Als wir glücklich im Beerwah State Forests starteten, ahnten wir noch nichts vom kostspieligen Tag, der vor uns lag. Der Campingplatz »Coochin Creek kostete uns lediglich die obligatorischen $5.50 da es sich um einen Nationalpark handelte. Von hier aus machten wir uns auf den Weg Richtung Brisbane – unvorbereitet wie immer.

 

Mein Tipp →

Gebt vor der Abfahrt nach Brisbane „Mautstraßen vermeiden“ in eure Navigation ein!

Die erste unangenehme Überraschung erwartete uns kurz vorm Erreichen unseres Zieles: Mautstraßen! Zwei kurze Piepser ertönten von der Windschutzscheibe unseres Leihwagens. E-Toll nennt man es hier. Die gerade entstandenen Kosten werden automatisch von unserer Kreditkarte abgebucht. Großartig! Besonders großartig, wenn man sich dann noch verfährt und das Piepsen mehrfach ertönt. Naja, lässt sich nun auch nicht mehr ändern, also wollen wir zumindest versuchen, bei den Parkkosten zu sparen.

Wir haben gelesen, dass die günstigste und schnellste Art, sich in Brisbane fortzubewegen die Fähre ist. Einer der Bootsanleger befindet sich an der Uni in Brisbane. Super, dort sollte man doch immer kostenfreie Parkplätze finden oder? Nach ein bisschen Sucherei, parken wir in Reihe, hinter etlichen anderen Fahrzeugen und starten unsere Großstadt-Safari.

Mit der Fähre von A nach B

Weder Bus noch Bahn sind in Brisbane erforderlich, um von einem Ort zum anderen zu kommen. Hier bewegt man sich mit der Fähre fort – genauso günstig, schneller und so viel schöner!

Auf dem Weg zum Strafzettel in Brisbane

Wenn ich es richtig gelesen habe, kann man sich im Ortskern mit der Public Ferry sogar kostenlos durch die Gegend kutschieren lassen. Da wir etwas weiter außerhalb geparkt haben, zahlten wir einen geringen Betrag (unbedingt nach Studententarif fragen), um bis zur Riverside zu fahren.

Noch keine Ahnung vom Strafzettel in Brisbane

Die Fahrt? Beeindruckend! Nach so langer Zeit in ländlichen Gegenden, bzw. in einer relativ kleinen Stadt wie Townsville, haben wir fast vergessen wie es ist, in einer Großstadt zu sein. Außerdem: Berlin hat kaum Wolkenkratzer, während wir uns hier auf eine massive Skyline aus Gebäuden mit glitzernden Glasfronten zubewegen. Die zahlreichen Brücken, unter denen wir herfahren tragen ihren Teil zu dramatischen Stadtausblicken noch bei.

Riverside

An der Riverside steigen wir aus und tauchen ein, in das Gewusel von Brisbane. Was ich mich als erstes frage: sind hier nur Business-Menschen unterwegs? Nachdem wir uns wochenlang keine großen Gedanken darüber gemacht haben, was wir anziehen oder ob unsere Fingernägel sauber sind, fühlen wir uns jetzt plötzlich hoffnungslos underdressed. Zwischen Minirock, High Heels und Anzug laufen wir in unserem Road Trip Klamotten und mit Flip Flops umher. Wo ist der gesunde Menschen-Mix aus »Noosa geblieben?

Business in Brisbane

Trotzdem fühle ich mich wohl in Brisbane. Es ist eine schöne Stadt und der nach Tagen endlich mal wieder blaue Himmel, trägt noch zur Schönheit bei. Ein hupendes Taxi von links, rechts der laut trötende Dudelsack, vor uns eilen die Menschen wie Ameisen von rechts nach links. Hier ist Leben in der Bude und wir sind mittendrin!

Kurz vorm Strafzettel in Brisbane

Irgendwie lassen wir uns so richtig treiben an diesem Tag! Da wir kein Geld zum ausgeben haben, können wir uns sowieso keine teuren Touristenattraktionen leisten. Wir schlendern also einfach durch die Straßen, lassen uns vom Treiben der Stadt einsaugen und sind fasziniert vom Mix aus Wasser, grünen Parks, hohen Gebäuden und schön geschmückten Plätzen.

Park in Brisbane

South Bank Parklands

Nach einem kurzen Mittagessen – es gibt gute Lunch-Deals ins Brisbane – begeben wir uns wieder auf die Fähre und fahren zu den South Banks. Die berühmten South Banks mit dem London – ähm ne, Brisbane Eye nenne ich es mal, dem Stadtstrand und den berühmten Brisbane-Buchstaben. Sogar ein nepalesischer Friedens-Tempel steht hier.

Brisbane Eye

Bestimmt eine halbe Stunde haben wir mit dem Versuch verbracht, die Brisbane Buchstaben mit uns aber ohne zahlreiche andere Menschen vor die Linse zu bekommen. Einigermaßen ist es uns letztendlich gelungen, bevor wir uns Brisbanes Strand anschauen wollen.

 

Ich in Brisbane

Hier ist absolute Überfüllung angesagt. Klar, es ist warm, sonnig und ein absolut hinreißender Anblick. Weißer Sand, sauberes Pool-Wasser, viele Palmen und im Hintergrund der Fluss sowie Brisbanes Skyline. Na hier würde ich aber auch trotz der Menschenmengen einen Großteil meiner Freizeit verbringen, würde ich hier leben!

Kurz vorm Strafzettel in Brisbane

Wir lassen uns noch ein wenig vom urbanen Anblick verzaubern, bevor es zum unangenehmen Teil des Tages übergeht. Nichtsahnend machen wir uns auf dem Weg zu unserem vermeintlich kostenfreien Parkplatz.

Strafzettel in Brisbane

Chris sieht es als erster. Noch einige Meter zum Auto aber er sprintet los wie ein verrückter. „Was ist denn sein Auftrag“, denke ich mir noch, bevor ich sehe, was er da von unserem Scheibenwischer hervorzieht.

NEIIIIIIIIIN!!!! Nein, nein, nein, nein, so eine sche***!!!

Ganz und gar nicht gut, wenn Chris so anfängt zu fluchen und zu schreien kann man sich sicher sein, dass es nichts Gutes zu verheißen hat. „GELBE LINIE!!!“ Aiaiaiai, er ist auf jeden Fall richtig erbost, so schnell macht das Kauderwelsch an Worten, für mich erstmal keinen Sinn. $120 verstehe ich dann noch und bleibe irgendwie erstaunlich ruhig – erstmal.

Mein Tipp →

NIEMALS einfach hinter Autos in Reihe parken, IMMER darauf achten, dass sich KEINE gelbe Linie neben dem Bürgersteig befindet.

Gut, lange Rede kurzer Sinn: wir haben die ausgeblichen gelbe Linie neben dem Bürgersteig nicht beachtet. Das Resultat: ein Strafzettel in Brisbane. Parkt man an der Linie, kostet es $120! Das ist jetzt kein Weltuntergang, vor allem wenn man bedenkt, dass die meisten australischen Strafen irgendwo bei $300 anfangen – da haben wir also noch Glück gehabt. Trotzdem ist es extrem ärgerlich, wenn man sowieso schon jeden Cent umdreht und einem dann so völlig unnütz $120 abgezogen werden. Ein Strafzettel in Brisbane zu bekommen, konnten wir also so gar nicht gebrauchen!

Raus aus Australien

Es war genau hier und jetzt auf diesem Parkplatz an der gelben Linie, dass wir unseren Flug nach Bali gebucht haben. Es stand sowieso schon lange fest, dass zumindest Chris bis Anfang Januar das Land verlassen muss, um sein Studentenvisum in ein Working Holiday Visum umzuwandeln. Dass wir uns Neuseeland nicht leisten werden können, ist auch schon länger klar. Da ich Indonesien ohne Ende liebe, wollte auch Chris das Land endlich mal mit eigenen Augen sehen und schwupps, haben wir einen Flug gebucht!

Tja, manchmal braucht man einen kleinen Ar***tritt, um seine Planung weiter voran zu treiben. €250 hin und zurück pro Person haben wir gezahlt. Allerdings von Darwin aus, alles was von Sydney los ging, wäre mindestens doppelt so teuer gewesen. Also lieber einen günstigen Inlandsflug nach oben zahlen und dann beim Baliflug Geld sparen.

Wild Campen

Glücklich mit unserer Entscheidung aber immer noch super genervt über diesen unnötigen Strafzettel in Brisbane, machen wir uns auf die Suche nach einem Schlafplatz. Das erneute Piepen bedeutet weitere Ausgaben für die Mautstraßen – siehe Tipp oben!! Super nervig! Die Laune sinkt weiter. Auf einem kostenlosen Parkplatz in der nähe von Brisbane können wir nicht bleiben, da Zelte nicht erlaubt sind – welch Diskriminierung! Es wird bereits dunkel und der nächste Nationalpark ist Springbrook. Hier können wir aber nicht mehr buchen – egal, eine andere Option fällt uns nicht ein.

Wir haben wild gecampt!

Der Campingplatz im Springbrook Nationalpark war voll. Als wir irgendwann um 22 Uhr ankommen, ist uns das aber irgendwie egal. Wir stellen uns einfach auf den Parkplatz. Der Preis: bei jedem Geräusch wachen wir panisch auf!

Springbrook Nationalpark

Gebühren für Mautstraßen, ein Strafzettel in Brisbane und eine unruhige Nacht. Die schlechte Laune ist definitiv auf ihrem Höhepunkt. Um 4.30 Uhr am nächsten Morgen machen wir uns auf den Weg den Nationalpark – selbstverständlich extrem motiviert – zu erkunden. Um es kurz zu machen: aufgrund des Wetters und der frühen Uhrzeit war der einzige lohnende Stopp die Natural Bridge.

Natural Bridge

Der war aber dafür extrem lohnenswert. Mal wieder zeigt uns Mutter Natur, was sie für schöne Dinge basteln kann.

Springbrook National Park

Schwere Entscheidung

Unser eigentlich geplanter nächster Stopp war Surfers Paradise. Aufgrund der Schlafplatz-Suche, müssten wir jetzt aber wieder einige Kilometer zurück fahren, um dorthin zu kommen. Da wir sowieso immer Zeitdruck haben und durch den Strafzettel in Brisbane ja doch ein wenig Geld verloren haben, entscheiden wir uns schweren Herzens einfach einen Tag in Byron Bay zu chillen, anstatt uns einen Tag Sightseeing im Surfers Paradise zu geben.

Uns ist klar, dass wir viele Highlights der Ostküste auslassen aber andererseits haben wir uns auch schon so einige eigene Highlights geschaffen. So tolle Orte durften wir bereits sehen, die uns auch mit unserem Mini-Budget problemlos zur Verfügung standen. Also: nicht zu lang darüber nachdenken und sich auf einen entspannten Tag am Strand freuen.

Die Geschichte dazu, gibt es natürlich auch ganz bald brühwarm für euch aufbereitet.

Sonnige Grüße in die kalte Heimat,

Eure Christina

»Ich bin Christina 

Schön, dass ihr mit mir nach Australien reist! Erlebt Down Under, seine Bewohner und ihre Geschichten durch meinen Blog. Profitiert vom Erfahrungswert meiner Australien-Experten und taucht ein, in die Schönheit des Roten Kontinents. 

2017-08-08T12:33:50+00:00

2 Comments

  1. Maik 18. Februar 2017 at 11:41 - Reply

    In Surfers paradise habt ihr nichts verpasst, weiter so!

    • On Brink 19. Februar 2017 at 4:01 - Reply

      Lieber Maik,

      es ist wirklich interessant, wie unterschiedlich die Wahrnehmungen sind. Allein vom Ruf des Surfer Paradises her denke ich auch, dass es nichts für uns gewesen wäre. Du bestätigst das. Andere schwärmen total von diesem Ort! Es kommt wirklich drauf an, was man möchte.

      LG Christina

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