Das künstlerische Zentrum Balis. Spätestens seit dem Buch und Film „Eat, Pray, Love“ ist Ubud weltweit bekannt. Warum suchen wir uns also nochmal einen relativ bekannten Ort aus, wo wir doch generell auf weniger bekannte Regionen stehen?

1. Weil ich unbedingt noch etwas Zeit in den Blog stecken muss. Die »Woche in Canggu war ein guter Anfang, ein bisschen was muss noch geschafft werden, bevor wir uns dann in eine voraussichtlich internet-lose Zeit begeben.

2. War ich vor 2,5 Jahren schonmal hier, habe aber leider Salmonellen bekommen und konnte nicht viel sehen. Ich habe aber das Gefühl dieser kleiner Ort im Landesinneren Balis hat noch mehr zu bieten, als ich bisher sehen durfte. Auch Chris wollte gern mehr über das Kunst- und Kulturzentrum Balis erfahren.

Na denn los: von Strand- und Surfkultur zu Traditionen, Tänzen und Tempeln. Ubud hat nämlich weit mehr zu bieten, als den bekannten Monkey Forest!

Water Palace in Ubud

Opfergaben

Wie immer haben wir unsere Unterkunft »über AirBnB gefunden. Leben unter Locals mit Blick auf Reisfelder – das hat uns überzeugt! Da unser indonesisch nicht über „Selamat Datang“ = Willkommen, „Terima Kasih“ = Danke und „Sama Sama“ = Bitte hinausgeht, sind wir in Ubud leider nicht so gut mit den Locals in Kontakt gekommen »wie in Canggu, wo Citra immer fleißig übersetzt hat. Dennoch durften wir einige Einblicke in ihre Kultur bekommen. Eines meiner Lieblingsfotos ist zum Beispiel auf unserer Terrasse entstanden. Jeden Abend lief eine ältere Dame mit Opfergaben ins Reisfeld.

Blick ins Reisfeld

Die meisten Balinesen sind Hindus und sind sehr involviert in religiöse Traditionen. Den Göttern wird somit mehrmals täglich eine kleine Opfergabe – gefüllt mit unterschiedlichsten Dingen wie Reis, Früchte oder auch Zigaretten – hingestellt. In diesem Fall bittet die Dame offenbar um eine gute Reisernte, weshalb die Gabe dann in den kleinen Tempel, mitten ins Reisfeld gestellt wird.

Diese Opfergaben finden wir überall: auf unserem Roller, vor unserem Haus, in unserem kleinen Schrein auf der Terrasse. Na dann kann ja nichts passieren!

Streit um den Monkey Forest

Monkey Forest. Ein verrückter Affenwald mitten in Ubud. Ich glaube sie gehört zu der bekanntesten Sehenswürdigkeit Ubuds und ich….will nicht hin! Sorry aber ich bin absolut kein Affen-Fan! Das fing vor mittlerweile acht Jahren in Kambodscha an, wo ich noch ganz naiv auf die kleinen Äffchen zugegangen bin, nur um dann gefletschten Zähnen zu begegnen.

Erste Affenbegegnung

2009 in Kambodscha kurz vorm Zähne-Fletschen

Weiter ging es 2014 in Indonesien, wo mir so ein freches Geschöpf den Schnuller meines Patenkindes geklaut hat. Den restlichen Tag durften meine Freundin und ich dann mit der Schnuller-Suche verbringen.

Schlimmer als im Monkey Forest

2014 am Uluwatu Tempel – Auf frischer Tat ertappt!


2015 hat ebenfalls einer dieser Kollegen den Roller meines Bruders auf Lombok attackiert. Der Sitz war ordentlich angeknabbert und wir haben uns den Kopf darüber zerbrochen, wie viel uns das wohl kosten wird. (Gott sei Dank nichts, der Vermieter hat es glaube ich nichtmal gesehen :D)

Bruder gegen Affe

2015 auf Lombok – Mann gegen Affe

Tja, so viel zum Thema Affen! Wenn ich dann an einen ganzen Wald von diesen Viechern denke, stellen sich die Nackenhaare auf. Da habe ich die Rechnung aber ohne meinen Götter-Gatten gemacht. Der will auf die Affen-Bande natürlich nicht verzichten!

Lange Rede kurz: Nach einigen Diskussionen habe ich aufgegeben und der Mann hat mich in den Affen-Wald geschleppt.

Auf in den Monkey Forest

Doch ein Affen-Fan?

Über die wohl touristischste Straße Ubuds, der Monkey Forest Road, geht es in den Affenwald. Als erstes als extrem unsympathisch aufgefallen sind mir die Bananen-Damen. Sie verkaufen Bananen an Besucher, damit sie diese an die Affen verfüttern können. Als sie uns relativ aufdringlich deutlich machten, dass wir welche kaufen sollen, wir uns allerdings weigerten, verscheuchten sie alle Affen in erreichbarer Nähe.

Na herzlichen Dank auch!

Bei sowas reagiere ich ja extrem allergisch! Gott sei Dank haben wir diese freundlichen Zeitgenossinnen nur am Anfang gesehen. Unser restlicher Aufenthalt blieb friedlich und die Affen kommen auch ohne Zufütterung nah genug, glaubt mir!

Mein Tipp →

Taschen richtig zu machen, Sonnenbrillen verstauen und alles gut festhalten!

Affen-Attacke auf Chris! Es dauerte keine 15 Minuten, da hatte Chris das erste Äffchen auf der Schulter.

Mein Tipp →

Ruhig bleiben und dem Affen nicht direkt in die Augen gucken!

Der erste Affe fuchtelt an Chris Shirt und Rucksack herum. Mr. Unerschrocken blieb natürlich ruhig und fand die Situation ziemlich amüsant. Offenbar war das dem Affen etwas zu langweilig und er verflüchtigte sich wieder. Diese Situation wiederholte sich einige Male, bis auch ich irgendwann mal dran war…ob ich auch so ruhig geblieben bin? Schaut es euch im Video an:

Richtig verliebt habe ich mich in die kleinen Baby-Äffchen. So Kleine habe ich von näherem noch nie gesehen. Da sie ungefähr den gleichen Sicherheitsabstand zu mir bewahren, wie ich zu ihnen, sind sie mir noch sympathischer. Macht euch gefasst auf eine ordentliche Portion Cuteness-Overload:

Baby im Monkey Forest

Mutterliebe im Monkey Forest

Cuteness im Monkey Forest

Lohnt sich der Monkey Forest?

Ich finde das Set-Up sehr schön. Man läuft durch einen kleinen Dschungel, vorbei an kleinen Tempeln und überwucherten Brücken.

Regenwald im Monkey Forest

Tempel im Monkey Forest

Passt man ein wenig auf, sollte man mit den Affen keine Probleme haben. Sie sind nicht scheu aber auch nicht aggressiv. Auch wenn sie bereits an Menschen gewöhnt sind, sollte man ihnen selbstverständlich eine gute Portion Respekt entgegenbringen. Natürlich muss man den Affenwald mit vielen anderen Menschen teilen. Sucht ihr also nach einem versteckten, einsamen Spot, ist auch Ubud und vor allem der Monkey Forest nicht das Richtige für euch. Trotz meiner Vorurteile, habe ich den Aufenthalt allerdings genossen und freue mich über meine vielen, süßen Affen-Fotos.

Chris im Monkey Forest

Kunst und Kultur

Märkte und Tempel. Davon gibt es wirklich genug in Ubud. Zwei Aspekte, die die Stadt zu dem machen, was sie ist und meiner Meinung nach ein größerer Reise-Magnet sind als der Monkey Forest. Ob hochwertige Kunstwerke, Galerien, traditionelle Holzschnitzerei oder einfach nur ein paar Andenken aus Bali. Hier findet ihr alles!

Stopp.

Alles außer Nahrung! Für diejenigen, die selbst kochen wollen, wird es etwas komplizierter. Märkte mit frischem Obst und Gemüse findet man nämlich nur sehr früh morgens. Hat man es so früh aus dem Bett geschafft, werden einem als Tourist meist horrende Preise abverlangt.

Handeln in Ubud

Ich weiß nicht ob es stimmt aber unsere Schlussfolgerung ist, dass alle Ausländer ihr Geld in den zahlreichen Restaurants ausgeben sollen. Denn bei den Preisen, die uns angeboten wurden, hätte sich selbst kochen auf keinen Fall gelohnt. Auch Handeln hat nicht viel gebracht, die meisten Marktverkäufer/innen haben uns einfach davon laufen lassen, anstatt mit dem Preis herunter zu gehen. Naja, dann gehen wir eben essen…ich glaube es gibt Schlimmeres.

So ist man dann auch direkt im Stadtzentrum, wo man vom Mittagessen direkt zum nächsten Tempel laufen kann. In Ubud wimmelt es nämlich nur so von Tempeln. Während ich an dem Bekanntesten, dem Ubud Palace, nichts Besonderes finde (uns ist erst im Nachhinein aufgefallen, dass wir weder ein Foto, noch ein Video gemacht haben – das sagt glaube ich alles), liebe ich den Water Palace. Ein toller See mit riesigen Lotus Blüten liegt vor dem Tempel und liefert entsprechende Eindrücke.

Water Palace in Ubud

Auch die Wand aus Orchideen hat mich sehr begeistert. Der Tempel an sich ist – wie die meisten Tempel – mit wahnsinnig präzisen Steinverzierungen gesegnet.

Orchideen in Ubud

Traditionelle Tänze

Ein weiterer Aspekt – meiner Meinung nach ebenfalls wichtiger als der Monkey Forest – sind die vielen traditionellen Tänze, die man sich jeden Abend in Ubud anschauen kann. Oft begleitet von einer Gamelan Band, bunten Kostümen und einem tollen Set-Up kann man sicher sein, einen unvergesslichen Abend zu verleben. 2014 habe ich mir mit Romina einen Feuertanz „Ketchuk Dance“ angeschaut, dieses Mal ging es zum Maskentanz „Topeng Dance“. Im Community Center Ubuds, dem „Bale Banjar Ubud Kelod“ schauen wir uns die Inszenierung an, die von einer frauenunterstützenden Organisation zusammengestellt wurde. Meiner Meinung nach sind gerade die Frauen bei solchen Aufführen ein Blickfang. Ihre traditionelle Tanzweise, mit den grazilen Bewegungen und ausdrucksstarken Augen haben mich ständig die Kamera zücken lassen.

Topeng Dance in Ubud

In diesem Fall bin ich besonders froh, dass wir filmen konnten, denn über Fotos ist es schwer die Atmosphäre einzufangen. Deshalb nochmal der Verweis auf unser erstes »Ubud Video. Ja genau, unser erstes. Es wird nämlich noch ein zweites geben. Ubud hat zu viel zu bieten, um unsere gesamte Zeit in einem Beitrag und einem Video zu verarbeiten. Freut euch nächste Woche also auf eine weitere Ubud-Portion. Lasst euch entführen in unendliche Reisfelder, eine Downhill-Fahrradtour im strömenden Regen und denkt ihr, Chris steht ein Sarong? Ihr werdet es sehen…

Bis nächste Woche,

Eure Christina

»Ich bin Christina 

Schön, dass ihr mit mir nach Australien reist! Erlebt Down Under, seine Bewohner und ihre Geschichten durch meinen Blog. Profitiert vom Erfahrungswert meiner Australien-Experten und taucht ein, in die Schönheit des Roten Kontinents. 

2017-05-24T09:08:04+00:00

9 Comments

  1. Henry 23. April 2017 at 17:54 - Reply

    Selamat Siang,
    klasse und mehr, mehr, mehr…Ubud ist schon faszinierend….MonkeyForest schon superschön und hoch interessant …uns haben die Affen übrigens nicht angesprungen….habe dafür auch mehrere Erklärungen, die ihr aber sichr nicht lesen wollt (hat auch mit Wasser und Seife zu tun… 🙂 )…sind also gespannt wie ein Flitzebogen auf die nächste Story…wundern uns auch nicht, dass Chris wieder einmal auf die Bühne bei der erstklassigen Folklore-Tanzshow musste…(Emmi & Herr Willnowsky haben auch schon nach ihm gefragt, ohne ihm sei die Comedy.Show nur halb so gut)….So, viel Spaß weiterhin und take care!
    Henry
    aus dem wechselhaften und kühlem Berlin
    PS; Was hast Du leckeres getrunken liebe Christina?

    • On Brink 25. April 2017 at 9:58 - Reply

      Ola Senior,

      es wird immer mehr geben keine Sorge! Affen haben eben auch Geschmack 😉 und ich (Chris) wusste schon von Anfang an, dass mein Leben auf die große Bühne in Ubud gehört! Habe mehrere Angebote schon bekommen, aber leider aus Zeitgründen absagen müssen. Hoffentlich kehrt bei euch bald der Sommer ein und wir (hauptsächlich bzw komplett Christina) arbeiten fleißig an dem nächsten Video. Stay tuned und bis bald! Liebe Grüße die Chrissis.

  2. Lena 28. April 2017 at 18:27 - Reply

    Hallo Christina,

    danke für deinen wundervollen Blog 🙂

    Meine beste Freundin und ich wollen nach dem Abitur auch nach Australien. Da bei uns finanzielle Ebbe herrscht, sind wir sicher auch aufs Wildcampen angewiesen. Du hast ja erwähnt, dass ihr das an der West Coast plant.

    Nun meine Frage: Was würdest du beim Wildcampen in Bezug auf die Hygiene machen? Schließlich stehen ja irgendwo am Straßenrand oder in einem Wäldchen keine Toiletten und Duschen zur Verfügung… Hast du da schon Erfahrung? Wir sind deswegen echt etwas besorgt wie wir das machen sollen.

    Eine weiterhin tolle Reise wünscht euch
    Lena

    • On Brink 30. April 2017 at 12:47 - Reply

      Hallo Lena,

      vielen Dank, ich freue mich immer wenn ich mit meinen Texten und Fotos überzeugen kann 🙂

      Oh ja, Hygiene beim Campen, ein nettes Thema 😉 Ich kann bisher nur von der Ostküste sprechen. Das gute dort ist, dass man immer wieder durch kleine Orte oder Städte fährt, die meistens einen Strand und dementsprechend öffentliche Duschen haben. Wir haben auch schonmal unter einem Wasserfall geduscht oder das Bad im See musste ausreichen. Ansonsten gibt es noch die Möglichkeit alle paar Tage auf einem privaten Campingplatz zu übernachten. Hier zahlt ihr dann zwar um die $30 aber glaube mir, nach einer Weiler zahlt ihr die gern für eine warme Dusche! Außerdem konnten wir dort dann auch unsere technischen Geräte aufladen, die Investition lohnt sich also doppelt!

      Wenn bei euch bereits bei Ankunft finanzielle Ebbe herrscht, empfehle ich euch unbedingt erst zu arbeiten und dann zu reisen. Das Geld gleitet einem hier nur so durch die Finger. Genau so schnell kann man aber auch Geld verdienen. Wenn ihr also erstmal 2 Monate arbeitet (meist gibt es um die $20 die Stunde) und dann los reist, lässt es sich sehr viel entspannter leben.

      Ich wünsche euch eine grandiose Zeit!

      Liebe Grüße,
      Christina

  3. Lena 30. April 2017 at 16:01 - Reply

    Hi Christina,

    danke für deine liebe Antwort 🙂

    Dann sind wir mal gespannt ob wir uns auch unterm Wasserfall duschen werden:-) Hört sich auf jeden Fall chillig an!

    Ähm na ja wie schnell gewöhnt man sich an die Buschtoilette?

    Liebe Grüße
    Lena

    • On Brink 2. Mai 2017 at 1:10 - Reply

      Haha, jaa, auf eurem Road Trip werdet ihr so begeistert und abgelenkt von Land und Leuten sein, dass euch die Buschtoilette bald nichts mehr ausmachen wird 🙂

  4. Carolin 2. Mai 2017 at 17:16 - Reply

    Hallo Christina,

    sorry für die doofe Frage aber wenn hier schon diskutiert wird: Machst du echt notfalls auf dem Road Trip deine kleinen und großen „Geschäfte“ im Busch 😉?

    VG Caro

    • On Brink 3. Mai 2017 at 7:22 - Reply

      Liebe Caro,

      hihi, macht euch nicht zu große Sorgen! Es gibt eine ziemlich gute Infrastruktur, sogar in Nationalparks gibt es im Normalfall zumindest ein Plumpsklo. Ja, ich habe es in der ein oder anderen Situation gemacht aber da waren wir auch wirklich irgendwo im Nirgendwo und da braucht man sich keine Gedanken darüber zu machen, dass man von irgendeinem entdeckt wird! Passt nur auf, dass euch keine Schlange oder Spinne in den Hintern beißt 😛

      LG Christina

  5. Carolin 3. Mai 2017 at 17:47 - Reply

    Danke dir Christina für deine offene Antwort, dann sind meine Mädels und ich ja beruhigt wenn man nur von der lokalen Fauna dabei beobachtet wird 😉

    Der Spaten kann dann wohl zuhause bleiben wenn das nur ab und zu an entlegenen Orten vorkommt ☺

    Da sieht man mal wieder wie gut es die Jungs haben, die haben keine Probleme mit Schlangen und Spinnen am Hintern 😂(zumindest nicht beim Pinkeln😉)

    Euch weiterhin einen tollen Trip, viele schöne Erlebnisse (und an der West Coast immer eine passende Stelle 💩🌴)

    Ganz liebe Grüße und danke für den tollen Blog
    Caro

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