Wir entdecken Townsvilles Highlights: 25 Hektar botanischer Garten, Beobachtung von Tausenden Meeresbewohnern im 2.5 Millionen Liter Wassertank sowie Rock Hopping über zig Tausende Felsen. Das waren ein paar spannende Tage, sag ich euch!

Wir entdecken Townsvilles Highlights #1 Anderson Park

Eine grüne Oase mitten in der Stadt. Gerade noch kämpften wir uns an der viel befahrenen Hugh Street entlang und plötzlich stehen wir inmitten von Papageien-Geschrei und den unterschiedlichsten Palmen aus aller Welt. Wir sind im Anderson Park gelandet – der größte von vier botanischen Gärten in Townsville. Wir erreichen ihn nach einer 15-minütigen Fahrradtour von Zuhause aus. Chris schwärmt vom Eukalyptus Grandis während ich mich von den prächtigen, roten Blüten eines großen Baumes angezogen fühle.

Townsvilles Highlights rote Blüten

Vielleicht ziehen mich nicht nur die Blüten an, sondern das unüberhörbare Geschnattere und Geflattere, was aus der Baumkrone zu uns rüber schallt. Den Geräuschen zu urteilen, sollte ich schnellstens mein Kameraobjektiv wechseln, es hört sich so an, als könnte ich hier ein paar gute Vogel-Schnappschüsse erhaschen. Gesagt, getan und richtig vermutet. Massenweise Rainbow Papageien (Rainbow Lorikeet) tummeln sich in der Baumkrone und trinken aus den wunderschönen, roten Blüten. Wow, von unten sehen sie tatsächlich aus, als wäre ein Kasten Wasserfarbe auf ihnen ausgelaufen. Wunderschön aber auch unwahrscheinlich schnell. Ich schaffe es kaum, die bunten Flattermänner so schnell scharf zu stellen, zwischen all dem Gestrüpp und Blütenrot. Ein paar Schnappschüsse gelingen mir dennoch und Chris muss mich quasi vom Ort des Geschehens weg ziehen – es gibt ja schließlich noch ein bisschen mehr zu entdecken, in diesem riesigen Garten.

Townsvilles Highlights Rainbow Parrot

Ibisse, anders aussehende Enten und weiteres, mir unbekanntes Vogelvieh treibt sich am schön angelegten See des Parks herum. Um uns herum sattes grün und die größten Palmen, die wir in unserem ganzen Leben gesehen haben. Eine Bank lädt zur Verschnaufpause ein. Als ich hier so sitze, das exotische Gezwitscher um mich herum, habe ich zum ersten Mal das Gefühl begreifen zu können, dass wir nun tatsächlich eine lange Zeit in diesem schönen Land bleiben dürfen. Unsere Körper haben sich an die Queensländer Temperaturen angepasst. Sobald das Thermometer unter 25 grad fällt, holen wir unsere Hoodies raus. Wir finden uns zumindest einige Kilometer um unseren Wohnort herum ohne Navigation zurecht und die ersten Leute, mit denen wir regelmäßig etwas unternehmen sind gefunden. Nach drei Wochen Down Under, macht sich langsam ein Gefühl des Ankommens breit und wir sind bereit, noch mehr von Townsvilles Highlights zu entdecken.

Townsvilles Highlights Anderson Park

Wir entdecken Townsvilles Highlights #2 Reef HQ Aquarium

Guck mal, guck mal, guck mal! Fingerzeig rechts, Fingerzeig nach oben, Fingerzeig links. Chris und ich fuchteln beide wie wild mit unseren Fingern durch die Gegend. Jeder will dem anderen zeigen, welchen Meeresbewohner er gerade entdeckt hat. Dabei kommt man so schnell gar nicht hinterher.

Townsvilles Highlights Aquarium

Wir befinden uns im Reef HQ Aquarium – das weltweit größte Aquarium, das ein lebendiges Korallenriff beinhaltet. Einige Arten von Haien: Hammerhead, Leopard and Black Tip Shark sind die, an die ich mich erinnere, verschiedene Meeresschildkröten, absolut tödliche Fische wie der Stone-, Kugel- und Lionfish aber auch harmlose, bunt flimmernde Fische, allen wohl am besten bekannt als Nemo und Dori, finden wir in dem riesigen Meeresaquarium. Hier direkt mal ein kleines Rätsel für euch: auf diesem Foto befinden sich zwei Steinfische – findet ihr sie?

Townsvilles Highlights Stone Fish

Durch verschiedene Aquarium-Touren sorgt das Personal dafür, dass Besucher sich nicht nur an der Schönheit des Riffs erfreuen, sondern auch einiges an Wissen mitnehmen. Für mich eine komplett neue Information: es gibt Tiere, die in der Lage sind eine sogenannte Parthenogenese (Jungferngeburt) anzuwenden. Das Personal des Reef HQ war so erfolgreich bei der Zucht von Leopard Sharks, dass sie Männchen und Weibchen nach einer Weile trennten. Das interessierte die Weibchen aber wenig, denn sie waren in der Lage sich trotzdem fortzupflanzen. Nachkommen entstehen bei diesem Prozess auch ohne eine männliche Befruchtung – faszinierend!

Kegelschnecken

Eine erschreckende Erkenntnis, die ich an diesem Tag gewonnen habe: Muscheln sammeln kann in Australien und einigen anderen Ländern (z.B. Indonesien) tödlich enden. Es befinden sich manchmal kleine Schnecken in ihnen, dessen Gift tödlich ist. Mein liebes Brüdcherchen Manuel, ich möchte jetzt sofort, dass du Kegelschnecken googlest und kurz dankbar bist, dass wir unversehrt aus Indonesien zurück gekommen sind. Mein Bruder und ich haben nämlich letztes Jahr unendlich viele dieser Muscheln gesammelt, weil wir sie wunderschön fanden. Wir haben teilweise Ketten aus ihnen gemacht und sie als Mitbringsel an unsere Freunde verteilt. Wir hatten so ein Glück, dass in keinen von ihnen eine Schnecke versteckt war!!!

Mein Tipp →

Informiert euch vorm Muscheln sammeln, ob diese evtl. gefährlich sein könnten.

Erschreckend ist auch, wie viele Schildkröten mittlerweile sterben, weil sie Plastik, das wir Menschen in die Meere werfen, fressen. Das Reef HQ nimmt Schildkröten auf, die halbtot gefunden werden und päppelt sie wieder auf. Die meisten verenden aufgrund von menschenverursachten Problemen wie z.B. Plastik, Fischernetze oder auch Angelhaken, die sich im Maul der Schildkröten festhaken. Während wir in Deutschland ja schon sehr darauf achten, z.B. weniger Plastiktüten zu verwenden, muss ich hier in Australien wieder eine absolute Verschwendung von Plastik feststellen. Wenn ich im Supermarkt mit meinem Jutebeutel ankomme und die Kassiererin bitte, die Einkäufe bitte darein zu packen, statt in die Plastiktüte, bekomme ich tatsächlich manchmal einen genervten Blick zugeworfen. Warum ist das nur so?

Townsvilles Highlights Sea Turtle

Nach der kleinen Naturkunde-Stunde, ließen wir das Riff noch ein wenig auf uns wirken. Ich liebe die beruhigende Wirkung, die Aquarien auf mich haben. Und dieses ist gleich ein ganzes Riff hinter Glas und nicht nur ein einfaches Aquarium. Es fühlte sich also fast wie eine Meditation an, vor den Glasscheiben zu sitzen und den Meeresbewohnern zuzusehen. Definitiv eines von Townsvilles Highlights! Abgerundet wurde der Tag, mit einem Treffen am Strand mit einigen Townsi Internationals, einer Runde über den Night Market, der hier um 16 Uhr beginnt sowie einem leckerem Cidre in der Brewery.

Townsvilles Highlights Reef HQ

Wir entdecken Townsvilles Highlights #3 Rock Hopping am Killymoon Creek

Das größte Abenteuer der Woche stand uns aber noch bevor: Rock Hopping. Durch Chris‘ Uni sind wir auf die »Townsville Bushwalkers aufmerksam geworden, die für nur $5 ganztägige Wandertouren anbieten. Da diese als Anfänger-Tour ausgeschrieben war, dachten wir uns, wir wagen es einmal. Die schönsten Creeks lernt man eben nur kennen, wenn man kilometerweit durch Wälder marschiert. Rock Hopping war uns bis dato unbekannt, wir ließen uns von dem Begriff aber nicht abschrecken und buchten eine Tour für Sonntag Vormittag – Beginn 7 Uhr!

Killymoon Creek

Ich klettere gerade an einem kleinen Wasserfall vorbei! Er rauscht links von mir vorbei – wow! Mir wird klar, dass viele von Townsvilles Highlights erst im tiefen Busch darauf warten entdeckt zu werden. Diesen Moment in sich aufzusaugen, möglichst noch ein Foto zu machen, gleichzeitig Balance bewahren und nicht darüber nachzudenken, dass ein Sturz in die Tiefe sehr schmerzhaft – oder vielleicht sogar tödlich – enden könnte waren ganz schön viele Dinge auf einmal. Hin und wieder saugten sich ein paar grüne Waldameisen an meinem Arm fest – das tut echt weh! Blöd nur, wenn man gerade beide Hände zum klettern braucht und die kleinen Mistviecher erst oben, auf dem nächsten Felsen loswerden kann. Wenigstens hinterlassen sie keine riesigen Stiche, wie die Moskitos hier.

Rock Hopping one of Townsvilles Highlights

Es ist einfach traumhaft! Wir wandern wortwörtlich über Stock und Stein – hauptsächlich Stein! Kein Wanderweg weit und breit, nur unser Wanderführer, der den Weg zu kennen scheint. Ich persönlich sehe nur tiefsten Busch und habe nicht die geringste Ahnung, wie er sich an den Weg erinnern kann. Ab einem bestimmten Punkt, kann man sich sicherlich am Rauschen des Creeks orientieren. Allein bis zu diesem Punkt zu kommen, fand ich – als meist orientierungsloses Stadtkind – aber schon sehr faszinierend. Unsere Umgebung ist atemberaubend. Felsen über Felsen, Bäume über Bäume und ab ca. der Hälfte der Wanderung Flussläufe über Flussläufe. Killymoon Creek – noch eines von Townsvilles Highlights! Ehrlich gesagt fällt es mir schwer, diese Tour in Worte zu fassen und bin froh, dass Chris es irgendwie geschafft hat ab und an zu filmen! Die schwierigsten Passagen konnten wir allerdings auch nicht auf Video festhalten. Das wäre nur möglich gewesen, wenn er sich die GoPro irgendwo fest geschnallt hätte, denn oft brauchte man wirklich beide Beine und Beide Arme, um ein Hindernis zu überwinden.

Pause vom Rock Hopping

Alles in allem wird das hier nicht unsere letzte Tour mit den Bushwalkers gewesen sein. Zwar stellte sich das Rock Hopping auf den letzten Metern als echt extrem kraftraubend heraus und heute (Mittwoch) ist der erste Tag, an dem ich mich wieder normal bewegen kann (zwei Tage extrem schlimmer Muskelkater) aber wir haben die Tour geliebt! Anfang September geht es mit den gleichen Leuten nach Paluma, da freuen wir uns jetzt schon drauf.

Killymoon Creek von oben

Nächste Woche werde ich zwar kein weiteres von Townsvilles Highlights präsentieren können, aber ich habe eine Überraschung für euch – ihr dürft gespannt sein!

Eure Christina

»Ich bin Christina 

Schön, dass ihr mit mir nach Australien reist! Erlebt Down Under, seine Bewohner und ihre Geschichten durch meinen Blog. Profitiert vom Erfahrungswert meiner Australien-Experten und taucht ein, in die Schönheit des Roten Kontinents. 

2017-08-08T12:22:06+00:00

2 Comments

  1. Kerstin 14. August 2016 at 11:44 - Reply

    Halli-hallo … ich schaue euch zum Sonntagsfrühstück und schwelge in schönen Erinnerungen an Australien und Townsville … seltsam zu sehen, dass Ihr an einigen Punkten seid, an genau denen man vor eigen Jahren auch selbst stand…. Ich kann mir vorstellen, dass ihr ne Menge Spass mit der Erstellung eurer Videos habt, sie werden immer besser und sicherlich habt ihr dabei den einen oder anderen Lacher … Christina, wieviele Male bist du die Runde im Pool geschwommen, bis dein Intro geklappt hat 😉 … Macht weiter so und genießt eure herrliche Zeit! Liebe Grüße Kerstin

    • On Brink 14. August 2016 at 12:39 - Reply

      Halloooo nach Berlin! Das freut uns aber, wenn wir dir ein bisschen Entertainment zum Sonntagsfrühstück liefern können 🙂 Kann ich mir gut vorstellen, dass dir vieles bekannt vorkommt und man gedanklich ganz schnell zurück in alte Zeiten katapultiert wird. Die Videos sind jede Menge Arbeit aber machen tatsächlich sehr viel Spaß! Ich frage mich immer, wie Chris auf den Wanderungen filmen kann, während ich schon auf den Hintern falle (gestern – auuuuuttsch!!!) obwohl ich beide Hände zur Verfügung habe! Tatsächlich geht das mit den Intro-Videos meist recht flott – das im Pool war z.B. erst das 2. 😀 Wir geben uns Mühe weiterhin viel Australien-Inspiration nach Deutschland zu schicken. Ganz viele Grüße aus Down Under

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