Unser Van Life in Australien kann beginnen. Daggy ist straßentauglich! Registrierung mit Umwegen, eine Van-Party und Off-Road Drama in Toomulla. Was genau eine Komfortzone ist, weiß ich langsam gar nicht mehr…

Ihr müsst mir irgendwie beweisen, dass ihr in Queensland wohnt.

Wie grandios organisiert die offiziellen Webseiten hier sind. Beim Department of Main Roads and Transport stand, um unseren Van registrieren zu können brauchen wir eine ID. Wir können ja nicht ändern, dass wir einen Deutschen Pass und keinen Australischen haben. Nun sitzen wir hier und haben keine Ahnung, wie wir unsere Adresse nachweisen sollen. Ist unser Van Life in Australien jetzt schon zum Scheitern verurteilt?

  • Weder Pass noch Personalausweis bringt etwas

  • Unser deutscher Führerschein ist der Dame vollkommen egal

  • Der internationale Führerschein interessiert sie auch herzlich wenig

  • Bei Bank- und Kreditkarten wird es interessanter

Gott sei Dank haben wir ein australisches Bankkonto. Unsere Bank kann uns nämlich einen Adressnachweis drucken. Sehr gut – nein nicht sehr gut. Wir müssen die Registrierungsstelle nämlich verlassen, zur Bank fahren, dann wieder zurück kommen und eine neue Warte-Nummer ziehen. Na das kann sich ja nur um Stunden handeln.

Van Life in Australien kann starten

Überraschenderweise ging dann doch alles ziemlich schnell sobald wir den Adressnachweis hatten. Wir mussten ansonsten nur noch unsere Kreditkarte und die Karte der australischen Bank vorlegen, um die Nummernschilder in Empfang nehmen zu dürfen. $770 hat uns die Registrierung des Vans in Queensland inklusive Pflichtversicherung gekostet.

ACHTUNG: »Backpacker Cars Australia hat mich darauf hingewiesen, dass es in anderen australischen Staaten teilweise anders abläuft. Bitte beachtet also, dass meine Infos ausschließlich für Queensland gelten!

Mein Tipp →

Kreditkarte, australische Bankkarte und der Nachweis einer australischen Adresse reichen für die queensländische Kfz-Registrierung

Endlich sind wir mobil! Wir können hinfahren wo wir wollen, schlafen wo wir wollen und sind auf niemanden mehr angewiesen. Unser Van Life in Australien kann beginnen! Ein überwältigendes Gefühl! Kein Geschleppe von Einkäufen mehr in unseren Backpacks und keine ewigen Fahrradtouren durch die Stadt. 

Kosten für unseren Van

  • 650 Anschaffung
  • 40 neues Rücklicht
  • 160 neue Batterie
  • 70 neue Außendichtungen für die Türen

  • 150 Roadworthy Zertifikat

  • 770 Registrierung & Pflicht-Versicherung

$1.840 für einen funktionstüchtigen und straßenfertigen Van, der uns hoffentlich das nächste Jahr durch Australien fahren wird. Das sind €1.246. Wir sind mega happy, denn gerechnet haben wir mit deutlich mehr. Da der Motor schon über 360.000km auf dem Buckel hat, rechnen wir aber damit, dass wir eventuell irgendwann in einen neuen Motor investieren müssen. Das würde uns nochmal ca. $1.000 kosten. So oder so, wäre der Van dann immer noch günstiger als alle, die wir uns bisher angeschaut haben. Zudem haben wir unfassbares Glück mit der Ausstattung. Dave, Peggy, unser Nachbar Chris und der Nachbar aus Toomulla Terry haben uns bisher so viele Sachen geschenkt, die sie nicht mehr benötigen:

  • Matratze & Bettzeug

  • Campingtisch & Stühle

  • Kühltruhe

  • Geschirr & Besteck

  • Picknick-Decke

All das haben wir tatsächlich von den unbegreiflich großzügigen Australiern geschenkt bekommen, die uns beim Beginn unseres Van Life in Australien unterstützen wollen. Wir müssen nur noch in Holz für das Bett und unsere kleine Küche investieren.

Das muss gefeiert werden!


Passender Weise haben wir für den Abend eine kleine Pool Party bei uns geplant. Da es relativ frisch ist und vermutlich niemand in den Pool springen wird, nennen wir sie einfach Van-Party und feiern unser beginnendes Van Life in Australien.

Wie immer bei den BBQ’s hier, gibt es viel zu viel von allem! Salate, Brot, Fleisch, alles gibt es im Überfluss. So genießen wir einen entspannten Abend mit gutem Essen und Wein NEBEN unserem Pool. Vielleicht können wir es also doch eine Pool Party nennen. Peggy und Dave kommen auch dazu und freuen sich mit uns, dass mit dem Van alles geklappt hat. Spontan entscheiden wir, dass wir am nächsten Tag wieder mit nach Toomulla kommen – es ist tatsächlich schon ein Monat her, seitdem wir das letzte Mal dort waren.

On the Road in Toomulla


Zum ersten Mal fahre ich selbst im Linksverkehr. Auch das gehört zum Van Life in Australien dazu: das eigentliche Fahren! Es ist ungewohnt aber durch das wochenlange Fahrradfahren, habe ich mich schon ein wenig an das Links-fahren gewöhnt. Für mich als Twingo-Fahrerin viel schlimmer: die Länge des Vans. Es fällt mir schwer abzuschätzen, wo ich herein passe und wie viel Platz zwischen mir und dem nächsten Fahrzeug ist. So oder so, wir kommen unbeschadet in Toomulla an und da wartet schon das nächste Gefährt auf mich.

Van Life in Australien - Auf dem Weg nach Toomulla

Drama am Strand


Mit 16 habe ich einen Führerschein für eine kleine 125er Maschine gemacht. Gefahren bin ich im Alter von 16 bis 19 – das war vor 8 Jahren! Sich wieder langsam ans Fahren zu gewöhnen, ist in Toomulla aber etwas schwierig. Ich habe 10 Minuten Zeit, mich auf den Bush-Tracks einigermaßen an die Schaltung zu gewöhnen, danach geht’s direkt an den Strand. Wir haben die falsche Tageszeit gewählt, es ist also Flut und wir können nicht wie beim letzten Mal auf dem nassen, harten Sand fahren. Der Sand ist weich und das Motorrad rutscht mir mehrere Male unterm Hintern weg. Zudem sind viele 4-Wheel-Driver unterwegs, die tiefe Fahrrinnen im Sand hinterlassen. Um die Balance einigermaßen zu halten, stütze ich mich mit den Beinen ab. Ich sehe mich bestimmt 10 Mal auf dem Boden liegen und frage mich, wie lange ich mich noch auf dem Bike halten kann.

Strand Drama in Toomulla

In einer besonders tiefen Fahrrinne bleibe ich stecken und die Panik kommt in mir auf. Mein Bein tut schon weh vom ganzen abstützen, einmal habe ich es unangenehm verdreht. Die letzten Wochen des schmerzenden Knies und Steißbeins kommen mir in den Sinn und ich denke nur noch:

Ich will von diesem Ding runter!

Ich fühle mich wie damals als kleines Mädchen. Meine Eltern haben immer lange Radtouren mit mir gemacht. Manchmal war ich so erschöpft, dass ich einfach nicht mehr weiter wollte. Dann habe ich das Fahrrad einfach an den Straßenrand geworfen und mich geweigert weiter zu fahren. Innerlich bin ich gerade das 5-jährige Mädchen, das genau das gleiche machen möchte. Allerdings habe ich diesmal keine Wahl.

Das Wasser kommt. Und es kommt schnell.

Dave und Chris reden mir gut zu und geben mir zu verstehen, dass ich das Bike irgendwie nach Hause bekommen muss. Eine Panikattacke und mehrere Heul-Krämpfe später befindet sich mein Bike wieder auf den einigermaßen festen Tracks.

Komfortzone


Ich denke über meine Komfortzone nach und wie oft ich sie in den letzten Wochen verlassen habe.   In meinem Beitrag »WagEs habe ich geschrieben, wie ich hier wöchentlich Dinge mache, die ich vorher nie getan habe. Ungefähr genauso oft, verlasse ich meine Komfortzone. Es ist für einen Moment sehr beängstigend und manchmal auch schmerzhaft aber am Ende wächst man über sich hinaus und wird mit jedem Schritt über die Grenze stärker.

Good Van Life in Australien

Erholung


Dennoch war ich nach meiner ersten Motorrad-Runde seit 8 Jahren froh, zum entspannten Teil des Wochenendes übergehen zu können. Wir parkten unseren Van am Strand. Verrückt, sein Bett einfach dort hinstellen zu können, wo man mag. Man darf zwar nicht überall einfach so frei campen aber ohne Lagerfeuer und Zelt ist es doch eigentlich gar kein campen oder? Wir schlafen halt einfach in unserem Auto.

Van Life in Australien - Sonnenuntergang

Am Abend das Hoppeln der Kängurus zu hören, am Morgen vom Rauschen des Meeres geweckt zu werden um dann bis zum Mittag die endlosen und menschenleeren Strände zu genießen – genau so habe ich mir unser Van Life in Australien vorgestellt!

Was kommt als nächstes

Wir sind gerade tatsächlich herrlich planlos, was in den nächsten Wochen so passieren wird. Diese Woche werde ich mir Zeit nehmen und schauen, welche Trips man von Townsville aus am Wochenende unternehmen könnte. Zwei anspruchsvolle Wanderungen sind im September geplant, außerdem ist Ende September die Recess Week – das heißt Chris hat eine Woche Uni-frei. »Anna und Luen haben uns gefragt, ob wir evtl. einige Camping-Trips mit ihnen machen wollen. Das halten wir für eine sehr gute Idee, vor allem, da sie auch einige Trips Richtung Norden unternehmen möchten. So oder so, wird unser Van Life in Australien nun Richtung Fahrt aufnehmen!

Sweet Van Life in Australien

Was am Ende umgesetzt wird und was nicht bleibt abzuwarten. Schaut einfach regelmäßig vorbei, um zu sehen, wohin es uns tatsächlich verschlagen wird.

Liebe Grüße,

Eure Christina

»Ich bin Christina 

Schön, dass ihr mit mir nach Australien reist! Erlebt Down Under, seine Bewohner und ihre Geschichten durch meinen Blog. Profitiert vom Erfahrungswert meiner Australien-Experten und taucht ein, in die Schönheit des Roten Kontinents. 

2017-08-08T12:25:46+00:00

7 Comments

  1. Barbara 9. Oktober 2016 at 13:46 - Reply

    Das ist ja genial! Ich bin ganz begeistert, wie gut Ihr das – trotz der administrativen Sachen und fehlender australischer ID – hingekriegt habt. Ein Van mit Matratze usw. ist wirklich das allerbeste, was ich mir für Australien vorstellen kann. Freiheit ohne Ende. Genießt es!

    • On Brink 12. Oktober 2016 at 2:35 - Reply

      Danke, liebe Barbara! Ja das stimmt, für Australien ist es wirklich ideal und falls man es nachts vor der Dunkelheit nicht mehr schafft, rechtzeitig zum Campingplatz zu kommen, hat man alles dabei. Bett & Küche und am nächsten Morgen kann’s einfach weiter gehen 🙂

  2. Christian 13. Oktober 2016 at 20:30 - Reply

    Wow, keine 1.500€ für Van, Zulassung und Versicherung. Ich hätte auch mit deutlich mehr gerechnet und habe bisher auch immer von deutlich höheren Kosten gelesen.
    Lg Christian

    • On Brink 14. Oktober 2016 at 3:26 - Reply

      Ja, wir hatten wirklich Glück. Hätten wir unseren Vermieter nicht gehabt, hätten wir dieses Schnäppchen nicht ergattert.

  3. Katrin 17. März 2017 at 10:17 - Reply

    Ich glaube bei dem Preis für den Van kann mann echt nicht meckern, sofern Euch dieser dann tatsächlich auch treu auf der Reise bleibt.

    • On Brink 18. März 2017 at 9:13 - Reply

      Jaaa, naja so richtig treu geblieben ist er uns leider nicht 😀 Aber 3 Monate hat er immerhin durchgehalten, hätten wir für die Zeit ein Auto gemietet, wäre es noch teuerer geworden, von daher ist es schon okay so 😉

  4. […] bisher mit unserer Hauptinvestition Glück. Wir haben einen  super günstigen Van erstanden. Vieles von der Ausstattung wurde uns sogar geschenkt (so viel zum Thema super freundliche Australier), dennoch ist alles […]

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