Darf ich vorstellen? Wir sind Michelin Männchen 1 und 2. 3 Paar Socken, Leggings unter der dicken Jogginghose, T-Shirt, Sweater, Strickpulli, Winterjacke und zusätzlich eingewickelt in einer Fleecedecke und einem Schlafsack. So wachen wir auf. Die Decke bis zur Nasenspitze, die Kapuze der Winterjacke tief ins Gesicht gezogen. „Guten Morgen Australien!“

Die Sonne kommt langsam raus. Jetzt lachen wir über die Situation und über unseren Anblick aber in der Nacht war uns weniger zum Lachen zu Mute. Es war wirklich ar***kalt!!! Was denkt ihr, ist es bei kalten Temperaturen besser im Van oder im Zelt zu schlafen?

Kalter Road Trip mit Drohne

Wir haben uns gewundert, wie die armen Leute im Zelt überleben, wenn uns im Van schon so kalt ist. Später lernen wir von erfahrenen Campern, dass es natürlich viel wärmer ist im Zelt zu schlafen. Zelte sind dichter als der luftdurchlässige Van. Sie sind kleiner und heizen sich mit der Körpertemperatur der in ihnen schlafenden Menschen schneller auf. Vermutlich haben sich also die Zeltenden gefragt, wie wir im Van überleben.

So startet jedenfalls unser Morgen im Kangaroo Valley. Es ist August und somit Winter in Australien. Denkt also nicht, Australien gibt’s immer nur im warmen und sonnigen Zustand. Wir lassen das Frühstück zunächst aus, starten direkt den Motor und fahren erstmal drauf los um die Heizung anzuschmeißen.

Wunderschönes Kangaroo Valley

Nach unserer ersten Wanderung des Tages an den Fitzroy Falls fahren wir zum „Three Views Walking Track“. Die Sonne scheint, wir pellen uns erstmals aus unserer Michelin Schicht und saugen die warmen Sonnenstrahlen auf. Ich wünschte wir könnten die Wärme für nachts speichern.

On Brink im Kangaroo Valley

Ein gut begehbarer Wanderweg führt uns zum ersten Lookout: „Lake Yarrunga View“. Während an der Küste nach wie vor der Sturm tobt, genießen wir hier, etwas abseits der Küste unseren Road Trip mit Drohne. Der Blick haut uns einfach um! Nachdem der ausgebaute Wanderweg endete, schlugen wir uns noch ein wenig durch’s Gestrüpp um dann auf diesen Blick zu treffen. Mein Gott. Grüne Hügel wohin das Auge reicht, durchzogen von einem Fluss, dessen Oberfläche so stark im Sonnenlicht glitzert, dass wir sogar von hier oben die Augen zusammenkneifen müssen. Schauen wir herunter, sehen wir die steilen Klippen. Schauen wir hoch, gibt’s weiße Schäfchenwolken auf blauem Hintergrund zu bestaunen. Danke Kangaroo Valley für diesen Bilderbuch-Moment. Nach der gestrigen »Abmahnung wegen der Drohne, sitzen wir nun hier, an diesem wundervollen Ort und überlegen ob die Drohnennutzung hier nun eine Straftat wäre oder nicht.

Road Trip mit Drohne

Fakt ist, zum Zeitpunkt unserer Reise (August 2017) war das Nutzen der Drohne in Nationalparks definitiv noch eine Grauzone. Steht an den Eingängen und Infoschildern ein Drohnen-Verbotsschild ist natürlich klar was zu tun ist. Diese Schilder werden immer häufiger. Im August haben wir sie allerdings erst vereinzelt gesehen. Dieser tolle Aussichtspunkt gehört zum Morton Nationalpark. Ein Verbotsschild gibt es weit und breit nicht zu sehen. Wir sind die einzigen Menschen hier und langsam fangen wir uns zu fragen: Lohnt sich ein Road Trip mit Drohne überhaupt?

Im Kangaroo Valley mit Drohne

In Australien gehört ungefähr jeder coole Ort, an den wir zum Wandern fahren zu einem Nationalpark. Gott sei Dank, denn so kann nicht noch mehr Natur zerstört werden. Wäre das Fliegen der Drohne nun aber in jedem Nationalpark verboten, hätte sich der Kauf für uns definitiv nicht gelohnt. Alles was wir in diesem Moment wollen ist ein wenig Flugerfahrung zu bekommen und ein paar coole Shots von uns am Krippenrand. Die Drohne fliegt weit über den Baumwipfeln und wir entscheiden, dass wir unseren Road Trip mit Drohne noch nicht aufgeben. Hier werden wir fliegen!

Wir selbst sind wahnsinnige Naturliebhaber. Sonst wären wir ja nicht ständig wandernder Weise in Nationalparks unterwegs. Wir wollen keine Tiere stören. Noch ein Grund, warum wir die kleine Reisedrohne DJI Spark und nicht ihre größeren und lauteren Mitstreiter gekauft haben. Die Spark lässt sich leicht mit auf Wanderungen nehmen und ist eben auch nicht zu laut. Deshalb haben wir an Orten wie diesen keine Bedenken, dass wir Tiere stören würden.

Nachdem wir auch noch zum „Tallowa Dam Lookout“ wandern, müssen wir schon wieder zurück gen Van laufen. Wir wollen noch am selben Tag zurück zur Küste fahren. Wir dürfen schließlich unseren Fallschirmsprung nicht aus den Augen verlieren.

Dritter Stopp von Sydney nach Adelaide

Nach der »ersten, extrem windigen und der »zweiten, extrem kalten Nacht, hoffen wir nun auf ein positives Schlaferlebnis. Hier wird uns erst richtig bewusst, wie wenige Leute in der Nebensaison unterwegs sind. Ein riesiger Campingplatz nur für uns allein.

Hier genießen wir auch unsere erste, heiße Dusche des Road Trips. Das Gute für mich: hier gibt es einen Handtrockner, sprich ich kann meine Haare sogar trocknen. Bei diesen kalten Temperaturen ist das eine wahre Wohltat!

Kostenübersicht Road Trip Tag 3

Mit heißem Tee sitzen wir allein in der riesigen Camp-Kitchen und versuchen den nächsten Versuch, unseren Fallschirmsprung zu planen. Ergebnis: morgen ist es immer noch nicht so weit! Übermorgen sieht der Wetterbericht aber so positiv aus, dass wir unseren Sprung endlich buchen können. Na dann kann’s ja endlich los gehen. Am Tag des Sprunges werden unsere Ausgaben aber wohl nicht mehr so übersichtlich aussehen wie heute:

  • 4 Kaffee

  • 32 Benzin

  • 28 Campingplatz


  • 64 Gesamtausgaben

Mondlandschaft Kiama

Nun gilt es aber noch einen Tag in der Gegend zu verbringen, der eigentlich nicht geplant war. Wie ihr seht: es lohnt sich Zeit mitzubringen. Hätten wir nicht so viel zeitlichen Spielraum, hätten wir niemals tagelang auf unser Skydiving Erlebnis warten können. Schnell mal ein bisschen Onkel Google befragt und durch ein paar Flyer gewühlt. Schon ist klar, dass wir uns Kiama ansehen wollen. Hier gibt es ein Blowhole und eine mystische Mondlandschaft. Na das hört sich nicht schlecht an.

Mein Tipp →

Wandern am Bombo Headland Quarry!

Nachdem uns das Blowhole nicht lange begeistert – wir haben einfach schon zu viele, massiv spritzende, sich an Felswänden brechende Wellen gesehen – fahren wir Richtung Bombo Headland. Hier fällt uns die Kinnlade runter. So etwas haben wir noch nie gesehen! Mondlandschaft ist wirklich der richtige Ausdruck. Surreal geformte, pechschwarze Säulen ragen in die Höhe. Schwarz, dunkel, mystisch rahmen sie die von aggressiven Wellen dominierte Bucht ein.

Man weiß gar nicht wo man zuerst hinsehen soll. Auf den Farbkontrast, gebildet durch das türkise Meerwasser, den weiß aufgewühlten Schaum und den schwarzen Felswänden. Auf die dunklen Säulen, die sich in den Pfützen spiegeln, die das konstant spritzende Wasser geformt hat. Oder doch auf das surreale Gesamtbild, das man irgendwie gar nicht so richtig fassen kann. Hier freuen wir uns wieder ganz besonders über unseren Road Trip mit Drohne! Wenn wir so schon nicht wissen, wo wir hinsehen wollen, überfordern wir unsere Sinne nun auch noch mit Aufnahmen von oben.

Fazit Road Trip mit Drohne

Was halten wir denn nun von unserem Road Trip mit Drohne? Lohnt es sich oder nicht? Es ist zugegebenermaßen etwas komplizierter und umständlicher als wir dachten. Mit unserer kleinen Sparky können wir überall mal kurz herum schwirren, dachten wir. Vor allem, da wir meist in abgelegenen Gegenden unterwegs sind. Die Drohnen-Problematik hat man doch sonst nur in Städten oder nicht? Ganz so ist es leider nicht. Da die Gesetze nach wie vor nicht richtig klar sind und jeder eine Meinung zu dem Thema hat, fühlt man sich doch meist etwas angespannt, sobald die Drohne fliegt.

Kiama Road Trip mit Drohne

Wird jemand meckern? Ist es hier überhaupt erlaubt? Kommt gleich wieder ein aufgebrachter Ranger um die Ecke? Hinzu kommt, dass das Wetter oft nicht ideal zum fliegen ist. Zu windig, zu regnerisch, irgendetwas ist fast immer. ABER wenn das Wetter dann mal passt und man die Drohne mit einigermaßen gutem Gewissen starten kann, ist all der Aufwand vergessen. Diese Aufnahmen, dieser Blickwinkel, diese Vogelperspektive. Wir sind jedes Mal begeistert und empfehlen trotz der Schwierigkeiten jedem einen Road Trip mit Drohne!

Kostenübersicht Road Trip Tag 4

  • 28 Campingplatz

  • 56 Lebensmittel


  • 84 Gesamtausgaben

Da die letzte Nacht im Killalea State Park sehr angenehm war, verbringen wir auch die vierte Nacht hier. So müssen wir am nächsten Morgen nur 30 Minuten zum Skydiving Center nach Wollongong fahren. Kein anderes Thema gibt es mehr zwischen uns. So lang haben wir auf diesen Tag hingefiebert und morgen ist es endlich so weit. Wir werden aus dem Flugzeug springen!!! Schnell stellen wir noch die heutige Kostenübersicht zusammen, bevor wir dann versuchen werden ein wenig Schlaf zu finden.

Aufgeregte Grüße,

Eure Christina

»Ich bin Christina 

Schön, dass ihr mit mir nach Australien reist! Erlebt Down Under, seine Bewohner und ihre Geschichten durch meinen Blog. Profitiert vom Erfahrungswert meiner Australien-Experten und taucht ein, in die Schönheit des Roten Kontinents. 

2018-01-23T19:35:28+00:00

2 Comments

  1. Marvin 28. Januar 2018 at 5:48 - Reply

    Hallo Christina,
    die App „Can I Fly There“ von der australischen Behörde CASA könnte eventuell helfen, wenn ihr euch nicht sicher seid, ob man den Copter am derzeitigen Standort benutzen darf oder nicht – falls ihr sie nicht schon kennt.
    Wie aus deinem anderen Eintrag herauszunehmen ist, habt ihr euch bei den Carrington Falls aufgehalten, was in der App jedoch als uneingeschränkte Zone angezeigt wird. Ganz darauf verlassen kann man sich also leider nicht. Es werden jedoch auch z.B. Brände oder naheliegende Flughäfen sowie Hubschrauberlandeplätze und deren „No-Flight-Zones“ in einem bestimmten Radius angezeigt.

    Da die App derzeit nur aus dem australischen App-Store bzw. Play-Store heruntergeladen werden kann, greife ich auf die Browserversion zurück.

    • On Brink 28. Januar 2018 at 12:28 - Reply

      Lieber Marvin,

      von der App haben wir tatsächlich noch nichts gehört. Vielen Dank, für diesen tollen Tipp! Die werden wir uns beim nächsten Aufenthalt auf jeden Fall anschauen.

      Viele Grüße,
      Christina

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