Da langsames Reisen durch das »Relocate Car im Moment schwierig ist, kamen bei mir in den letzten Tagen ein paar Unzufriedenheiten auf. Es nervt mich einfach, täglich so viele Kilometer zurücklegen zu müssen. Dann hatten wir noch Pech mit dem Wetter und konnten in Agnes Water und Hervey Bay nicht wirklich etwas machen. So oder so, war die Stimmung nicht mehr ganz weit oben, weshalb wir uns nach Besserung des Wetters ein paar ruhigere Tage gönnen.

Boreen Point Campground

Vom »Rainbow Beach aus fahren wir nicht weit zum »Boreen Point Campground. Das ist zwar ein privater Campingplatz, also sind wir wieder $30 für die Nacht los. Aber wenigstens können wir eine warme Dusche genießen.

Wilder Koala - wir kommen!

Das Wetter hat sich leider nicht so weit gebessert, dass wir bei strahlendem Sonnenschein den Cootharaba Lake genießen können aber Frühstücken direkt am Wasser ist auch mit Jacken an schön.

Vom Boreen Point Campground fahren wir wieder nicht weit – endlich mal weniger Zeit im Auto verbringen – und halten im süßen Örtchen Noosa.

Noosa und die Parkplätze

Eine Weile sind wir nun schon in Australien unterwegs. Was uns als Europäer besonders beeindruckt: der Mangel an Menschen. In Australien leben lediglich 20 Millionen Menschen und das bei einer so riesigen Fläche. Australien ist größer als ganz Europa. Das muss man sich mal vorstellen. Im winzigen Deutschland allein leben 80 Millionen! Was das zur Folge hat: menschenleere Gegenden. So oft haben wir uns schon gewundert, wie es sein kann an so tollen Orten keiner anderen Menschenseele zu begegnen. In Europa wäre alles direkt überrannt worden bei so tollen Stränden/ Aussichten/ Wäldern/ Wasserfällen.

Stopp.

Soweit unsere BISHERIGEN Erfahrungen. Wir fahren immer weiter südlich, näher heran an große Städte wie Brisbane und Sydney. Wir verlassen also langsam unseren gemütlichen, ländlicheren Norden und geraten in sehr touristisch vermarktete Gebiete. Auch nutzen Großstädter aus Brisbane zum Beispiel gern mal ein paar freie Tage um ihre Jeeps am »Rainbow Beach spazieren zu fahren oder um in Noosa surfen zu gehen.

Was das bedeutet?

Wilder Koala gesucht

Ein in den hinteren Ecken unseres Kopfes begrabenes Problem, welches wir in Nord Queensland fast vergessen hatten: die Parkplatzssuche. Unfassbar anstrengend! Dabei sind wir relativ früh! Gegen 9.30 Uhr kommen wir bereits in Noosa an. Zunächst geht es zum schönen Laguna Lookout. Hier bekommen wir einen tollen Ausblick auf die Gegend und wissen bereits, dass ein großartiger Tag vor uns liegt.

Kaum fahren wir von der tollen Aussicht wieder herunter Richtung Ortskern, wird es voll! Das Parkplatz-Angebot ist unübersichtlich. Es scheint unendlich viele Stellmöglichkeiten zu geben. Dennoch: wir zirkeln bestimmt 5 Mal durch die Innenstadt, bevor wir Glück haben und eine kleine Lücke finden.

Mein Tipp →

Steht früh auf und seid noch vor 9 Uhr in Noosa!

Noosa National Park

Das schöne an diesem Nationalpark ist die leichte Erreichbarkeit. Ein paar Meter am Strand entlang, noch kurz an der Noosa Touristinformation halten um eine Wanderkarte mitzunehmen und schon befindet man sich im Noosa National Park. Der berühmte Coast Track beeindruckt mit an Felsformationen hochspritzenden Wellen, Ausblicke bis in die Unendlichkeit und grünen Wäldern.

Noosa National Park

Nachteil der guten Erreichbarkeit: das sonst so einsame Dasein in unseren bis jetzt besuchten Nationalparks bleibt aus. Wir müssen uns den kleinen Wanderweg mit vielen weiteren Besuchern teilen. Das sind wir ja so gar nicht mehr gewohnt! Eines reizt uns aber extrem: die mögliche Koala-Sichtung!

Wilder Koala – wie kann ich ihn finden?

Klare Antwort: im Noosa National Park! Es ist jetzt nicht so, als wären die kleinen Wollknäuele einfach zu sehen im Sinne von: sie nehmen schrille Neonfarben an und winken einem von der Baumkrone aus zu. So leicht lässt sich ein wilder Koala natürlich nicht finden!

ABER jeder der den wunderschönen Coast Track durch den Noosa National Park wandern möchte, kommt an einem kleinen Häuschen vorbei, wo man sich den letzten Kaffee als Stärkung gönnen kann – toller Kaffeebecher inklusive. Falls ihr zu den Glücklichen gehört, die einen Parkplatz direkt im Noosa National Park Carpark bekommen, kommt ihr automatisch an dem kleinen Hüttchen an. Hier gibt es außerdem einige Infos zum Naturschutz und zum Park an sich. Das für uns wichtigste Detail: eine kleine Tafel, die die letzte Koala-Sichtung offenbart.

Gut, wir haben einen Ort und eine Uhrzeit.

Das ganze war drei Stunden her und ein wilder Koala ist nun wirklich nicht schnell, also: „Auf, auf zum Coast Track und Augen- sowie Teleobjektiv auf die Baumkronen gerichtet!“ Wir waren natürlich nicht die Einzigen, die diese Tafel gesehen haben. Das macht vieles einfacher: viele Augen sehen mehr. Es ist schon lustig, wie plötzlich sämtliche Augen nicht mehr auf den schönen Strand, die dramatischen Klippen-Formationen oder die durchtrainierten Surfer gerichtet sind, sondern einfach nach oben. Wisst ihr wie anstrengend es ist, eine gefühlte Ewigkeit voller Konzentration die Baumkronen abzusuchen?

Wilder Koala, wo bist du?

Plötzlich sieht jedes Blättchen, das im Winde weht aus wie ein kleines Koala-Öhrchen. Meine Augen fangen schon an, wieder in die schöne Szenerie abzuschweifen, als ich ein kleines Grüppchen an Menschen entdecke, das aufgeregt mit den Fingern nach oben zeigt. Chris hat sie auch im Blick: nichts wie hin. Ein wirrer Sprachmix erreicht uns aber ein Wort verstehen wir – Koala! Es ist wirklich extrem schwer den kleinen Kerl zu sichten aber eine Kombination aus dem Austausch mit den anderen, viel Fingerzeigerei und meinem Teleobjektiv, finden wir ihn endlich.

Unser erster wilder Koala!

Wilder Koala gesichtet

Faul hängt er dort oben und lässt sich von nichts beeindrucken. Wir haben Glück, denn er wacht kurz mal auf und schaut träge in die Kamera. Chris ist selig, vor allem er hat es sich so gewünscht, die kleinen Bärchen auch mal in der freien Wildbahn zu sehen. Bisher hatten wir das Vergnügen mit Koalas nur im »Billabong Sanctuary in Townsville.

Coast Track

Mit einem breiten Grinsen im Gesicht, laufen wir nun beschwingt den wunderschönen Coast Track. Es ist windig und die Gischt der Wellen erreicht uns des Öfteren, obwohl wir die meiste Zeit hoch oben auf den Klippen entlang laufen. Zwar sind wir nicht die Einzigen, die sich diese wunderschöne Landschaft ansehen, aber sobald man den kleinen Wanderweg verlässt und sich einfach auf die Felsen setzt, hat man wieder das Gefühl der einzige Mensch auf der Welt zu sein.

Coast Track Noosa

Schon im Surfers Paradise?

Nach der Wanderung, lassen wir das Örtchen an sich noch ein wenig auf uns wirken. Eins steht fest: wir haben das Gefühl bereits im Surfers Paradise zu sein. Surfer wohin das Auge reicht! Trotzdem ist Noosa nicht ausschließlich was für Surfer. Mir ist sonst noch an keinem Städtchen, das so klein ist wie Noosa, ein so wundervoller Mix aus den verschiedensten Charakteren aufgefallen. Da läuft der braungebrannte, oberkörperfreie Surfer neben der gut betuchten Oma, die wiederum von einer Gruppe hippiemäßig gekleideter Mädels überholt wird. Niemand guckt den anderen komisch an, jeder wird problemlos akzeptiert. Da wird auf der einen Seite der alternative Lebensstil gefeiert und auf der anderen in Luxus-Boutiquen geshoppt.

Noosa ist definitiv ein Ort, an dem ich länger hätte verweilen können. Also: wenn ihr die Zeit habt, plant ein paar Tage für Noosa ein. Ob surfen, wandern, Wildlife-spotting oder shoppen, ihr werdet eine grandiose Zeit haben!

Wunderschönes Noosa

Für uns muss es allerdings weiter gehen…weiter in die große Stadt. Nach Monaten außerhalb des „Big City Life“ geht es mal wieder zurück, in eine Großstadt. Brisbane steht morgen auf dem Programm. Wie uns das wohl gefallen wird, nach all der Zeit auf dem Land? Mal schauen…

Viele Grüße in die heimischen Gefilde,

Eure Christina

»Ich bin Christina 

Schön, dass ihr mit mir nach Australien reist! Erlebt Down Under, seine Bewohner und ihre Geschichten durch meinen Blog. Profitiert vom Erfahrungswert meiner Australien-Experten und taucht ein, in die Schönheit des Roten Kontinents. 

2017-08-08T12:44:10+00:00

8 Comments

  1. Anke 14. Februar 2017 at 15:30 - Reply

    Na da begibt man sich doch gerne auf die Suche 😀 – Australien ist ja auch so ein Traum von mir!

    • On Brink 15. Februar 2017 at 6:30 - Reply

      Ja, das stimmt, mit so einer knuffeligen Aussicht, sucht man dann auch gern mal etwas länger! Du musst unbedingt irgendwann mal her kommen! Die Natur ist einfach atemberaubend!!

  2. Melli 18. Februar 2017 at 16:42 - Reply

    Hi Christina,
    wow, die Suche hat sich gelohnt. Einen Koala würde ich auch gerne in freier Natur sehen. Danke für diesen tollen Bericht.
    LG Melli

    • On Brink 19. Februar 2017 at 4:02 - Reply

      Liebe Melli,

      na dann ab nach Australien mit dir und den Blick immer auf die Baumkronen gerichtet 😉

      Vielen Dank und ganz liebe Grüße,
      Christina

  3. Anika 19. Februar 2017 at 16:27 - Reply

    Wow, nach Australien will ich auch unbedingt mal. Allerdings stelle ich es mir mit zwei kleinen Kindern zu stressig vor. Wenn, dann muss man schon echt einige Wochen bleiben.

    • On Brink 20. Februar 2017 at 7:05 - Reply

      Liebe Anika,

      uh ja, den langen Flug mit zwei kleinen Kindern stelle ich mir auch anstrengend vor. Erstmal vor Ort, ist Australien aber glaube ich schon was für Kinder. Sooo viel Natur und oft wenig Verkehr, da können sie sich richtig gut austoben! Vielleicht wenn ihr die Reise unterbrecht und euch auf halben Weg erst noch ein paar Tage etwas anderes anschaut?

      LG Christina

  4. Thomas 20. Februar 2017 at 14:52 - Reply

    Hallo Ihr!
    Noosa war eins unserer Highlights an der Ostküste! Wer noch keinen Koala in freier Wildbahn gesehen hat und gerade in der Gegend ist, sollte sein Glück unbedingt auf Raymond Island (östlich von Melbourne) versuchen. Dort ist es quasi unmöglich KEINEN Koala zu sehen :-). Weiterhin viel Spaß in Australien!

    Schöne Grüße,
    Thomas

    • On Brink 21. Februar 2017 at 6:19 - Reply

      Lieber Thomas,

      danke für den Tipp! Ich habe jetzt schön öfter gehört, dass es um Melbourne herum scheinbar einige Koalas gibt. Na dann müssen wir ja bald mal einen Trip dorthin planen 🙂

      Viele Grüße,
      Christina

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