cliff Point Nusa Penida

Ich weiß gar nicht, ob man so einen Ort genug genießen kann. Stundenlang könnte ich hier einfach nur sitzen und darüber philosophieren, wie wunderschön der Planet Erde ist. Dennoch: der Hunger kommt und hier, mitten im Nichts wird das mit dem Mittagessen etwas schwierig. Los geht’s also, zu einer etwas bekannteren Sehenswürdigkeit.

Tembeling

„Bekannt“ ist ja auf Nusa Penida eher relativ zu betrachten. Der Weg, der für den Abhang den wir gerade mit dem Roller bewältigen müssen vieeeeel zu schmal ist, lässt jedenfalls keine Lunch-Möglichkeit erahnen. Wir fahren nämlich schon wieder ins Nichts. Natürlich muss  genau auf so einem winzigen Weg Gegenverkehr kommen. Schwierig! Wir sind überrascht, als uns ein bekanntes Gesicht begrüßt – ein sehr aufgeregtes allerdings. Gede, von unseren Kul Kul Bungalows fragt uns besorgt, ob wir ein Pärchen entdeckt hätten, das mit dem Roller liegen geblieben ist. Oha! Ne, haben wir nicht aber genau das ist auch immer unsere Sorge. Die Wege hier sind meist so schlecht, dass wir uns immer Sorgen machen irgendwann liegen zu bleiben. Je nachdem wo man sich gerade befindet, könnte die „Rettung“ nämlich eine Weile dauern.

Leider können wir Gede nicht weiterhelfen. Aber auch unsere Laune sinkt langsam. In Tempeling angekommen, begrüßt uns zwar wieder eine tolle Landschaft, unsere Mägen werden aber wohl leer bleiben.

Mein Tipp →

Habt IMMER etwas zu Essen dabei!

Wieder sind wir nur von Einheimischen umgeben. Sie kommen zum beten und schwimmen her. Ein kleiner am Felsen angeschmiegter Tempel sowie zwei natürliche Badelöcher (eins für Frauen, eins für Männer) in Kombination mit zwei versteckten Stränden, machen die Szenerie wieder einmalig. Der Hunger treibt uns allerdings recht schnell wieder gen Norden.

Tembeling Nusa Penida

Indonesische Hochzeit

Zurück in der Unterkunft fragt unser AirBnB Vermieter Nyoman, ob wir am kommenden Tag schon etwas vorhätten. Da wir immer spontan unterwegs sind, haben wir noch keine Pläne. Er würde uns gern zu einer Hochzeit mitnehmen, ob wir dazu Lust hätten. Na da muss man uns nicht zwei Mal fragen! Allerdings beinhaltet mein Mini-Backpack kein Hochzeitsoutfit. Kein Problem, seine Frau und er würden uns entsprechend einkleiden.

Hochzeit Nusa Penida

Ein traditionelles Outfit und eine kurze Autofahrt später fühlen wir uns ein wenig beobachtet. Die Hochzeitsgesellschaft fragt sich vermutlich zu Recht, wer die zwei Ausländer wohl sein mögen. Anders als erwartet, verbringen wir aber gar nicht so viel Zeit auf der Feier. Nyoman hat uns auf der Fahrt erzählt, dass das Brautpaar insgesamt drei Tage zelebriert. Na das kann ja was werden dachten wir uns.

Unser Aufenthalt bestand allerdings lediglich aus sieben Schritten:

  • Auf der Gästeliste eintragen (wir waren Nr. 320 & 321!)

  • Einen Umschlag mit ein wenig Geld abgeben

  • Begrüßungssnacks & -Getränke annehmen

  • Der Gamelan-Band zuhören

  • Vom üppigen Büffet speisen

  • Anstellen, um dem Brautpaar zu gratulieren

  • Foto mit dem Brautpaar machen

Das war’s! Ein weiterer schöner Einblick, in die Gebräuche des Landes. Davon soll es in den nächsten Tagen noch einige mehr geben…

Hochzeitspaar Nusa Penida

 

Tauchen mit Mantarochen

Zunächst sorgt Octopus Dive aber für Kontrastprogramm. Wir haben uns für einen Tauch- und Schnorchel-Ausflug entschieden. Um Nusa Penida herum leben die faszinierenden Mantarochen, die angeblich nicht sonderlich scheu sein sollen. Diese riesigen Wesen würden wir uns auch gern mal von Näherem ansehen.

Uns war von vornherein klar, dass entweder die Schnorchler (inkl. mir) oder die Taucher (inkl. Chris) mehr Glück haben werden, die Tiere zu sehen. Sie sind nämlich je nach Aktivität (Fressen/ Reinigen/ Entspannen) eher an der Oberfläche oder eben eher weiter unten zu sehen. Bereits bei der Ankunft am Manta-Point wird uns klar, dass das Glück heute offensichtlich auf der Seite der Schnorchler ist.

Tauchen auf Nusa Penida

Mein Gott, kommen diese Tiere nah! Während ich selbstverständlich versuche die Tiere NICHT zu berühren und mich ganz friedlich auf der Wasseroberfläche treiben lasse, wollen sie mir mehr als einmal „Hallo“ sagen. Sie kommen direkt auf mich zugeschwommen, meist mit weit geöffnetem Maul. Der Gedanke, ob sie wirklich harmlos sind schießt mir in den Kopf. Nach einer Weile habe ich mich an sie gewöhnt und habe Spaß daran zu zählen, wie viele ich auf einmal sehe.

Vier!

Vier Mantas um mich herum. Ich kann mein Glück kaum fassen und wünsche mir die GoPro herbei. Die befindet sich allerdings einige Meter unter mir. Zwar hat Chris nicht so viele Mantas zu Gesicht bekommen, seine Aufnahmen können sich aber wirklich sehen lassen. Das Riff um Nusa Penida ist nämlich ebenfalls einmalig! Endlich sieht er auch eine Schildkröte, die hatte er am »Great Barrier Reef nämlich verpasst. Aber seht am besten selbst:

Die Jungs von Octopus Dive empfehle ich wärmstens weiter. Sie wissen was sie tun, sind extrem entspannt und haben uns einen unvergesslichen Tag beschert!

Hinduismus verstehen

Nun habe ich schon des öfteren erwähnt, dass Chris und ich während unseres Aufenthaltes mehr als einmal mit zu traditionellen Zeremonien genommen wurden.

Tempel auf Nusa Penida

Wer im hinduistischen Teil Indonesiens reist bemerkt sicherlich schnell, dass in und um den Tempeln ständig was los ist. Auch wir haben uns gefragt: was ist denn heute wieder? Nun verstehen wir es. Viele Menschen in der Region leben nach dem Balinesischen Kalender. Dieser verrät, an welchen Tagen es gut ist ein neues Haus zu bauen, ein Business zu starten, zu heiraten etc. Falls ihr also an ein und dem selben Tag überall Hochzeiten beobachten könnt, wisst ihr jetzt warum. Es gibt auch vorgeschriebene Tage, wann man für was, zu welchem Gott beten kann. Folgendes Foto ist z.B. am Tag der Weisheit entstanden. Sorry wegen der schlechten Qualität, ich selbst war gerade am beten, wie ihr sehen könnt (und zwar offensichtlich nicht für gute Foto-Qualität).

Beten auf Nusa Penida

Man kann an diesem Tag quasi um mehr Weisheit bitten und das passiert natürlich im Tempel. Nyoman hat uns mitgenommen und alles genau erklärt. Nyomans Frau hat uns ein kleines Körbchen mit Blumen, Opfergaben und Räucherstäbchen mit auf den Weg gegeben. Sie selbst durfte nicht mit in den Tempel, da sie ihre Tage hatte.

Im Tempel angekommen, kniet man am Boden mit Opfergaben und Räucherstäbchen vor sich. Man reibt den Rauch der Stäbchen in den Händen, führt sie dann zueinander und über die Stirn. Das ganze passiert zwei Mal ohne Blume und drei Mal mit Blume in den Händen. Nyoman spricht währenddessen jedes Mal ein Mantra in Sanskrit. Beim letzten Mal steck man sich die Blumen hinters Ohr.

Nusa Penida Temple Experience

Das Gebet wird mit heiligem Wasser abgeschlossen. Dies wird drei Mal getrunken, beim vierten Mal spritzt man es sich selbst über den Kopf. Nasser Reis wird auf Stirn (für die Weisheit) und Brust (äußere Schönheit) verteilt, sowie ein bisschen von ihm gegessen (innere Schönheit). Das Ganze haben wir während eines Tempel-Besuches fünf Mal an unterschiedlichen Stationen, für unterschiedliche Götter gemacht.

Am Ende bekamen wir noch ein weiß, schwarz, rotes Armband. Die Farben stehen für Brahma (rot – Gott der Schöpfung), Vishnu (weiß – Gott der Bewahrung/ des Schutzes) und Shiva (schwarz – Gott der Zerstörung/ bzw. Nyoman hat eigentlich gesagt für das Leben nach dem Tod). Das Band trägt fast jeder Hindu und nun haben wir auch eines.

Traditionelle Kleidung

Abseilen zum Strand

Dramatische Ausblicke, Unterwasserwelt und ganz viel Kultur. Es wir langsam mal wieder Zeit für ein wenig Beach-Time oder? Gut also, dass wir vom Suhewan Beach gehört haben. Ich kann mich nicht mehr erinnern, wer uns den Tipp gegeben hat, er wurde aber als wunderschön und einsam beschrieben. Höre ich diese zwei Adjektive in einem Satz frage ich ich immer, wie das zusammenpassen kann. Deshalb habe ich nachgefragt. Antwort: Najaaaa, er ist nicht ganz so leicht zu erreichen, deshalb ist er nach wie vor weitestgehend unberührt. Um dorthin zu kommen, müsst ihr euch ein kleines Stück abseilen. Aber keine Bange: das Seil hängt dort bereits, ihr braucht also keine Ausrüstung!

Na dann kann ja nichts schief gehen. Auf zum Suhewan Beach!

Traumstrand auf Nusa Penida

Was soll ich sagen? Ich war schon an vielen Stränden in meinem Leben. Ich glaube aber tatsächlich, dass dieser hier der schönste ist!! Nicht umsonst habe ich einen kleinen Artikel über genau diesen Ort im »Weltreiseforum verfasst. Romantischer geht es glaube ich nicht!

Auch war dieser entspannte Tag der perfekte Abschluss für unsere Nusa Penida Zeit.

Suhewan Beach Nusa Penida

Back to Australia

Mit diesem Beitrag endet unser Indonesien Special. Für uns geht es zurück nach Australien, wo nun endgültig der „Work-Part“ unseres Work & Travel Aufenthaltes beginnt.

Ich hoffe, ihr habt unseren „kleinen“ Indonesien-Ausflug genossen. Wir hatten eine unfassbar schöne Zeit, die mal wieder bestätigt hat, dass Indonesien zu Recht eines meiner Lieblingsländer ist. Dennoch bin ich nicht ganz so traurig wie sonst, das Land zu verlassen. Denn diesmal bedeutet es, dass unser Australien Abenteuer weitergehen wird.

Seid gespannt, was Down Under noch so für uns vorgesehen hat. Wir sind es auch!

Liebe Grüße,

Eure Christina

»Ich bin Christina 

Schön, dass ihr mit mir nach Australien reist! Erlebt Down Under, seine Bewohner und ihre Geschichten durch meinen Blog. Profitiert vom Erfahrungswert meiner Australien-Experten und taucht ein, in die Schönheit des Roten Kontinents. 

2017-08-08T12:37:27+00:00

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