Zurück in Australien. Wie immer planlos. Noch voll von all den »indonesischen Eindrücken, sitzen wir jetzt in Darwin, noch etwas unschlüssig was als nächstes passieren soll. Noch ein Monat, bevor Chris’ Praktikum in Sydney beginnt und so gut wie kein Geld mehr auf dem Konto. Deshalb die Idee: so spät wie möglich nach Sydney fliegen, denn dort ist es besonders teuer.

Work for Accommodation

Work for Accommodation, von dem Konzept haben wir schon oft gehört, es allerdings noch nie ausprobiert. Naja Chris eigentlich schon, als er zu mir »auf die Farm gezogen ist. Er durfte umsonst dort wohnen und essen und hat dafür angepackt wo er konnte. Das fasst das Work for Accommodation Prinzip eigentlich schon ganz gut zusammen. Man hilft einer Familie/ Farm/ Organisation oder wem auch immer mit Arbeitszeit aus und bekommt dafür eine kostenlose Unterkunft gestellt.

So eine Möglichkeit im relativ kleinen Darwin so spontan zu finden ist allerdings unwahrscheinlich. Dennoch: gerade frisch wieder angekommen hatten wir nicht viel mehr zu tun als sämtliche Backpacker- und Jobgruppen auf Facebook nach Möglichkeiten zu durchsuchen. Ich staunte nicht schlecht, als mir der Beitrag von Lisa ins Auge springt. Sie sucht Reisende, die beim Aufräumen ihres riesigen Grundstückes helfen und sich währenddessen um die dort lebenden Tiere kümmern. Sie selbst ist nämlich bereits vor einiger Zeit zu ihrem Partner gezogen. Warum leben dann auf ihrem alten Grundstück noch Tiere, fragt ihr euch? Weil Lisa das »Tierheim PAWS Darwin leitet und dieses – wie die meisten Tierheime – chronisch überfüllt ist. Sie nutzt also ihr altes Grundstück, um dort noch weitere Tiere unterbringen zu können.

Work for Accommodation bei PAWS Darwin

Die vom Work for Accommodation Prinzip gewonnene Win-Win Situation wird beiden Seiten schnell klar. Für uns wäre das die perfekte Möglichkeit unser armes Konto zu schonen und die völlig überarbeitete Lisa braucht so schnell es geht Hilfe. So kommt es, dass wir bereits am nächsten Morgen in ihrem Auto, auf dem Weg nach Humpty Doo sitzen. Jap, der Ort unseres Work for Accommodation Aufenthaltes irgendwo außerhalb Darwins heißt wirklich Humpty Doo!

Welpen retten

Dass ein Telefonat, welches auf genau dieser Fahrt geführt wird unsere nächsten Wochen so prägen wird, haben wir anfangs nicht gedacht. Während wir noch diskutieren, ob es mehr Sinn macht erst einkaufen zu gehen oder erst zum Haus zu fahren, klingelt Lisas Telefon. Die Verbindung ist schlecht aber eins hören wir:

Eigentlich haben wir gerade wirklich gar keine Kapazitäten, überhaupt noch irgendein Tier aufzunehmen aber warten Sie einen Augenblick.

Sie wendet sich an uns: „Könntet ihr euch vorstellen in den nächsten Wochen auf drei Welpen aufzupassen? Sie wurden gerade verwahrlost auf der Straße gefunden und bei PAWS ist absolut kein Platz.“ Bevor Chris diese Nachricht überhaupt verarbeiten kann, höre ich mich bereits aus tiefstem Herzen „SELBSTVERSTÄNDLICH!!!!“ sagen. Wenn Work for Accommodation heißt auf kleine, süße Welpen aufzupassen bin ich natürlich dabei! Ganz so einfach ist es dann aber doch nicht.

Work for Accommodation: der schmutzige Part

Als wir am Ziel – unserer Unterkunft für die nächsten Wochen – ankommen, frage ich mich direkt ob wir uns mit den Kleinen evtl. doch ein wenig übernommen haben.

Absolutes Chaos.

Wer in diesem Haus vor uns gewohnt hat bleibt ein Rätsel. Ein absoluter Chaot, mehr Informationen bekommen wir nicht. Alles ist so unfassbar verdreckt. Ein einziger Tag bleibt uns jetzt diesen Ort welpen-tauglich zu machen. Und das ist nicht alles!

Work for Accommodation Schock

Leicht geschockt vom Zustand des Hauses und der Käfige

Es gibt noch ein größeres Haus auf dem Grundstück, etwas weiter vorne zur Straße hin. Dort wird Mel, eine Freundin von Lisa einziehen. Unsere Aufgabe: den schlimmsten Dreck beseitigen, bevor Mel die weiteren Reinigungs-Arbeiten vornimmt. Was wir dort vorfinden, kann ich nichtmal in Worte fassen. Über die Katzenkäfige draußen brauchen wir gar nicht zu sprechen – mindestens 5cm Katzensche*** haben wir dort beseitigt. Viel schlimmer ist, dass drei Hunde unbeaufsichtigt im Haus und auf der Veranda leben. Ich sage nur so viel: beim ersten Betreten des Hauses mussten wir uns fast übergeben. Work for Accommodation ist also wirklich mehr als auf süße Welpen aufzupassen!

Work for Accommodation Katzen

Die Katzen-Käfige nach der Säuberung

Neben all der Reinigungsarbeiten und der Selbstbeherrschung, diesen Dreck irgendwie auszuhalten, taten mir vor allem die Tiere so Leid. Von der ersten Minute an haben wir versucht so viele Streicheleinheiten wie möglich zu verteilen. Die drei Doggies durften endlich mal wieder Gassi gehen und den Katzen haben wir versucht wenigstens einigermaßen gemütliche Käfige zu bauen.

Work for Accommodation: der süße Part

Unsere Zuneigung brauchten aber ab dem nächsten Tag vor allem drei weitere Wesen. Diese haben in ihrem bisherigen, kurzen Leben nämlich noch nicht viel Liebe gespürt. Nun kommt der schöne Teil unseres Work for Accommodation Aufenthaltes. Lisa bringt unsere Puppies vorbei. Zu dem Zeitpunkt hatten wir einen fast 24-Stunden Putz-Marathon hinter uns.

Lasst die Liebesgeschichte beginnen.

Ich habe ein extrem großes Herz für Hunde! Mit einem Jack Russle Terrier bin ich groß geworden und auch wenn ich sonst eher weniger zu emotionalen Ausbrüchen tendiere, können Hunde das bei mir ganz schnell ändern. Als Lisa die drei Kleinen aus ihrem Auto holt, geht mir sofort das Herz auf. So kleine, zerbrechliche Wesen. So große, traurige Augen. Absolut mitgenommen und völlig fertig sehen die Kleinen aus! Mir kommen beim Schreiben dieser Worte immer noch Tränen, ganz ehrlich! Wie zur Hölle kann jemand so hilflose Wesen einfach auf die Straße setzen?

Christina mit den Welpen

In Australien gibt es sogenannte Pounds. Das sind Auffangstationen, in denen alle Hunde landen, die auf der Straße gefunden werden. Lisa und auch Mel schauen regelmäßig bei diesen Pounds vorbei um Hunde zu retten. Nicht selten finden sie dort kleine Welpen wie diese. Was passiert, wenn sie niemand von dort befreit? Tja, dann wartet nur noch der Tod auf sie, denn es gibt einfach zu viele Hunde in Australien!

Unser Work for Accommodation Job
Unsere kleine Ché

Schaut euch unsere Kleinen an. Könnt ihr euch vorstellen, dass irgendjemand auf dieser Welt ihnen etwas Böses antun könnte? Mir wird so schlecht bei dem Gedanken! Zu welch Monstern können wir Menschen nur werden?

Ich könnte ein Buch über unsere Zeit in Darwin mit unseren kleinen Welpen schreiben. Sie sind mir so unfassbar ans Herz gewachsen! Dennoch versuche ich mich kurz zu halten und mich auf das Wichtigste zu konzentrieren. Generell bin ich eine sehr selbstkritische Person, die sich selbst eigentlich nie lobt. Ich denke immer, irgendetwas könnte ich noch besser machen. Was wir aber den Welpen geben konnten, macht mich extrem stolz. Dieses Vorher/ Nachher Foto von Ray, sagt eigentlich alles.

Kleiner Ray

Ray bei seiner Ankunft

Nach unserem Work for Accommodation Aufenthalt...

Ray nach vier Wochen

Wir haben den Kleinen all unsere Liebe und Zeit geschenkt und ihnen beigebracht, dass nicht alle Menschen schlecht sind. Sie haben sich zu grandiosen Hunden entwickelt, die heute hoffentlich ihren schlechten Start ins Leben vergessen haben. Alle drei haben nach unserer Abreise relativ schnell eine Familie gefunden. Das macht mich besonders glücklich! Sie dürfen jetzt ganz normale Hunde sein, die jeden Tag die Streicheleinheiten ihrer Herrchen und Frauchen genießen dürfen.

Rettet Tierleben

Wer genau ermöglicht filmreiche Geschichten wie diese? PAWS Darwin! Lisa und ihre Crew retten nicht nur so viele Hunde wie möglich aus den schrecklichen Pounds, sie sind auch immer auf der suche nach Pflegefamilien, die Tiere für eine Zeit aufnehmen können, wenn das Tierheim mal wieder überfüllt ist. Ohne PAWS würden so viele weitere unschuldige Tiere ihr Leben lassen!

Ich habe diesen Blog noch nie genutzt, um in irgendeiner Art und Weise an Geld zu kommen. Dieser Blog ist mein Hobby und ich schreibe über meine Erlebnisse, gebe euch Tipps weil es mir Spaß macht. Heute ist es anders.

Heute ist der Tag, an dem ich mir wirklich wünsche durch diesen Blog Geld machen zu können in Form von Spenden für PAWS Darwin. Ich bitte jeden einzelnen von euch kurz über ein Tier nachzudenken, das euch besonders am Herzen liegt. Fast jeder Mensch hat einen Hund, eine Katze, ein Vogel, ein Kaninchen oder vielleicht eine Eidechse, die ihm sehr am Herzen liegt oder lag. Stellt euch nun vor, dieses Tier sitzt hinter Gittern in einem dreckigen Käfig und auf der anderen Seite wartet lediglich der Todesschuss. Lisa und ihr Team geben wirklich alles, um so viele Tiere wie möglich vor diesem Schicksal zu bewahren!

Work for Accommodation Welpen
Work for Accommodation with puppies
Welpen Spiel

Schaut euch an, was aus unseren kleinen Babies geworden ist. Bitte, bitte unterstützt PAWS Darwin, damit sie weiterhin so vielen Tieren ein neues Leben schenken können. Es ist mir egal, ob ihr €5 oder €50 spendet, jeder Euro hilft dabei einem weiteren Tier das Leben zu retten:

»https://www.givenow.com.au/pawsdarwin

Schaut auch gern auf »PAWS Facebook Seite vorbei. Hier bekommt man viele Erfolgsgeschichten aber auch Rückschläge live mit. Vor Kurzem wurden wieder zwei Welpen aus dem Pound geholt. Zu der Zeit kursierte ein fieser Virus im Pound und die Welpen haben sich angesteckt. Einer der Welpen hat es leider nicht geschafft, der andere wurde in letzter Minute gerettet. Wie? Mit einer von Spenden finanzierten Behandlung.

Viel mehr habe ich heute gar nicht zu sagen. Die Welt kann ein böser Ort sein, zeigt den unschuldigen, kleinen Tierchen auf dieser Welt, dass es auch gute Menschen gibt!

Eure Christina

»Ich bin Christina 

Schön, dass ihr mit mir nach Australien reist! Erlebt Down Under, seine Bewohner und ihre Geschichten durch meinen Blog. Profitiert vom Erfahrungswert meiner Australien-Experten und taucht ein, in die Schönheit des Roten Kontinents. 

2017-08-08T12:37:41+00:00

Leave A Comment

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.