Ich bin ja auf Facebook in sämtlichen Australien Gruppen vetreten. Nicht nur um sich auszutauschen, Tipps zu bekommen oder zu geben sondern auch einfach um zu sehen, wo die Interessen potentieller Leser liegen. Immer wieder muss ich feststellen, dass meine Art zu reisen bei der Allgemeinheit offenbar nicht sehr hoch angesehen ist. Gerade eben habe ich wieder eine Reise-Route entdeckt, die ungefähr so aussah:

3 Tage Melbourne,

3 Tage Sydney,

2 Tage Brisbane,

2 Tage Whitsundays & Fraser Island,

2 Tage Cairns und Daintree National Park

Mir wird fast schlecht wenn ich sowas lese, also habe ich mal in die Kommentare geschaut, ob jemand schon den Tipp gegeben hat, dass so eine Route völlig sinnlos und viel zu viel Stress ist. 

Pustekuchen.

Stattdessen der Kommentar einer Leserin: „Meiner Meinung nach reichen 2 Tage Sydney!“ Selbst, wer nicht so viel Zeit in diesem wunderschönen Land hat sollte versuchen, sich auf eine Region zu konzentrieren und diese richtig wertzuschätzen. Denn gerade kurze Urlaube, sollten doch eigentlich zur Erholung beitragen, oder? 

Relaxen im Sydney Royal National Park

Taking it easy!

 

Hommage ans Langsam-Reisen

Das hat mich dann so geflasht, dass ich gar nicht mehr kommentiert habe. Vermutlich würde ich mir den Mund nur fusselig reden und einiges an Gegenwind bekommen, wenn ich anfange die Route zu kritisieren. Was haltet ihr von sowas? Wenn man wirklich nur von Flugzeug zu Flugzeug spring und sich schnell die größten Städte und Sehenswürdigkeiten anschaut, bekommt man doch überhaupt gar kein Gefühl für das Land und seine Leute. 2 Tage Sydney reichen? Ja, wenn man schnell durch’s CBD rennt, schnell ein paar Selfies mit dem Opernhaus macht und dann behauptet man kenne die Stadt. Dann reichen 2 Tage vielleicht.

Sydney im Schnelldurchlauf haben wir ja im »Dezember letzten Jahres gemacht . In dem Moment hat man aber noch längst nicht die »wunderschönen Strände der Stadt, die »Blue Mountains oder ein Paradies wie den Sydney Royal National Park gesehen.

Sydney Royal National Park

Land der Dharawal People

Naja, so etwas muss ich dann einfach abhaken, jeder muss es eben so machen, wie er meint. Chris und ich könnten jedenfalls alleine schon eine Woche im Sydney Royal National Park verbringen. Schließlich deckt er über 16.000 Hektar Fläche ab und ich habe das Gefühl, jeder einzelne Quadratmeter ist sehenswert! Wir haben zwei Tage dort verbracht und der Park hat uns absolut vom Hocker gehauen.

Strand Sydney Royal National Park

Mit dem Van von Chris Boss machen wir uns auf den Weg zur Garawarra Farm. Von hier startet die Wanderung zu den bekannten „Figure 8 Pools“. $12 zahlt man hier für einen Tag Parken im Sydney Royal National Park. Eine zusätzliche National Park Gebühr, wie wir erst befürchtet haben, wurde uns nicht mehr berechnet.

Wie immer sind wir eher spontan unterwegs, haben also keine großartige Ahnung was uns erwartet. Als wir uns zum ersten Mal aus dem Gebüsch des dichten Dschungels quetschen ist klar: wir sind verliebt! Burning Palms Beach legt sich uns zu Füßen, eingerahmt vom satten grün der Pflanzenwelt.

Wander im Sydney Royal National Park

Figure 8 Pools

Jetzt muss ich zugeben, dass wir was die Figure 8 Pools anbelangt etwas blöd waren. Durch unsere allgegenwärtige Verpeiltheit, hatten wir wenig Ahnung, was es mit diesen Pools auf sich hat. Irgendwo habe ich eine Drohnen-Aufnahme gesehen. Dort sah es so aus, als handle es sich um ein großes, natürliches Badeloch das wie eine 8 aussieht. Bei den Felsenpools angekommen, haben wir zunächst überhaupt gar nicht verstanden, wo sich jetzt diese 8 befinden soll. Erst nachdem wir beobachtet haben, wie sich sämtliche Leute entweder selbst verletzt oder aber ihre technischen Gerätschaften ins Nirvana geschickt haben wurde uns klar, wo sich besagter Pool befindet. Direkt dort, wo die Wellen auf die Felsen preschen und dementsprechend unkontrolliert hoch spritzen.

An den Figure 8 Pools

Der Pool ist so klein, dass man die 8 wirklich nur erkennt, wenn man direkt davor steht. Ich würde gern mal wissen, wie viele Kameras und Telefone dieser Pool bereits auf dem Gewissen hat. Auch einige Schürfwunden, Verstauchungen und vermutlich auch Brüche wird der Pool hervorgebracht haben. In unserer Anwesenheit hat sich eine Asiatin sowie eine Europäerin ordentlich verletzt. Das Problem ist einfach, dass jeder das perfekte Foto haben will und die unkontrollierten Wellen absolut ignoriert. Trotz sämtlicher Warnschilder bringen sich so täglich jede Menge Menschen in Gefahr. Nach kurzer Überlegung, wie viel wert uns das perfekte Bild ist, haben wir uns dazu entschieden unsere Beobachter-Position im Trockenen beizubehalten. Landschaft und Menschen im Sydney Royal National Park beobachten hat uns genug Entertainment geliefert.

Warnung Figure 8 Pools

Eines meiner Lieblingsmotive ist eindeutig ein unerschrockener Angler, der im Gegensatz zu den zahlreichen Touristen weiß, wie er mit der Kraft des Meeres umzugehen hat. Links und rechts von ihm preschten die Wellen in die Höhe. Davon unbeeindruckt zieht der Angler im Minutentakt Fische aus dem Ozean – beeindruckend!

Angler im Sydney Royal National Park

Hirsche in Australien

Wenn es um Tiere geht, erwartet man ja einiges in Australien. Sämtliche Schlangen- und Spinnenarten aber auch süße Tiere wie Kängurus, Wallabies, Koalas, Wombats usw. Was wir definitiv nicht in Australien erwartet haben sind Hirsche. Wir trauen unseren Augen kaum, als uns drei große, braune Augenpaare aus dem Busch angucken. Völlig unerschrocken, grasen drei Hirsche neben dem Wander-Track. Wir haben mittlerweile herausgefunden, dass diese aus welchen Gründen auch immer im Sydney Royal National Park angesiedelt wurden. Sie vermehrten sich allerdings so intensiv, dass sie nun kontrolliert wieder erschossen werden. Nur eine der grausamen Wahrheiten Australiens…

Hirsch im Royal National Park

Adler Felsen

Nach einer wunderbar »erholsamen Nacht bei Anni und Bob sind wir gewappnet für Tag 2 im Sydney Royal National Park. Auf Anni und Bobs Empfehlung hin, wandern wir heute zum Eagle Rock. Ein Felsen, der geformt ist wie ein Adler. Als zusätzliches Highlight stürzt direkt vor dem Felsen der Curracurrong Wasserfall vom Festland in den Ozean. Das hört sich nach einem Ort an, den wir uns nicht entgehen lassen wollen.

 

Chris am Eagle Rock

Chris am Eagle Rock

 

Wieder zahlen wir unsere $12 Parkgebühr und könnten den restlichen Tag eigentlich schon auf dem Parkplatz verbringen. Die Wattamolla Park und Picknick Area ist bereits ein Blickfang für sich. Bereits hier gibt es einen kleinen Wasserfall aber auch der Stand kann sich sehen lassen.

 

Wattamolla im Royal National Park

Kann es eine schönere Picknick Area geben?

Wegen des langen Wochenendes, das auch wir genießen, müssen wir uns den Ort allerdings mit einigen Anderen teilen. Wir wenden unsere »Theorie aus den Blue Mountains an und beginnen uns direkt ein wenig von dem Picknick-Platz zu entfernen. Ähnlich wie in den Blue Mountains, lassen wir so die Massen relativ schnell hinter uns.

Die Landschaft, die sich uns eröffnet ist eine der Dramatischsten, die wir bisher bewundern durften. Steile Klippen, wilder Ozean, bewaldete Felsarme, die von Überall nach dem Meer zu greifen scheinen. Zusätzlich lange, weiße Sandstrände, die immer wieder einen grandiosen Kontrast zum Grün-Blauen Farbmix bilden.

Verliebt im Sydney Royal National Park

Grüner Royal National Park

Meine Lieblingsmomente sind die, in denen wir bis zum Felsvorsprung vor laufen und in die Tiefe blicken können. Unten bildet das gegen die Felswand preschende Wasser weißen Schaum. Die Gischt spritzt so hoch, dass sie fast uns auf unserem Felsvorsprung erreicht.

Wellen im Royal National Park

Felsvorsprung Sydney Royal National Park

Fazit Sydney Royal National Park

Ich kann hier nur eine Lobeshymne an diesen Nationalpark loswerden. Die zwei Tage dort waren sowas von traumhaft! Das einzig Negative, was mir einfällt ist, dass es oft keine „Loops“ gibt, die man wandern kann. Das heißt man läuft hin und genau den selben Weg wieder zurück. Auf der anderen Seite ist es natürlich gut, dass die Natur so im Inneren des Nationalparks zumindest stellenweise noch unberührt bleiben kann. Das ist ja auch eigentlich der Sinn eines Nationalparks.

Sydney Royal National Park

Um also nochmal auf das am Anfang des Artikels angesprochene Thema zurück zu kommen: Jeder, der meint Sydney und Umgebung seien in 2 Tagen locker abgehackt, verpasst nicht nur die unendliche Weite der Blue Mountains sondern auch die dramatischen Küsten-Ausblicke des Sydney Royal National Parks. 

Bis zum nächsten Mal, dann von der Central Coast,

Eure Christina

»Ich bin Christina 

Schön, dass ihr mit mir nach Australien reist! Erlebt Down Under, seine Bewohner und ihre Geschichten durch meinen Blog. Profitiert vom Erfahrungswert meiner Australien-Experten und taucht ein, in die Schönheit des Roten Kontinents. 

2017-08-08T12:38:48+00:00

2 Comments

  1. Henry 8. Juli 2017 at 10:35 - Reply

    Schön!
    6x …PING!

    …sagenhaft, schön reicht nicht….wenn man glaubt, es ist nicht zu toppen, setzt Ihr beiden immer noch einen rauf…und die Hinweise mit der Karte:Super!
    Sirzen im kalten Berlin, regnerisch, trüb, nichts funktioniert hier…warum wollt Ihr zurückkommen?
    Von ganzem Herzen knuddelige Hugs
    Henry
    Kritik muss auch sein: Videos sind zu kurz!

    • On Brink 10. Juli 2017 at 14:16 - Reply

      Danke für die „schönen“ Worte 😀 manchmal ist man einfach baff und einem fallen direkt keine anderen Worte ein. Berlin hat auch viel zu bieten und darüber werden wir dann ab Mitte Oktober berichten und vielleicht stehen ja ein paar Berliner Urgesteine dann zu Interviews zur Verfügung ;).

      Ganz Liebe Grüße zurück und wir werden euch weiter fleißig auf dem Laufenden halten!

      p.s. Kritik aufgenommen und ans Management gegeben.

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