Unser erster Road Trip in Australien: der Duft nach Abenteuer liegt in der Luft. Chris und ich sind am herum räumen, der Van wird auf Vordermann gebracht, Überlegungen was gutes Road Trip Food wäre werden angestellt. Dann kommt ein Anruf und meine Gedanken sind plötzlich ganz wo anders.

Ja oder Nein?!

Immer diese Entscheidungen! Wieder einmal muss ich überlegen, ob ich Townsville für einen Job verlassen möchte. Zusätzliches Problem: ich müsste am 1. Oktober anfangen – das würde unseren Road Trip auf den Kopf stellen. Diesmal sind es allerdings faire Konditionen und genau das, wonach ich gesucht habe: eine echte Farm-Erfahrung – ein Mix aus Kindermädchen, Pferdepflegerin und Farm-Unterstützung. Kein Fruit-Picking, keine Sklavenarbeit. Außerdem brauchen wir langsam Geld.

Lange Rede kurz:

Ich habe den Job angenommen!

Ab 1. Oktober werde ich auf einer Farm am Rande des Outbacks, in der Nähe von Charters Towers arbeiten.

Das bedeutet, dass wir uns hier und da von unserer Neuner-Gruppe, mit der wir uns auf den Weg Richtung Norden machen trennen werden. Da alle anderen bis Montag Zeit haben und wir nur bis Samstag, wird unsere Route wohl etwas anders aussehen. Das werden wir aber einfach spontan entscheiden, erstmal muss unser erster Road Trip in Australien überhaupt los gehen.

Road Trip in Australien Gruppe

Mission Beach

Auf der Höhe von Mission Beach fallen mir zum ersten Mal die Kasuar-Warnschilder auf. Der Kasuar ist ein großer vom Aussterben bedrohter Vogel, der vor allem an der Cassowary Coast vorkommt. Nachdem die Känguru- und Koala Schilder mittlerweile zum Alltag gehören, ist das Kasuar Zeichen mal wieder etwas neues. Ein guter Indikator dafür, dass wir uns von unserer gewohnten Umgebung entfernt haben. Ebenfalls auffällig: der Regenwald hat uns wieder! Die Straße ist gesäumt von riesigen Bäumen mit herunterhängenden Lianen.

Road Trip Australien Kasuar

Die freundliche Dame an der Touristenformation betont, wie viel es hier zu sehen gibt. Sie zählt so viele Dinge auf, die wir in den nächsten zwei Stunden machen könnten, dass ich gar nicht hinterher komme. Hauptsache wir können uns am langen Sandstrand ein wenig von der langen Fahrt erholen! Wir gehen typischer Weise nicht den vorgesehenen Weg zum Strand, sondern finden uns vor einem kleinen Bach wieder, der uns vom Strand trennt. Ein umgekippter Baumstamm verschafft uns Zugang. Der erste von vielen, langen Strandspaziergängen auf diesem Trip.

Hier sieht’s genau so aus wie auf den Bildern Deutscher Milchpackungen.


Road Trip Australien Mission Beach

Am meisten begeistert an Mission Beach hat mich die sich schnell ändernde Landschaft. Regenwald, Strand, grüne Hügel gespickt mit Kühen und plötzlich taucht am Seitenfenster wieder der blaue Ozean auf. Dazu die relaxte Atmosphäre, die den Ort umgibt. Hier könnte ich es länger aushalten aber ich denke so wird es mir mit vielen Orten gehen, die wir auf unserem Road Trip in Australien sehen werden.

Da wir erst mittags gestartet sind und dann erstmal hoch fahren mussten, bleibt uns nur wenig Zeit am Mission Beach. Für die Nacht haben wir uns bei Freunden von Dave und Peggy in Mena Creek angemeldet.

Sie haben ein großes Grundstück und lassen uns bei ihnen im Garten campen.

Es wird bereits dunkel und ich bin etwas nervös so weit weg von allem ohne Internet die passende Hausnummer zu finden. Nach einmal Fragen und zwei Mal umdrehen finden wir endlich die passende Hausnummer.

Ich bin sehr erleichtert.

Nachtlager Mena Creek

Phil begrüßt uns mit Jack Russle Terrier im Arm und einer langen Rede, wo der beste Spot zum schlafen wäre. Das kleine Haus steht auf einer saftig grünen Wiese und großen, schattenspendenden Bäumen. Schaut man sich ein wenig um, wird einem bewusst warum Dave und Peggy sie liebevoll „The Fokkers“ nennen.

Road Trip Australien erste Nacht

Phil, Sharon und Sohn Jack haben extrem amüsante Geschichten auf Lager. Höhepunkt des Abends war, als Ethan – einer von Jacks Freunden – vorbei kam und uns eine saftige Didgeridoo Session bot. Ein Didgeridoo war zwar gerade nicht greifbar, ein einfaches Rohr reichte ihm aber, um neun Deutsche zum schweigen zu bringen und sie mit großen Augen zurück zu lassen. Später am Abend versuchten auch wir, dem Rohr ähnliche Töne zu entlocken.

Sagen wir einfach: wir alle sind grandios daran gescheitert!

Wenn ihr das nächste Mal ein Didgeridoo hört denkt daran, dass ihr dem Ding vermutlich keinen einzigen Ton entlocken könntet!

Zeit Träume wahr werden zu lassen

Noch vor Sonnenaufgang machen Chris und ich uns auf den Weg zu unserer zweiten Station auf diesem Road Trip in Australien:

Cairns.

Falla Segelboot

Nach ewigen Diskussionen welches Schiff das beste für eine Tauch- und Schnorcheltour am Great Barrier Reef wäre, haben wir uns für das historische »Segelboot Falla entschieden.

Ich habe nach wie vor etwas gegen stumpfe Touristen-Abfertigung!

Deshalb konnte ich mich mit keinem der großen und modernen Katamarane der Tour Operator anfreunden. Dieses Boot schien anders zu sein. Nur 20 Leute passen darauf und als ich angerufen habe, um ein paar Fragen beantwortet zu bekommen, hatte ich den Captain direkt am Telefon. Als wir in Cairns ankamen und das romantische Boot vor uns auftauchte wusste ich, dass es die richtige Entscheidung war.

Mein Tipp →

Wenn ihr ein kleines, privates, uraltes Unternehmen in Cairns unterstützen und einen tollen Tag am Riff verbringen wollt, wählt die Falla!

Reggae Musik ertönte aus der kleinen Schiffskabine. Der langhaarige Captain Doug begrüßte jeden einzelnen Gast mit Handschlag. Auch die Tauch- und Schnorchel Guides stellten sich vor. Nach einer guten Tasse Tee bzw. Kaffee hissten wir die Segel und machten uns auf die 2-stündige Fahrt zu unseren Tauch- und Schnorchelspots.

Road Trip Australien Great Barrier Reef

In der Ferne können wir erkennen, wie sich der Ozean glättet. Ich weiß gar nicht wie ich es beschreiben soll…

…es war, als würden wir uns auf einem flauschigen Teppich fortbewegen und unser Ziel befindet sich auf poliertem Parkettboden.

Ich weiß nicht ob es immer so ist aber an diesem Tag war das Wasser überm Riff eine einzige, glatte Oberfläche. An einigen Stellen konnte ich den Unterschied zu Wasser und Himmel nicht mehr erkennen. Die ersten Fische schwammen schon mit uns und wir hatten keine Probleme, ihre bunten Farben durch das kristallklare Wasser zu erkennen. Als Tüpfelchen auf dem i, sprangen in der Ferne noch ein paar Delfine freudig in die Höhe.

Glattes Great Barrier Reef

Wehende Segel über uns, türkisblaues Wasser unter uns und das Wissen, gleich Teil der bunten Unterwasserwelt werden zu dürfen.

Schon jetzt weiß ich, dass diese Fahrt ein absolutes Highlight unseres Road Trips in Australien sein wird. Da ich mir sogar in Indonesien bei prallem Sonnenschein den Hintern unter Wasser abgefroren habe, entscheide ich mich für einen Wet-Suit, trotz des kleinen Aufpreises von $7 (da die Anzüge eigentlich nur für die Taucher vorgesehen sind).

Mein Tipp →

Nehmt einen Wet-Suit, auch wenn ihr nur schnorchelt! Viele sind früher aus dem Wasser gegangen, weil ihnen kalt wurde.

Es wimmelt nur so von kleinen und großen Fischen vor meinen Augen. Um es mal in „Findet Nemo Sprache“ auszudrücken: Nema, Dori, Kahn, Crush – ich habe sie alle gesehen! Bewege ich mich nur ganz wenig, habe ich das Gefühl Teil des Fischschwarms zu werden. Die Fische kommen mir so unglaublich nah! Mit einem großen Regenbogen-Fisch bin ich fast zusammen gestoßen. Als erste der Gruppe entdecke ich eine große Meeresschildkröte. Aufgeregt rufe ich durch die Gegend: 

Turtle, Turtle!!!

Blöde Idee, ich hätte etwas länger warten sollen denn so kamen natürlich plötzlich 15 Schnorcheler angepaddelt. Eine Weile beobachte ich den anmutigen Meeresbewohner, bevor ich weiter auf Entdeckungstour gehe. Es ist einfach faszinierend, wie sich ein so großes Riff bilden kann. Wir schnorcheln durch ganze Korallen-Gärten! Vorher so noch nie gesehen habe ich die Riesenmuscheln. Die größte war sicher einen Meter lang und von oben konnte ich wunderbar beobachten, wie sie atmet und Wasser einsaugt.

Great Barrier Reef

In der Mittagspause mit köstlichem Buffett, treffe ich auf Chris, der ebenso begeistert erzählt. Chris hat schon mit 12 seinen Tauchschein gemacht und träumt seitdem davon, irgendwann mal am Great Barrier Reef tauchen zu gehen. Jetzt ist sein Traum in Erfüllung gegangen! Glückselig nagen wir an unseren Hähnchen-Schenkeln und lassen uns von den Reggae-Klängen einlullen.

Ready to snorkel

Eindrücke verarbeiten

Am Abend kommen wir bei Mick und Lisa in Stratford unter. Ihr erinnert euch vermutlich an unsere »ersten Tage in Australien. Wir haben ihnen erklärt, dass wir uns auf unserem ersten Road Trip in Australien befinden und gefragt, ob wir bei ihnen parken und im Van schlafen dürfen (Campingplätze in Cairns sind teuer). Sie haben zugestimmt und freuen sich, uns wieder zu sehen. Sie sind den ganzen Abend unterwegs und bitten uns, uns einfach wie Zuhause zu fühlen und das Haus zu nutzen.

Wer einen Tag im Wasser verbracht hat weiß vermutlich, wie kaputt man am Abend ist. Wir waren also extrem froh in Ruhe heiß duschen, kochen und die traumhaften Eindrücke des Tages verarbeiten zu können. Was genau unser Plan für den folgenden Tag sein wird, wussten wir zu dem Zeitpunkt immer noch nicht.

Uns war nur klar, dass das Stadtzentrum von Cairns für uns nichts zu bieten hat.

Die Promenade sowie die Nachtmärkte haben wir uns nach dem Trip zum Riff noch kurz angeschaut und sie als nicht sonderlich sehenswert empfunden. Mal schauen, was Cairns und dieser Road Trip in Australien noch zu bieten haben…

Liebe Grüße aus Down Under

Eure Christina

»Ich bin Christina 

Schön, dass ihr mit mir nach Australien reist! Erlebt Down Under, seine Bewohner und ihre Geschichten durch meinen Blog. Profitiert vom Erfahrungswert meiner Australien-Experten und taucht ein, in die Schönheit des Roten Kontinents.